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Deutlich schwächeres Wachstum: Corona und Lieferengpässe bremsen Wirtschaft – Führende Institute

Wachstum (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.10.2021
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Deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Erwartungen für dieses Jahr nach unten korrigiert. Führende Forscher rechnen in Deutschland nun mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 2,4 Prozent, wie sie am Donnerstag mitteilten. Im Frühjahr hatten sie noch einen Zuwachs von 3,7 Prozent erwartet.
„Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist nach wie vor von der Corona-Pandemie gekennzeichnet“, teilen die Autoren in ihrer gemeinsamen Studie mit dem Titel „Krise wird allmählich überwunden – Handeln an geringerem Wachstum ausrichten“ mit. Eine vollständige Normalisierung „kontaktintensiver Aktivitäten“ sei kurzfristig nicht zu erwarten. Die Institute gehen davon aus, dass auch im Winter die Aktivität im Dienstleistungsbereich auch bei geringem Infektionsgeschehen unter dem sonst üblichen Niveau bleiben werde. Außerdem würden weiterhin Lieferengpässe die Industrie behindern. Erst im Verlauf des nächsten Jahres erwarten sie, dass die deutsche Wirtschaft wieder die Normalauslastung erreicht.
Laut der Gemeinschaftsprognose soll das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022 um 4,8 Prozent ansteigen. In ihrer Frühjahrsprognose gingen die Forscher noch von einem Plus von 3,9 Prozent für das Jahr 2022 aus.

Anstieg der Verbraucherpreise

Die Autoren der Gemeinschaftsprognose gehen zudem von einem Anstieg der Verbraucherpreise um 3 Prozent im laufenden Jahr aus sowie um 2,5 Prozent im Jahr 2022. Stark gestiegene Energiepreise hatten zuletzt die Inflation in der EU angetrieben. Die Verbraucherpreise kletterten im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,1 Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit.
Auch das Defizit der öffentlichen Haushalte soll laut der Prognose von 4,9 Prozent in Relation zum Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr auf 2,1 Prozent im kommenden Jahr zurückgehen.
Bauarbeiter (Symbolbild) - SNA, 1920, 07.10.2021
Stärkster Anstieg der Baupreise in Deutschland seit 51 Jahren
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), kommentierte auf Twitter die Ergebnisse der Gemeinschaftsdiagnose, an dem sein Institut beteiligt war: „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer schwierigen Situation. Der primäre Grund für die deutlich schwächer als erwartete Entwicklung ist die Pandemie.“ Der Schlüssel für eine nachhaltige Erholung der Wirtschaft sei weiterhin die Begrenzung von Covid-19, „was vor allem mehr Impfdosen aus Europa für ärmere Länder erfordert“, so Fratzscher. Höhere Zinsen, um eine „vermeintliche Inflation bei Energiepreisen“ zu bekämpfen, wären aus seiner Sicht kontraproduktiv.
Die Inflation in Deutschland werde für das gesamte Jahr 2021 drei Prozent betragen und nicht vier Prozent oder gar fünf Prozent, wie von manchen kolportiert werde. Auch ohne Anstieg der Leitzinsen würde das Preisniveau im Jahr 2022 auf 2,5 Prozent und 2023 auf 1,7 Prozent fallen – also unter die Marke der Preisstabilität, bemerkte der Forscher.
Die Gemeinschaftsdiagnose wird jährlich jeweils im Frühjahr und Herbst erstellt. An der Studie beteiligen sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung, das Ifo-Institut, das Institut für Weltwirtschaft, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und das RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung aus Essen.
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