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Vize-Premier: Energiekrise in Europa nicht ausgeschlossen – Russland zu Dialog bereit

© SNA / Ilya PitalyowBauarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 (Archivbild)
Bauarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 (Archivbild) - SNA, 1920, 16.10.2021
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Der russische Vize-Premier Alexander Nowak hat eine erneute Energiekrise in Europa als durchaus möglich bezeichnet. Vor diesem Hintergrund zeigt sich Russland gegenüber den europäischen Ländern verhandlungsbereit. Zugleich findet der Politiker die Haltung der Ukraine, die das Gas auf Umwegen und nicht bei Russland einkauft, etwas befremdlich.
„Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich eine solche Situation wiederholt“, sagte der für Energiefragen zuständige Vize-Regierungschef am Samstag im Staatsfernsehen. Er rief deshalb die interessierten Seiten in der EU zu Verhandlungen auf.

„Wir sind zu einem Dialog bereit, darüber hat auch der russische Präsident gesprochen, wir sind bereit, uns mit unseren europäischen Partnern (an den Verhandlungstisch – Anm. d. Red.) zu setzen.“

Russland hatte weitere Lieferungen in Aussicht gestellt. Es gebe aber keine Anfragen dazu, erklärte Nowak.
Seinen Angaben zufolge fehlen in den europäischen Speichern rund 25 Millionen Kubikmeter Gas und dagegen sollte etwas unternommen werden. Die Energiegroßmacht hatte zuletzt mehrfach eine Verantwortung für die gestiegenen Preise dementiert.
Russland erfülle seine Vertragsverpflichtungen vollständig, sagte Nowak. Die Lieferungen an die Weltmärkte seien im Vergleich zum Vorjahr sogar um 15 Prozent erhöht worden. Russland selbst habe 2021 so viel Gas verbraucht wie lange nicht mehr. Nowak führte das auf den kalten Winter und die Erholung der Wirtschaft zurück.

Haltung, „als wäre ihnen jemand etwas schuldig“

Ferner warf Nowak der Ukraine eine „Schmarotzer-Position“ in der Gas-Frage vor:
„Sie verhalten sich, als wäre ihnen jemand ständig etwas schuldig. Russland schuldet etwas, Europa tut es, die Vereinigten Staaten tun es – eine Schmarotzer-Haltung pur (…).“
Das Land tut aus Nowaks Sicht so, als wäre jeder verpflichtet, sein (das ukrainische – Anm. d. Red.) Gastransportsystem zu nutzen, um Gas nach Europa zu liefern.
In diesem Zusammenhang zeigte sich Nowak verwundert darüber, dass die Ukraine nicht direkt bei Russland Gas einkauft – und dadurch Geld spart:
„Da stellt sich die Frage, warum Sie Gas nicht direkt aus Russland beziehen, genau dasselbe Gas, das Sie während des Transits entnehmen, und dementsprechend 20 bis 30 Prozent mehr dafür zahlen“, sagte der stellvertretende Premierminister.
Die Ukraine kauft seit November 2015 kein Gas mehr direkt von Russland. Stattdessen pumpt es Brennstoff in seine Speicher, der durch das sogenannte virtuelle Reverse-Flow-Regime gewonnen wird. Tatsächlich ermöglicht diese Regelung Kiew, russisches Gas aus Transitvolumen nach Europa zu beziehen.
Der Vertrag über den Transit von russischem Gas durch die Ukraine gilt bis Ende 2024. Gleichzeitig besteht Kiew auf der Unterzeichnung eines neuen langfristigen Abkommens, da es nicht zwei Milliarden Dollar pro Jahr verlieren will. Russische Vertreter haben wiederholt erklärt, dass sie bereit seien, den Transit durch die Ukraine weiter fortzusetzen.
Dieses Problem sollte aber auf der Grundlage der wirtschaftlichen Machbarkeit und des technischen Zustandes des ukrainischen Gastransportsystems gelöst werden.
Altkanzler Gerhard Schröder - SNA, 1920, 12.10.2021
„Feindbild Russland“: Altkanzler Schröder warnt vor „kaltem Gas-Krieg“

Pipeline Nord Stream 2 fertiggestellt

Zuletzt hatte Russlands Staatschef Wladimir Putin für eine rasche Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2 geworben, die Erdgas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland bringen soll. Die Lieferungen über diesen Weg würden zu einer Entspannung auf dem aufgeheizten Gasmarkt führen.
Die Pipeline ist zwar fertiggestellt, die Betriebsgenehmigung der deutschen Behörden steht aber aus.
Am 4. Oktober hat die Befüllung des ersten Strangs der Nord Stream 2-Pipeline mit Gas begonnen. Die Leitung wird nun schrittweise mit Gas befüllt und der notwendige Druck aufgebaut.
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