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Hakenkreuz mit „Heil“ kommentiert: Grüne-Jugend-Sprecherin bedauert Tweet aus dem Jahr 2015

© AFP 2021 / Angelos TzortzunisHakenkreuz (Symbolbild)
Hakenkreuz (Symbolbild) - SNA, 1920, 11.10.2021
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Die neugewählte Bundessprecherin der Grünen Jugend, Sarah-Lee Heinrich, hat einen vor Jahren auf dem damaligen Account veröffentlichten Tweet bedauert. 2015 soll sie „Heil“ unter einen Tweet mit Hakenkreuz geschrieben haben, woran sie sich momentan aber nicht wirklich erinnern kann.
„Ich wurde gerade auf einen Tweet aufmerksam, in dem mein Account im Jahr 2015 ‚Heil‘ unter einen Tweet mit Hakenkreuz kommentierte“, schrieb die 20-Jährige am Sonntag auf Twitter. Sie könne sich nicht erinnern, jemals einen solchen Tweet abgesetzt zu haben – aber das mache es nicht besser. „Das war maximal dumm und unangebracht.“
Heinrich betonte, sie sei Teil einer antifaschistischen Jugendorganisation, weswegen dieser Tweet in keiner Weise ihre Position wiederspiegle. Es tue ihr wirklich leid, einen solchen Tweet jemals abgesetzt zu haben, offenbart die Sprecherin. Der Tweet wurde inzwischen gelöscht.
Sarah-Lee Heinrich und Timon Dzienus waren am Samstag zu den neuen Bundessprechern der Grünen Jugend gewählt worden. Die Sozialwissenschafts-Studentin Heinrich erhielt beim Bundeskongress der Nachwuchsorganisation in Erfurt 93,84 Prozent der Stimmen.
Schon vor ihrer Äußerung zu dem „Heil“-Tweet hatte Heinrich auf Twitter beklagt, dass seit ihrer Wahl Rechte versuchten, Shitstorms gegen sie hochzuziehen.

„Haben wohl Bammel vor einer schwarzen, linken Frau“, so Heinrich.

Die Aktivistin verweist dabei darauf, dass bei den Screenshots von Tweets „mit Absicht“ eine Sache rausgenommen werde – nämlich, dass sie von 2014/2015 seien, kritisierte sie. Da sei sie 13/14 Jahre alt gewesen. In diesem Zusammenhang forderte sie:
„Messt mich und kritisiert mich gern an meinen Positionen und meiner politischen Arbeit. Ich werde mich jetzt nicht zu allem erklären, was ich mal so mit 14 gedacht und gesagt habe, das verlange ich auch von niemandem“.
Abschließend schrieb Heinrich: „Ihr dürft meine Story gern in Zukunft am Küchentisch und in der Schule als Abschreck-Beispiel verwenden“, damit junge Menschen lernten, verantwortungsbewusst mit dem Internet umzugehen.

Reaktionen der Twitter-Nutzer

Mittlerweile kursierten Screenshots von alten Tweets von ihr, „die zum Teil vulgär oder beleidigend sind“. Auch der gelöschte Tweet tauchte in den Kommentaren auf:
Ein Twitter-Nutzer kommentierte die alten Tweets aus den Screenshots dahingehend, dass er „ziemlich entsetzt“ über einige Äußerungen der Aktivistin, die inzwischen wohl gelöscht seien, gewesen sei. Weiter schreibt er:
„Damit musst Du aber rechnen, wenn Du Dich in so eine Position wählen lässt. Ansonsten: Glückwunsch zur Wahl!“
Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt zeigte sich am Sonntag in diesem Zusammenhang verständnisvoll und twitterte auf Heinrichs Kommentar:
Die Reaktionen der anderen Twitter-Nutzer fielen unterschiedlich aus. Ein Nutzer etwa verglich die Aktivistin mit dem jüngst „zurecht verurteilten KZ-Aufseher“, der sich vor Gericht ebenso unwissend gestellt hat:
Weitere Kommentatoren verwiesen darauf, dass das Alter keine Rechtfertigung für eine solche Verfehlung sei.
Eine andere Kategorie der Twitter-Nutzer schrieb dabei sarkastische Kommentare von wegen „Wählen mit 16??“, indem sie allem Anschein nach – mit Blick auf die unbedachte Handlung Heinrichs – die 16-Jährigen noch nicht als reif und verantwortungsbewusst genug für die Wahlbeteiligung erachten.
Die, die sich auf die Seite Heinrichs gestellt haben, sprachen ihr die Unterstützung zu – wie etwa der Nutzer Sᴄʜᴇᴜʀᴇᴋᴀ, der ihren Kommentar auf die für die meisten Kinder typischen unbedachten Fehler zurückführte und die Aktivistin aufrief, sich nicht dafür zu rechtfertigen:
„Wir haben alle viel Mist in unserer Kindheit/Jugend gesagt und getan. Jede*r hat mit Extremen Erfahrung gesammelt, Sarkasmus und Ironie ausprobiert, gegenteilige Ansichten übernommen usw... das gehört zu Bildung der eigenen Persönlichkeit. Der Unterschied ist, du bist so jung, dass dein Prozess der Persönlichkeitsbildung in manchen Punkten digital gespeichert ist. Der braune Mob springt auf das an und freut sich darüber, dich in Erklärungsnot zu bringen. Lass das lieber. Keiner glaubt du wärst jemals eine Faschistin gewesen.“
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