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Feuerlöscher gegen Räumpanzer: Wagenplatz des Berliner Hausprojekts „Köpi“ geräumt – Bilder

© SNA / Tim MeierEin zweiter Durchbruch am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes "Köpi" wird von der Polizei mit am 15. Oktober 2021 eingeleitet
Ein zweiter Durchbruch am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes Köpi wird von der Polizei mit am 15. Oktober 2021 eingeleitet - SNA, 1920, 15.10.2021
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Nicht ganz pünktlich, aber auch weniger explosiv. Am Freitagmorgen begann die Räumung des Wagenplatzes auf dem besetzten Gebiet des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin-Mitte. Mehrere Hundertschaften und schweres Gerät legten nach anfänglichen Problemen Zugänge zum selbstverwalteten Gelände frei. SNA News war vor Ort.
Nach knapp zweieinhalb Stunden war die Sache durch - die über zehn Jahre bestehende Wagenburg auf dem Gartengelände des seit 1991 besetzten Hauses „Köpi“ wurde von der Polizei eingenommen. Die Räumungsklage von Juni diesen Jahres wurde gegen zehn Uhr morgens in die Praxis umgesetzt, nachdem schon lange davor das Gelände von der Polizei abgeriegelt wurde.

Befürchtete „Schlacht“ fand nicht statt

Die befürchtete „Schlacht“ blieb allerdings aus, nicht wenige Medienvertreter hatten umsonst ihre Helme mitgenommen. Zwar flogen ein paar Flaschen, Wasserballons und Böller, doch meistens landeten sie direkt auf den Räumpanzern, in sicherer Entfernung von der „Pressezone“. Letztere war eine Idee der Berliner Polizei, um die Journalisten zu schützen, allerdings hatte sie wohl nicht mit einem solchen Andrang gerechnet - zeitweise befanden sich über 100 Medienschaffende auf engstem Raum. Nicht zuletzt wegen der geltenden Corona-Regeln war unklar, ob die beengte Situation rechtens war.
Brandenburger Tor (Symbolbild) - SNA, 1920, 15.10.2021
Köpi-Camp-Räumung in Berlin – Video
Um fünf Uhr früh begannen an drei Standorten - Köpenicker Straße/Ecke Bethaniendamm; Köpenicker Straße/Ecke Adalbertstraße und Melchiorstraße/Ecke Adalberstraße - Unterstützer des Wagenplatzes mit dem Aufbau ihrer Stände. Gegen sieben Uhr war die Teilnehmerzahl noch weitgehend überschaubar, vielleicht waren einige Teilnehmer der Demonstration vom Vorabend noch erschöpft. Mit Musik, Parolen und Redebeiträgen sprachen sie ihre Solidarität mit den Bewohnern aus und informierten über ihre Sicht auf die Hintergründe der Räumung.

Eigentümer des Geländes als zwielichtige Spekulanten kritisiert

Im Fokus aller Beiträge stand der Immobilienunternehmer Siegfried Nehls und dessen Firmengruppe Sanus. Es gebe auffällige personelle Verflechtungen dieser Gruppe mit der Firma namens Startezia, auf dessen Klage hin die Räumung vollzogen wurde. Nehls ist hinlänglich mit zweifelhaftem Verhalten auf dem Berliner und Brandenburger Immobilienmarkt in Erscheinung getreten. Sein Name fällt im Zusammenhang mit den Querelen um die Potsdamer Villa Tummeley oder im Zusammenhang mit einem Skandal um den geschlossenen Immobilienfonds „Metropolitan Estates Berlin“, mit dem sich Hunderte Anleger um ihr Geld gebracht sehen. In der Berliner Torstraße lässt sich eine der Investruinen dieses Fonds besichtigen.
Demos gegen Räumung von „Meuterei“ - SNA, 1920, 25.03.2021
Polizei räumt linke Kneipe „Meuterei“: Proteste in Berlin – Videos
Nehls soll überdies einen Teil seines Firmengeflechts in der brandenburgischen Stadt Zossen registriert haben, die als eine Steueroase in Deutschland unrühmlich bekannt wurde. Aber selbst dieser legalen Steuervermeidungskommune soll Nehls inzwischen mehr als drei Millionen Euro Steuern schulden.

