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AfD-Chef Meuthen: „Das ist kein Rückzug“

© REUTERS / POOLAfD-Politiker Jörg Meuthen
AfD-Politiker Jörg Meuthen - SNA, 1920, 12.10.2021
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AfD-Chef Jörg Meuthen hat am Montag seinen Rücktritt als Bundessprecher angekündigt. Im Interview mit „T-online“ verrät er seine Beweggründe und greift seine Gegner in der Partei offen an.
„Ich weiß natürlich, dass viele derjenigen, die sich heute nicht bei mir gemeldet haben, sich insgeheim freuen“, sagte AfD-Chef Jörg Meuthen am Dienstag gegenüber dem Nachrichtenportal „T-online“. „Doch deren Freude wird nicht von Dauer sein. Denn wenn sie glauben, jetzt seien sie mich los, irren sie. Die werden sehr schnell merken, dass ich nicht weg bin. Das ist kein Rückzug“, betonte er.
So könne er seine politische Arbeit auch fortsetzen, wenn er sich etwas zurücknehme. „Ich brauche kein Bundessprecheramt, um auf den Kurs der Partei Einfluss zu nehmen. Es ist wie beim Schachspiel: Wer nur angreift, verliert“, erklärte Meuthen. Seine Stimme werde hörbar bleiben.
Auf die Frage, was der Grund für seinen Rückzug aus der Parteispitze sei, sagte er: „Weder Parteien noch die Ämter, die man in ihnen bekleiden kann, sind ein Selbstzweck. Wer manisch an seinem Posten klebt, hat Demokratie nicht recht verstanden. Das konnte man zuletzt exemplarisch bei der Union studieren.“
Der AfD-Bundessprecher geht zudem davon aus, dass er auf dem Parteitag im Dezember auch wieder eine Mehrheit bekommen hätte. „Wer auch immer gegen mich angetreten wäre, den oder die hätte ich besiegt“, ist er davon überzeugt.

Meuthen gegen den Rechtsaußen-Strom

Meuthen hat am Montag angekündigt, sich bei der turnusmäßig anstehenden Neuwahl des Parteivorstandes im Dezember nicht mehr als Vorsitzender aufstellen zu wollen. Das hat der 60-Jährige in einem Rundschreiben mitgeteilt. Er hatte sich vor allem in den letzten zwei Jahren für einen gemäßigteren Kurs in seiner Partei eingesetzt. Dabei musste er sich immer wieder gegen Rechtsaußen-Positionen behaupten.
Der AfD-Vorsitzende erklärte im Interview, dass er zunächst gemeinsam mit seinem Parteikollegen und dem damaligen Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland den Ansatz vertreten habe, „möglichst viele Parteiströmungen zu integrieren und die Ränder zusammenführen“. Doch das habe sich nach dem sogenannten „Kyffhäuser Treffen“, dem Jahrestreffen des vom Verfassungsschutz beobachteten „Flügels“, im Jahr 2018 geändert. Dort habe er sich richtig unwohl gefühlt. „Wenn ein Berliner Landespolitiker sich vor Höcke verneigt, um eine Ehrennadel angesteckt zu bekommen, dann ist das eine Art von Führerkult, der nichts mit einer freiheitlich-demokratischen Partei zu tun hat. Kurz darauf hörte ich dann nicht mehr, der ‚Flügel‘ gehöre zur Partei, sondern der ‚Flügel‘ ist die Partei. Dann habe ich den Hebel umgelegt.“ Meuthen bedauert es, diese Entwicklung zu spät erkannt zu haben. „Anders als bei Gauland heißt mein Ansatz daher längst nicht mehr: ‚Einigkeit um jeden Preis‘“, so der Parteichef.
AfD-Politiker Jörg Meuthen - SNA, 1920, 11.10.2021
AfD-Vorsitz: Meuthen sieht von erneuter Kandidatur bei Parteitag ab
Damit hat er sich viele Gegner in den eigenen Reihen geschaffen. Offenbar auch in der Bundestagsfraktion. Bei der Pressekonferenz der AfD nach der Wahl wurden Meinungsunterschiede zwischen der Partei- und der Fraktionsspitze unter Alice Weidel und Tino Chrupalla im Hinblick auf die Bewertung der Wahlergebnisse deutlich. Während Meuthen das Bundestagswahlergebnis seiner Partei bemängelte, lobten die beiden Fraktionschefs diese.
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