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Star Wars? Bundeswehr braucht mehr militärische Weltraumaktivität – BAKS

© CC0 / GooKingSword / PixabayLichtschwert (Symbolbild)
Lichtschwert (Symbolbild) - SNA, 1920, 13.10.2021
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Die Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) fordert, dass sich die Bundeswehr mehr im Weltraum engagiert. Die Bundeswehr beteiligt sich schon seit einiger Zeit regelmäßig an US-Übungen für Weltraumkriege und hat kürzlich ein eigenes Weltraumkommando aufgestellt.
Was wie Science Fiction klingt, ist längst Realität: Die modernen Kriege werden auch im Weltraum ausgetragen. Einem Bericht von „German Foreign Policy“ zufolge sollen die militärischen Weltraumaktivitäten Deutschlands nach Willen der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) sogar noch weiter ausgebaut werden. Die Bundeswehr solle Fähigkeiten für Operationen im All bereitstellen, die Finanzierung sichern und qualifiziertes Fachpersonal gewinnen, fordert das militärpolitische Strategiezentrum der Bundesregierung in einem aktuellen Papier.
Die Aktivitäten im Weltraum nehmen stetig zu. Schätzungen zufolge sollen es bis 2030 mehr als 15.000 Satelliten sein, die die Erde umkreisen. Diese werden beispielsweise zur Überwachung von Industrieanlagen und zur Vernetzung autonom gesteuerter Autos genutzt, doch auch die staatlichen Aktivitäten im Weltraum nehmen zu. Damit gewinne auch der Schutz von sensiblen Angriffszielen an Bedeutung, erklärt „German Foreign Policy“. Laut BAKS-Papier sei die Abhängigkeit moderner „hochtechnologisierter Streitkräfte von weltraumbasierten Fähigkeiten“ klar gewachsen. "So sind ... die Einsätze der Bundeswehr mit Blick auf Kommunikation, Frühwarnsysteme, Aufklärung und Lagebild sowie Ortsbestimmung und Navigation in Echtzeit auf Satellitensysteme angewiesen", heißt es darin. Deutschlands "militärische Einsatz- und Handlungsfähigkeit" sei von der "freien Nutzung ... weltraumgestützte[r] Dienste abhängig".
Seit dem 13. Juli 2021 verfügt Deutschland über ein Weltraumkommando, dessen Aufgabe es ist, die Aktivitäten im All zu beobachten und gegebenenfalls Maßnahmen zum Schutz deutscher und anderer Satelliten durchzuführen. Sieben eigene Satelliten hat die Bundeswehr im All stationiert und auch der Bundesnachrichtendienst soll Spionagesatelliten erhalten.
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Mit der Erkenntnis der zunehmenden wirtschaftlichen, strategischen und militärischen Bedeutung des Weltraums steht Deutschland freilich nicht allein da, im Gegenteil. Bereits Ende 2019 haben die USA ihre Space Force aus der Air Force ausgegliedert. 2021 will die US-Regierung diese mit 17,5 Milliarden US-Dollar finanzieren und 27 Prozent davon für geheime Aktivitäten ausgeben. Auch Frankreich und Großbritannien haben eigene Weltraumkommandos gegründet. Wie „German Foreign Policy“ berichtet, werden weltweit längst auch offensive Operationen im All vorbereitet. Staaten wie China und die USA verfügten schon jetzt über die Fähigkeit, fremde Satelliten durch bodengestützte Raketen zu zerstören, es komme aber auch Blenden oder Zerstören von Sensoren mithilfe von Lasern in Betracht. Zudem können fremde Datensignale gestört oder überlagert werden. Die BAKS befürchtet in diesem Zusammenhang einen „Rüstungswettlauf“ im Weltraum „mit Konflikt- und Eskalationsgefahr“.
Dazu passen die Übungen für Weltraumkriege, die seit 2001 von den US-Streitkräften durchgeführt werden und an denen auch Deutschland und andere Staaten teilnehmen. Im vergangenen Jahr beteiligten sich an diesen sogenannten „Schriever Wargames“ laut „German Foreign Policy“ neben Deutschland und den USA auch Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Japan und Frankreich. Im März hätten sich zudem deutsche Soldaten an Europas erstem Weltraummanöver beteiligt, wo rund 60 Militärs aus verschiedenen Staaten Operationen gegen Satelliten fremder Mächte trainiert hätten.
Um mit den Entwicklungen schrittzuhalten, schlägt die BAKS neben dem Ausbau der militärischen Weltraumaktivität in Deutschland auch einen nationalen Weltraumrat vor, wo die vorhandenen Kapazitäten zusammengeführt und eine „gesamtstaatliche Strategiefindung“ ermöglicht werden sollen.
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