Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Geringeres HIV-Ansteckungsrisiko? Dänische Studie entlarvt weitverbreiteten Beschneidungsmythos

© AFP 2021 / CHAIDEER MAHYUDDINBeschneidung/Zirkumzision
Beschneidung/Zirkumzision - SNA, 1920, 14.10.2021
Abonnieren
Die vom dänischen Statens Serum Institut (SSI) durchgeführten bahnbrechenden Untersuchungen widerlegen den Mythos, dass Beschneidung bei Männern angeblich das Risiko verringert, sich mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken.
Millionen von Säuglingen und Kindern werden in verschiedenen Teilen der Welt beschnitten – in der Hoffnung, dass dadurch das Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken, verringert wird. Die umfassende dänische Studie über sexuell übertragbare Infektionen, die auf 800.000 Männern basiert und sich über fast vier Jahrzehnte erstreckt, entlarvt diese Annahme.
Die auf den Daten von über 800.000 zwischen 1977 und 2003 geborenen dänischen Männern basierte Studie vom SSI ergab, dass beschnittene Männer weder ein höheres noch ein geringeres Risiko für eine HIV-Infektion haben, aber ein höheres Risiko für andere Geschlechtskrankheiten.
„Wir haben ein um 53 Prozent erhöhtes Risiko für beschnittene Menschen registriert, sich mit einer Geschlechtskrankheit anzustecken, und das Risiko war besonders in Bezug auf Genitalwarzen und Syphilis erhöht“, sagte Morten Frisch, ein Mitautor der Studie.
Hintergrund der dänischen Studie sei die aktuelle Entwicklung der Beschneidung in Afrika, hieß es. Auf der Grundlage früherer Studien aus Kenia, Uganda und Südafrika, die ein um 50 Prozent verringertes relatives HIV-Risiko bei beschnittenen jungen erwachsenen Männern nahelegten, wurden in den vergangenen Jahrzehnten Millionen von Jungen im Teenageralter in Afrika nicht rituell beschnitten. In den letzten Jahren haben immer mehr afrikanische Länder ihre Beschneidungsprogramme auf Säuglinge und kleine Jungen ausgeweitet.
„Die Annahme war wie folgt: Wenn die Beschneidung im Erwachsenenalter das Risiko eines Mannes verringert, sich mit HIV anzustecken oder an sonstigen Geschlechtskrankheiten zu erkranken, gilt dies wahrscheinlich auch für die Beschneidung in jungen Jahren. Das Problem ist, dass diese Annahme nie wissenschaftlich bewiesen wurde“, so Frisch.
Die neue dänische Studie steht im Einklang mit internationalen Studien. Zuvor wurde nur in zwei kleineren neuseeländischen Kohortenstudien die Bedeutung der Beschneidung von Jungen untersucht – es gab damals keine überzeugenden Beweise dafür, dass die Beschneidung von Jungen vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt.
Kinder mit VR-Brillen (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.06.2021
Forscher in Dänemark bringen Virtual-Reality-Spiel für mehr Impfungen zum Einsatz
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала