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Мусор после проливных дождей в Бад-Нойенар-Арвайлере, Германия  - SNA, 1920
Hochwasser in Deutschland
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„Kaum zu glauben“: Flut-Gebiet um Ahrweiler wird ohne Hochwasserschutz aufgebaut

© AP Photo / Bram JanssenFlutkatastrophe in Deutschland
Flutkatastrophe in Deutschland - SNA, 1920, 12.10.2021
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Die Flut in der Region um Ahrweiler liegt schon einige Monate zurück. Die stark in Mitleidenschaft gezogene Gemeinde in Rheinland-Pfalz muss wiederaufgebaut werden. Ein Kommentar in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) berichtet über eklatante Fehler der Politik beim Wiederaufbau.
„Kaum zu glauben: Bei der Sanierung im Ahrtal fehlt es am Schutz vor künftigem Hochwasser. Eine Neuauflage der Katastrophe lässt sich mit den nun beschlossenen Maßnahmen zum Wiederaufbau kaum verhindern.“ Das kritiesiert ein Kommentar in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) am Dienstag.
Die Ahr war im Sommer übergelaufen. Laut der rheinland-pfälzischen Landesregierung dürfen „vorerst nur 34 Häuser im sogenannten Gefährdungsbereich nicht wieder aufgebaut werden. Die allermeisten Hausbesitzer erhielten die Gewissheit, dass sie an Ort und Stelle sanieren können“, sagte die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) dazu. Diese Entscheidung sollte die Bürger entlasten. Aber dies gelte nur auf den ersten Blick.
Tatsächlich ließe sich eine erneute Hochwasser-Katastrophe mit den derzeitigen Baubestimmungen „kaum verhindern“, so der Korrespondent der FAZ aus den Regionen Hessen und Rheinland-Pfalz

Rascher Wiederaufbau ohne Anpassung an Hochwasser

Häuser in der früheren Flut-Zone „ohne gravierende Schäden dürfen ohne Auflagen wiederaufgebaut werden, und dafür gibt es viel Geld. Eine hochwasserangepasste Wiederherstellung wird nur empfohlen“, so seine Kritik. „Davor hatten Wissenschaftler gewarnt. Sie raten dringend zu breit angelegten baulichen Anpassungen an Extremhochwasser, zudem zu umfassenden Maßnahmen auch im Straßenbau, in der Landwirtschaft, im Weinbau und nicht zuletzt zu großen Rückhaltebecken an den Zuflüssen der Ahr. Derlei drastische Schritte scheut die Politik. Das ist verständlich, denn der Wiederaufbau muss rasch gehen, andernfalls droht das Ahrtal zu verwaisen; das Baurecht setzt zusätzlich Schranken.“
Trotzdem hätte eine Förderung des Wiederaufbaus „zwingend an hochwasserangepasste Maßnahmen gebunden werden müssen“, so der Kommentar.
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Stattdessen sende die Politik ein widersprüchliches Signal an die Bürger:

„Ihr lebt nun im Überschwemmungsgebiet und müsstet gewarnt sein – aber wir kommen gerne dafür auf, alles so aufzubauen, wie es einmal war.“

Außerdem würden im ehemaligen Überschwemmungsgebiet die Menschen „kaum mehr eine Elementarversicherung abschließen können“, so ein weiterer Punkt.

Milliarden-Hilfen durch Wahlkampf?

Für den Wiederaufbau der Häuser erhalten Betroffene „nach heutigem Standard nun 80 Prozent, in Ausnahmefällen sogar 100 Prozent der Kosten. Die Regel gilt auch für Unternehmen, die zudem Einkommensausfälle erstattet bekommen. Dafür stellen Bund und Länder allein für das Ahrtal rund 15 Milliarden Euro bereit, das entspricht ungefähr einem Jahreshaushalt von Rheinland-Pfalz.“
Der Bundestagswahlkampf erkläre wohl diese enormen Summen. „Vielleicht will die Politik größeren Unmut verhindern, immerhin waren die Bürger nicht vor den Fluten gewarnt worden. Zudem fiel die Katastrophe in eine (Pandemie-)Zeit, in der der Staat für alles Mögliche einspringt.“ Allerdings, wird weiter kritisiert, sollte die Politik den Menschen deutlich machen, dass sie sich wappnen müssen und sich ein derartiges Ereignis jederzeit wiederholen könne.

Aufklärung der Flutkatastrophe

Ferner sei bei zukünftigen Tragödien ein „rasches Einschreiten der zuständigen Stellen“ geboten. „Die rheinland-pfälzischen Behörden waren in der Katastrophennacht über die zu erwartenden horrenden Pegelstände informiert, sie warnten und evakuierten aber nicht. Es starben 134 Menschen, mehr als 760 wurden verletzt.“
All das versuche nun ein Untersuchungsausschuss im Mainzer Landtag aufzuarbeiten. Dieser „sollte sich beeilen“, so der FAZ-Kommentar.
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