Keine Festnahmen, aber Jubel und Tränen

Zurück zur „Köpi“: Die Räumung selber verlief relativ friedlich. Die Polizei hatte ihre Startschwierigkeiten, da Teile des Zauns um den Wagenplatz entweder mit Gerümpel zur Barrikade verstärkt wurden oder weil sich die Bewohner mit Feuerlöschern wehrten. Die Gefahr, dass Bewohner, die sich, in Bäumen sitzend, mithilfe von Ketten und Seilen mit der Barrikade verbunden hatten, bei den zwei Durchbrüchen der Polizei zu Schaden kommen, schien allerdings zumindest bis 13 Uhr unbegründet.
Teilweise hätten sich Menschen in Autos eingesperrt und mit Schlössern angekettet, so Quellen aus dem besetzten Haus. Die Polizei erschien nach zwei Stunden mit den ersten Bewohnern auf der Köpenicker Straße, doch entgegen aller Befürchungen sind diese nicht in Wagen für die Gefangenensammelstelle gebracht, sondern nach Aufnahme der Personalien bei einer der drei Kundgebungen abgeliefert worden. Die Unterstützer feierten sie wie Helden und spendeten viel Applaus.
Doch mindestens ein nun ehemaliger Bewohner konnte beobachtet werden, wie er in einem Hauseingang in Tränen ausbrach und allein sein wollte. Durchaus verständlich angesichts des schwierigen Berliner Wohnungsmarktes und der aktuellen Notlage vieler Mieterinnen und Mieter, völlig unabhängig von einer etwaigen Sympathie für die Ziele oder Belange des nun geräumten Wohnprojektes. Laut einem der Redebeiträge während des Protestes fänden in Berlin inzwischen im Schnitt pro Tag circa zehn Zwangsräumungen von Mietern statt, was nicht wenige Menschen in die Obdachlosigkeit treibe.
© SNA / Tim Meier

Zaun des dahinterliegenden Wagenplatzes des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am 15. Oktober 2021

Zaun des dahinterliegenden Wagenplatzes des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am 15. Oktober 2021 - SNA
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Zaun des dahinterliegenden Wagenplatzes des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am 15. Oktober 2021

© SNA / Tim Meier

Besetztes Haus des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am Morgen des 15. Oktober 2021

Besetztes Haus des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am Morgen des 15. Oktober 2021 - SNA
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Besetztes Haus des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am Morgen des 15. Oktober 2021

© SNA / Tim Meier

Aufschrift „Hände weg!“ an der Giebelwand des besetzten Hauses des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

Aufschrift „Hände weg!“ an der Giebelwand des besetzten Hauses des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021 - SNA
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Aufschrift „Hände weg!“ an der Giebelwand des besetzten Hauses des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

© SNA / Tim Meier

Ein Transparent am Zaun des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

Ein Transparent am Zaun des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021 - SNA
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Ein Transparent am Zaun des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

© SNA / Tim Meier

Protestbanner am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

Protestbanner am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021 - SNA
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Protestbanner am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

© SNA / Tim Meier

Solidaritätssignal aus dem linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

Solidaritätssignal aus dem linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021 - SNA
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Solidaritätssignal aus dem linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

© SNA / Tim Meier

Feuerlöscher gegen den Räumpanzer - Konfrontation am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

Feuerlöscher gegen den Räumpanzer - Konfrontation am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021 - SNA
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Feuerlöscher gegen den Räumpanzer - Konfrontation am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

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Einige Bewohnerinnen und Bewohner des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ verschanzten sich in den Bäumen, um der Räumung zu trotzen

Einige Bewohnerinnen und Bewohner des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ verschanzten sich in den Bäumen, um der Räumung zu trotzen - SNA
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Einige Bewohnerinnen und Bewohner des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ verschanzten sich in den Bäumen, um der Räumung zu trotzen

© SNA / Tim Meier

Einsatz eines Räumpanzers vor dem Wagenplatz des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am 15. Oktober 2021

Einsatz eines Räumpanzers vor dem Wagenplatz des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am 15. Oktober 2021 - SNA
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Einsatz eines Räumpanzers vor dem Wagenplatz des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am 15. Oktober 2021

