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“Desaströses Wahlergebnis”: Junge Union teilt gegen Mutterparteien aus

© AFP 2021 / INA FASSBENDERJU-Chef Tilman Kuban
JU-Chef Tilman Kuban  - SNA, 1920, 16.10.2021
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Die Junge Union hat scharfe Kritik an CDU und CSU geübt: In einem Antrag des JU-Bundesvorstands zum Deutschlandtag am Samstag geht es unter anderem um schlechte Organisation der Wahlkampagne sowie das “negative Image des Kanzlerkandidaten”.
Das Wahlergebnis der Union mit dem Verlust von knapp neun Prozentpunkten und 90 verlorenen Wahlkreisen betrachten die jungen Politiker als “ebenso katastrophal wie vermeidbar”. Es ist laut dem Papier“Neuanfang. Unser Plan für eine moderne Volkspartei” auf die “eigene Schwäche” zurückzuführen, nicht auf die “Stärke der anderen”.
Einer der wichtigsten Gründe, warum die Union den Wahlkampf verloren habe, sei der Mangel an klarer Botschaft. Die Kommunikation der beiden Schwesterparteien sei “weder klar noch mutig” gewesen. Die Union habe dazu nicht auf Programmatik geachtet und ihre Wähler nicht erreicht.
Der einzige Schritt, der laut der JU wirklich gelungen ist, war die “Linksrutsch-Kampagne”, wo die Konservativen vor einer möglichen rot-rot-grünen Koalition warnten. Die Kampagne habe in den letzten Wochen vor der Wahl dazu beigetragen, “eine Schlussmobilisierung zu erreichen”. Man könnte jedoch nur von einer “Mobilisierung des Kernklientels” sprechen. “Ob eine solche Linksrutsch-Kampagne angesichts einer sich abzeichnenden Ampel-Regierung in Zukunft ein weiteres Mal verfängt, ist mehr als fraglich”, so der JU-Bundesvorsitz.

Keine richtige Kanzlerkandidatur

Die jungen Politiker übten Kritik an der schlecht organisierten Wahlkampagne. Dass die Kanzlerfrage zu spät geklärt und nicht entschlossen gehandelt worden sei, sei “einer der schwerwiegendsten Fehler in diesem Wahlkampf” gewesen, so die JU. Die Kanzlerkandidatur habe im Mittelpunkt der Kampagne stehen müssen: “Zu glauben, man können einen Wahlkampf machen, bei dem der Kandidat nicht im Mittelpunkt steht, war ein weiterer folgenschwerer Trugschluss.”
Da “Persönlichkeiten für die Wahlentscheidung der Wähler immer wichtiger werden und sie im absoluten Mittelpunkt der Wahlberichterstattung stehen”, war nach Ansicht der Jungen Union für das “desaströse Wahlergebnis” entscheidend, dass Armin Laschet als Kanzlerkandidat aufgestellt worden war. Er konnte “die Herzen der Menschen leider nicht erreichen”, so die JU. “Ganz im Gegenteil: Viele Wähler haben der Union wegen des Personalangebots die Stimme nicht gegeben.”
Der CDU-Vorsitzende und CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet und der Bundesvorsitzende der Jungen Union (JU) Tilman Kuban  - SNA, 1920, 16.10.2021
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Das Problem bestehe natürlich nicht nur in der falschen Kandidatur, sondern auch darin, dass es überhaupt “keine gute Figur” von CDU und CSU gegeben habe. Es sei nämlich “keine One-Man-Show”, weder im Sieg noch in der Niederlage.
Die JU kritisierte zudem “Kultur der Illoyalität und des Durchstechens” mit Blick auf die Maskenaffäre der Union.

Eine Mitgliederentscheidung erforderlich

Man hätte bei der Kandidatenaufstellung viel mehr auf die Akzeptanz der Parteibasis achten sollen, so die Junge Union. Vor der Wahl einer neuen CDU-Spitze sei nun eine Mitgliederentscheidung erforderlich.
“Es würde unsere Partei zerreißen, wenn jetzt erneut eine wegweisende Personalentscheidung an den Mitgliedern vorbeigetroffen würde”, heißt es im Papier.
Eine schnelle Online-Abstimmung oder eine Urnenwahl in den Kreisgeschäftsstellen könnte dabei hilfreich sein, die Frage noch in diesem Jahr zu klären.

Die Partei “von unten erneuern”

Die Union sollte laut der JU an ihrer Kommunikationsweise arbeiten und “durch kluge Vorstöße wieder zur Meinungsführerin des politischen Diskurses werden”. Die Ideen und Versprechen sollten “zügiger und sichtbarer” umgesetzt werden.
Sich selbst sieht die JU als “Motor der personellen und inhaltlichen Erneuerung unserer Partei”. Der JU-Vorsitz forderte Direktmandate sowie Listenplätze für die Landtage, den Bundestag und das Europaparlament für junge Kandidaten. Ein “Generationenwechsel” sei für die Union von großer Bedeutung, CDU und CSU müssten “sich von unten erneuern und gleichzeitig weiblicher und vielfältiger werden”.
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