Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Türkische Gemeinde: Menschen mit Migrationsgeschichte bei Sondierung ignoriert

© AFP 2021 / Oliver BergAbstimmung bei einem Wahllokal (Symbolbild)
Abstimmung bei einem Wahllokal (Symbolbild) - SNA, 1920, 12.10.2021
Abonnieren
Die Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat sich enttäuscht darüber geäußert, dass die Interessen der Menschen mit Migrationsgeschichte bei den Sondierungsgesprächen nur wenig berücksichtigt werden. Das sei ein klarer Unterschied zu einer Zeit vor der Bundestagswahl, findet der Vorstand der Gemeinde.
Während die Beteiligten im Laufe der Sondierungen immer wieder den Begriff „Aufbruch“ verwenden, fällt es dem TGD-Vorstand schwer, daran zu glauben. Laut der Pressemitteilung vomDienstag spiegelt sich das darin wider, dass nur 83 Abgeordnete mit Migrationsgeschichte im Bundestag vertreten seien. In Deutschland haben aber 25 Prozent der Bevölkerung eine Migrationsgeschichte. Dieser Anteil von elf Prozent würde also „noch lange nicht für eine adäquate Repräsentanz“ reichen, hieß es.
Demonstranten mit Masken des SPD-Spitzenkandidaten der SPD, Grünen, und der  FDP posieren in Berlin am 11. Oktober 2021 - SNA, 1920, 11.10.2021
„Scheitern ist keine Option“: Ampel-Parteien setzen Sondierungsgespräche fort
Bei der Besetzung des Sondierungsteams sieht es laut der TGD noch schlechter aus: Hier habe keine der fast 30 beteiligten Personen der Ampel-Parteien von SPD, Grünen und FDP eine Migrationsgeschichte.
Neben einer personellen Veränderung wird aber auch eine inhaltliche benötigt, betont der TGD-Vorstand. „Wir haben gesehen, dass den Parteien und den Abgeordneten die Themen der Einwanderungsgesellschaft wichtig sind und im Vergleich zu 2017 auch noch wichtiger geworden sind“, bemängelt der TGD-Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu. Das sei aber vor der Wahl gewesen.
„Nach der Wahl dürfen diese Bereitschaft und dieser Wille zur Veränderung nicht plötzlich verschwinden“, so Sofuoglu.
Vorsitzende der Grünen Annalena Baerbock - SNA, 1920, 12.10.2021
Sondierungen: „Schulden-Streit“ zwischen FDP und Grünen – und Chancen für Deutschland
Für einen „echten Aufbruch“ fordert der andere TGD-Bundesvorsitzender, Atila Karabörklü, dass die nächste Bundesregierung mehr Rücksicht auf die Themen der Einwanderungsgesellschaft nehme. Dazu gehören unter anderem die Einrichtung eines Integrations- beziehungsweise Vielfaltsministeriums, die Verabschiedung eines bundesweiten Partizipationsgesetzes sowie die Möglichkeit zur schnelleren Einbürgerung und die Zulassung von Mehrstaatigkeit. „Alles andere ist blanke Realitätsverweigerung“, so Karabörklü.
„Wir beobachten die nächsten Wochen sehr genau und sind wirklich gespannt auf die Ergebnisse der Sondierung und der Koalitionsverhandlungen“.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала