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SD-Karte in Sandwich: Kerntechnik-Ingenieur in USA wegen Spionageverdachts festgenommen

© AP Photo / Chief Petty Officer Amanda GrayDas nuklear getriebene U-Boot USS Missouri (SSN 780) der Virginia-Klasse
Das nuklear getriebene U-Boot USS Missouri (SSN 780) der Virginia-Klasse  - SNA, 1920, 11.10.2021
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Ein Nukleartechnik-Ingenieur und seine Ehefrau sind in den USA nach Angaben des US-Justizministeriums festgenommen worden. Die Beschuldigten, denen Spionage für eine ausländische Regierung vorgeworfen wird, sollen tatsächlich mit einem verdeckten FBI-Agenten kommuniziert haben.
Demnach verhafteten die US-Bundesermittlungsbehörde FBI und die Strafverfolgungsbehörde der US-Marine (NCIS) am Samstag in Jefferson County, US-Bundesstaat West Virginia, Jonathan und Diana Toebbe, beide aus Annapolis, US-Bundesstaat Maryland.
Der 42-jährige Kerntechnik-Ingenieur soll Informationen aus dem Bereich der Konstruktion von Kriegsschiffen mit Nuklearantrieb, die als Daten mit eingeschränktem Zugang („Restricted Data“) eingestuft sind, mit Unterstützung seiner Frau im Laufe eines Jahres an eine Person verkauft haben, die von dem Ehepaar als ein Vertreter einer ausländischen Macht wahrgenommen worden sei. Tatsächlich sei ein Undercover-Agent des FBI in dieser Rolle aufgetreten.
Jonathan Toebbe sei ein Mitarbeiter des Marineministeriums, der als Nukleartechnik-Ingenieur dem Kernenergieprogramm der U.S. Navy, auch bekannt als Naval Reactors, angehört habe, heißt es in einer Mitteilung, die auf der Webseite des US-Justizministeriums am Sonntag veröffentlicht wurde.
Er habe eine aktive Sicherheitsfreigabe innerhalb des US-Verteidigungsministeriums gehabt, die ihm den Zugriff zu Daten mit eingeschränktem Zugang gewährt habe. Toebbe habe Zugang zu den Informationen über Nuklearantriebe der Kriegsschiffe gehabt, einschließlich sensibler Elemente der Konstruktion, Betriebsparameter und Leistungseigenschaften der Reaktoren der nuklear angetriebenen Kriegsschiffe.
Am 1. April 2020 soll Toebbe ein Paket an eine ausländische Regierung geschickt haben, das eine Sammlung von Daten mit eingeschränktem Zugang und Anweisungen zum Aufbau einer geheimen Beziehung zum Erwerb weiterer vertraulicher Daten enthalten habe. Das Paket habe eine Absenderadresse in Pittsburgh, US-Bundesstaat Pennsylvania, gehabt.
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Später habe Toebbe mehrere Monate lang mithilfe von verschlüsselten E-Mails mit einer Person kommuniziert, von der er annahm, sie sei ein Vertreter einer ausländischen Regierung. Es gibt in der Mitteilung keine Angaben dazu, um welche ausländische Macht es sich dabei handelte. Schließlich sei eine Vereinbarung über den Verkauf von eingeschränkten Daten im Tausch gegen Tausende von US-Dollar in Kryptowährung erzielt worden.
Am 8. Juni 2021 habe der FBI-Agent 10.000 US-Dollar in Kryptowährung an Jonathan Toebbe als Zeichen des „guten Glaubens“ geschickt. Am 26. Juni seien Jonathan und Diana Toebbe zu einem Ort in West Virginia gereist, wo der Kerntechnik-Ingenieur eine SD-Karte in einem Butterbrötchen versteckt habe. Das „Sandwich“ sei an einem vorher vereinbarten Ort platziert worden. Diana Toebbe habe dabei Wache gestanden.
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Toebbe habe später eine Zahlung von 20.000 US-Dollar in Kryptowährung bekommen und im Gegenzug per E-Mail einen Entschlüsselungsschlüssel für die Speicherkarte geschickt. Eine Überprüfung der SD-Karte habe ergeben, dass sie vertrauliche Daten in Bezug auf U-Boot-Kernreaktoren enthalte.
Am 28. August habe Toebbe erneut eine SD-Karte an seinen Ansprechpartner übergeben – diesmal im Osten des US-Bundesstaates Virginia. Die Speicherkarte sei damals in einer Kaugummiverpackung versteckt worden.
Das FBI habe eine Zahlung im Wert von 70.000 US-Dollar in Kryptowährung an Toebbe getätigt und erneut einen Entschlüsselungsschlüssel für die Karte bekommen, die ebenfalls Daten mit eingeschränktem Zugang enthalten, die U-Boot-Kernreaktoren betroffen hätten.
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Jonathan und Diana Toebbe seien von FBI-Mitarbeitern am 9. Oktober verhaftet worden, nachdem Jonathan eine weitere SD-Karte an einem vorher vereinbarten Ort in West Virginia platziert hatte.
Gegen die Toebbes sei eine Strafanzeige wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Atomic Energy Act gestellt worden. Das Ehepaar solle am Dienstag erstmals einem Bundesgericht in Martinsburg, West Virginia, vorgeführt werden.
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