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Preiswucher auf dem Gasmarkt? Moskau weist Vorwurf zurück

© SNA / Natalia SeliwerstowaMoskauer Kreml (Archivbild)
Moskauer Kreml (Archivbild)  - SNA, 1920, 12.10.2021
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Nach Angaben des russischen Außenministeriums bleibt Russland der verlässlichste Gaslieferant der EU. Mehrere westliche Medien hatten Russland wiederholt für die gegenwärtige Preislage auf dem europäischen Gasmarkt verantwortlich gemacht. Diese Vorwürfe hat der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow zurückgewiesen.
In einem BBC-Interview am heutigen Dienstag sagte Rjabkow, Russland weise die „schamlosen“ Vorwürfe, wonach es die Gaspreise durch Angebotsverknappung künstlich hochtreibe, zurück. „Wir waren und wir bleiben der verlässlichste und sicherste Lieferant natürlicher Rohstoffe“, so der russische Vize-Außenminister.
An die europäischen Länder richte die russische Führung den Vorschlag, „die simple Tatsache anzuerkennen, dass wir großen Wert auf die Energiesicherheit auf dem Kontinent legen“. Russland wolle mit der EU und seinen Nachbarländern zusammenarbeiten, „um Preissteigerungen, deren Zeugen wir sind, zu verhindern“.

Preisexplosion auf dem Gasmarkt

Vergangene Woche führte Russlands Präsident Wladimir Putin die zuletzt stark gestiegenen Gaspreise in Europa auf die europäische Energiepolitik zurück. Langfristige Verträge seien zugunsten des Handels an Rohstoffbörsen gekündigt worden. Doch um die mangelnden Gasvorräte in Europa vor der kalten Jahreszeit wieder auszugleichen, komme es nicht auf solche Spotmarktgeschäfte, sondern auf langfristige Pläne und Vereinbarungen an.
Gleichzeitig kündigte die russische Führung an, Gaslieferungen in den Westen erhöhen zu wollen. Wie bereits letzte Woche berichtet wurde, ist die russisch-europäische Gaspipeline Nord Stream 2 erstmals mit Gas befüllt worden. Nach Angaben des Pipeline-Betreibers Nord Stream 2 AG sei diese Erstbefüllung erforderlich, ehe der eigentliche Gastransport beginnen könne. Somit könnte noch diesen Monat erstmalig Erdgas über die Ostsee-Pipeline nach Deutschland transportiert werden. Allerdings läuft bei der Bundesnetzagentur noch ein Zertifizierungsverfahren zu Nord Stream 2, welches zur Erfüllung von EU-Vorschriften benötigt wird.
Die Fertigstellung von Nord Stream 2 - SNA, 1920, 07.10.2021
„Absurde Vorwürfe gegenüber Russland“ - Deutsche Wirtschaft verteidigt Gazprom und Nord Stream 2
Der Umgang der EU-Kommission mit der Ostsee-Pipeline ist stark umstritten. In der Kritik steht die Absicht Brüssels, das Projekt entgegen juristischen Auffassungen rückwirkend dem sogenannten Dritten Energiepaket zu unterwerfen. Dieser Maßnahmenkatalog der EU sieht unter anderem die Entflechtung von Pipelinebetreibern und Gasanbietern vor.
Zudem versuchten die Vereinigten Staaten mit Unterstützung mehrerer europäischer Länder (darunter Polen und die Ukraine), das russisch-europäische Pipelineprojekt zu verhindern. Die USA erhoben den Vorwurf, Moskau könne die Gasleitung als politische Waffe benutzen. Sowohl die russische Führung als auch die deutsche Bundesregierung erklärten jedoch mehrfach, Nord Stream 2 sei ein rein wirtschaftliches Projekt. Die Pipeline soll russisches Erdgas über die Ostsee nach Deutschland zur Weiterleitung in andere EU-Staaten transportieren und somit die Gasversorgung Europas sichern. Betreiber der Pipeline ist die Nord Stream 2 AG, eine Tochtergesellschaft des russischen Energiekonzerns Gazprom. Europäische Energiefirmen wie Shell, OMV, Uniper und Wintershall sind mit dreistelligen Millionenbeträgen am Projekt beteiligt.
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