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„Wir meinen das nicht böse“: Familie in Österreich wegen NS-Wiederbetätigung verurteilt

© CC0 / succo / PixabayAuktion (Symbolbild)
Auktion (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.10.2021
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Eine Familie aus dem Bezirk Flachgau (Bundesland Salzburg) ist am Donnerstag wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung schuldig gesprochen worden. Aufgefallen war sie wegen eines besonderen Auto-Wunschkennzeichens bei einem der Familienmitglieder. Bei Ermittlungen tauchten weitere Bilder mit Hitler-Bezug auf.
Die Bilder soll die Familie auf WhatsApp miteinander geteilt haben. Die Vorwürfe der Anklage betrafen laut dem Österreichischen Rundfunk (ORF) das Bildmaterial und die Kommunikation von zwei Söhnen, ihrer Mutter und ihrem Onkel vor allem über WhatsApp. Die Ermittlungen der Polizei reichten bis in das Jahr 2011 zurück, es kam auch zu Hausdurchsuchungen.
Demnach stellte sich heraus, dass der Onkel im Jahr 2017 ein Foto mit einer mit Hakenkreuz verzierten Torte zu Hitlers Geburtstag in die WhatApp-Gruppe geschickt hatte. Auf einem weiteren Bild von einer Hitler-Geburtstagsparty, die die Familie am 20. April 2020 feierte, war eine mit der Zahl 88 verzierte Hitler-Torte zu sehen. Bei der Feier wurde den Angaben zufolge auch Hitler-Wein serviert und der Tisch war mit einer Hakenkreuzfahne dekoriert.
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Der eine Sohn gab laut der Anklage anlässlich Hitlers Geburtstag am 20. April im Jahr 2017 einschlägige Kommentare in der WhatsApp-Gruppe der Familie ab. Dieser Sohn, der in der Zeit einen Posten in der FPÖ innehatte, soll zudem dadurch aufgefallen sein, dass er für zwei Autos bis Mai 2018 ein Nazi-Wechselkennzeichen benutzt habe, so der ORF. Die Zahlenkombination 88 dahinter stand der Staatsanwalt Marcus Neher zufolge für zweimal den achten Buchstaben des Alphabetes und diene in einschlägigen Kreisen als Abkürzung für den Gruß „Heil Hitler“.
„Jeder, der den Code 88 versteht, weiß, was gemeint ist“, so die Staatsanwalt.
Der andere Sohn soll dem Artikel zufolge vier WhatsApp-Nachrichten im Jahr 2017 an Einzelpersonen oder in die Gruppe versandt haben, die den Nationalsozialismus und dessen Ziele positiv darstellen. Die Mutter (Landwirtin) der beiden Söhne kommentierte am 20. April 2017 die WhatsApp-Nachricht von einem ihrer Söhne „heute Staatsfeiertag. Sieg Heil“ mit drei Daumen-hoch-Emojis symbolisch zustimmend.
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Demnach wurden alle vier Familienmitglieder am Donnerstag zu bedingten Haftstrafen von zwölf bis 21 Monaten mit Probezeit von drei Jahren verurteilt. Zwei Brüder und ihr Onkel waren geständig. „Ich bereue zutiefst, das tut mir leid“, sagte einer der Söhne. Er habe sich „nichts Großartiges“ dabei gedacht, „das war eine blöde Gaudi“, und das Wunschkennzeichen ebenfalls nur ein Spaß.
Die Mutter beteuerte hingegen ihre Unschuld. „Ich habe das wahrscheinlich nur schnell überflogen. Damit ich eine Ruhe habe, ich habe viel Arbeit“, betonte sie vor Gericht. „Wir meinen das nicht böse, das ist einfach dumm gewesen, wir haben mit dem Nationalsozialismus gar nichts zu tun.“
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