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RKI-Chef Wieler: „Morddrohungen nehmen massiv zu“

© REUTERS / POOLDer Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler
Der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar Wieler - SNA, 1920, 15.10.2021
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Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, hat von heftigen Anfeindungen gegen ihn gesprochen, wie die Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ am Freitag berichten. Er hat zudem sein Institut gegen weitere Vorwürfe verteidigt.
„Ich wünschte, die Lage wäre angenehmer, aber ich bekomme immer noch Drohungen“, sagte Wieler der „Funke Mediengruppe“. Die Drohungen und auch Morddrohungen würden massiv zunehmen, wenn öffentlich behauptet werde, er sei für Schulschließungen verantwortlich oder er wolle Lockdown statt Freiheit. Das würde ihn aber nicht an seiner Arbeit hindern. „Das Risiko hält mich nicht ab von meiner Pflicht. Solange ich Beamter dieses Staates bin, werde ich ihm verantwortungsvoll dienen“, betonte der RKI-Präsident.
Er widersprach erneut der Kritik an seinem Institut im Zusammenhang mit unvollständigen Impfdaten. Er teile den Ärger über die Meldeprobleme, doch dafür sei nicht das RKI verantwortlich.

Wieler: „Es ist unfair, die Schuld auf das RKI abzuwälzen“

Die Meldung der impfenden Stellen sei in der Coronavirus-Impfverordnung gesetzlich vorgeschrieben, sie müsse vollständig und zeitnah erfolgen, um den Impffortschritt in Deutschland so genau und aktuell wie möglich abbilden zu können, erklärte Wieler. „Es ist unfair, die Schuld auf das RKI abzuwälzen.“
Ein RKI-Bericht hatte vergangene Woche für scharfe öffentliche Kritik an dem Institut gesorgt, auch in der Presse. Laut dem Bericht könnten unter Erwachsenen mehr Menschen geimpft sein, als offizielle Daten nahelegen.
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Die offiziell gemeldeten Daten seien nach Wielers Darstellung die Mindestimpfquote. Durch den Einstieg privater Ärzte und Praxen beim Impfen könne Impfquote nicht mehr genau so erfasst werden wie in den Impfzentren. „Wir können nur sagen, dass bis Ende September bis zu 84 Prozent der Erwachsenen mindestens einmal geimpft wurden und bis zu 80 Prozent vollständig.“ Wie hoch die tatsächliche Quote momentan sei, könne keiner sagen.
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