© SNA / Tim MeierBaum weg, Zaun weg - teilweise mussten Äste als Teil der Barrikade entfernt werden
Baum weg, Zaun weg - teilweise mussten Äste als Teil der Barrikade entfernt werden - SNA
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Baum weg, Zaun weg - teilweise mussten Äste als Teil der Barrikade entfernt werden
© SNA / Tim MeierNach knapp 90 Minuten gelang der erste Durchbruch und die Polizei betrat das Gelände.
Nach knapp 90 Minuten gelang der erste Durchbruch und die Polizei betrat das Gelände.  - SNA
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Nach knapp 90 Minuten gelang der erste Durchbruch und die Polizei betrat das Gelände.
© SNA / Tim MeierDie zweite Durchbruchstelle gestaltete sich deutlich schwieriger.
Die zweite Durchbruchstelle gestaltete sich deutlich schwieriger. - SNA
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Die zweite Durchbruchstelle gestaltete sich deutlich schwieriger.
© SNA / Tim Meier

Zur „Befreiung“ der in den Bäumen befindlichen Personen wurde eine weitere Spezialtruppe gebraucht.

Zur „Befreiung“ der in den Bäumen befindlichen Personen wurde eine weitere Spezialtruppe gebraucht. - SNA
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Zur „Befreiung“ der in den Bäumen befindlichen Personen wurde eine weitere Spezialtruppe gebraucht.

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Zwei Bewohner des Wagenplatzes „Köpi“ werden abgeführt

Zwei Bewohner des Wagenplatzes „Köpi“ werden abgeführt - SNA
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Zwei Bewohner des Wagenplatzes „Köpi“ werden abgeführt

© SNA / Tim Meier

Kletterer der Bundespolizei, im Vordergrund ein Belagerungsturm am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

Kletterer der Bundespolizei, im Vordergrund ein Belagerungsturm am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021 - SNA
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Kletterer der Bundespolizei, im Vordergrund ein Belagerungsturm am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

© SNA / Tim MeierAugen zu und durch? Auch der zweite Eingang auf das Gelände muss mit Brachialgewalt geschaffen werden.
Augen zu und durch? Auch der zweite Eingang auf das Gelände muss mit Brachialgewalt geschaffen werden. - SNA
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Augen zu und durch? Auch der zweite Eingang auf das Gelände muss mit Brachialgewalt geschaffen werden.
© SNA / Tim MeierEin kurzer und schmaler Einblick in eine hart umkämpfte Zone
Ein kurzer und schmaler Einblick in eine hart umkämpfte Zone - SNA
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Ein kurzer und schmaler Einblick in eine hart umkämpfte Zone
© SNA / Tim MeierPause oder gar Feierabend? Der Stoßtrupp der Polizei zieht sich zurück.
Pause oder gar Feierabend? Der Stoßtrupp der Polizei zieht sich zurück. - SNA
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Pause oder gar Feierabend? Der Stoßtrupp der Polizei zieht sich zurück.
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Zaun des dahinterliegenden Wagenplatzes des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am 15. Oktober 2021

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Besetztes Haus des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am Morgen des 15. Oktober 2021

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Aufschrift „Hände weg!“ an der Giebelwand des besetzten Hauses des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

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Ein Transparent am Zaun des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

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Protestbanner am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

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Solidaritätssignal aus dem linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

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Feuerlöscher gegen den Räumpanzer - Konfrontation am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

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Einige Bewohnerinnen und Bewohner des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ verschanzten sich in den Bäumen, um der Räumung zu trotzen

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Einsatz eines Räumpanzers vor dem Wagenplatz des linksalternativen Wohnprojektes „Köpi“ in Berlin am 15. Oktober 2021

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Baum weg, Zaun weg - teilweise mussten Äste als Teil der Barrikade entfernt werden
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Nach knapp 90 Minuten gelang der erste Durchbruch und die Polizei betrat das Gelände.
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Die zweite Durchbruchstelle gestaltete sich deutlich schwieriger.
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Zur „Befreiung“ der in den Bäumen befindlichen Personen wurde eine weitere Spezialtruppe gebraucht.

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Zwei Bewohner des Wagenplatzes „Köpi“ werden abgeführt

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Kletterer der Bundespolizei, im Vordergrund ein Belagerungsturm am Zaun vor dem Wagenplatz des linksautonomen Berliner Wohnprojektes „Köpi“ am 15. Oktober 2021

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Augen zu und durch? Auch der zweite Eingang auf das Gelände muss mit Brachialgewalt geschaffen werden.
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Ein kurzer und schmaler Einblick in eine hart umkämpfte Zone
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Pause oder gar Feierabend? Der Stoßtrupp der Polizei zieht sich zurück.
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