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Bergbau im All: Zehn Billionen Euro an Metallen auf erdnahem Asteroiden

CC BY-SA 2.0 / Jerry Lai / Milky Way in Hehuan Mountain Milchstraße im Hehuan-Berg
  Milchstraße im Hehuan-Berg - SNA, 1920, 11.10.2021
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Der erdnahe Asteroid „1986 DA“ enthält mehr Eisen, Nickel und Kobalt als die Metallreserven der Erde. Ihr Wert soll bei über zehn Billionen Euro liegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse. In der Zukunft könnten die Metalle zur Erde gebracht werden. Allerdings birgt der Ansatz auch Konfliktpotenzial.
Der klassische Bergbau zapft, wie der Name schon andeutet, Berge an, um an wertvolle Metalle zu kommen. Indessen ist Erdgestein nicht die einzige Quelle für solche Materialien. Auf Asteroiden, die das Weltall durchstreifen, finden sich auf Erden begehrte Metalle häufig gleichfalls große Mengen. Allerdings ist der sogenannte Weltraumbergbau, bei dem Ressourcen auf solchen Himmelskörpern gewonnen werden, bislang aus technischen Gründen Zukunftsmusik.

Mehr Eisen, Nickel und Kobalt als auf der Erde

Wenn die Technik aber einmal da ist, könnte es sich auch lohnen, wie neue Berechnungen zeigen. Konkret geht es um die zwei erdnahen Asteroiden „1986 DA“ und „2016 ED85“, die Forscher mithilfe von Spektralanalyse uter die Lupe genommen hatten und die „mögliche Ziele für künftigen Asteroidenbergbau“ sein könnten. Bei „1986 DA“ konnte auch der Wert der enthaltenen Metalle ermittelt werden: Dieser soll bei über 10 Billionen Euro oder 11,65 Billionen US-Dollar liegen.
Der Himmelskörper soll laut Darstellung wahrscheinlich mehr Eisen, Nickel und Kobalt enthalten als die gesamten Metallreserven der Erde. Der Asteroid ist mit etwa drei Kilometern Durchmesser für einen solchen Gehalt verdächtig klein. Den Forschern zufolge soll er denn auch zu 85 Prozent aus Metallen und lediglich zu 15 Prozent aus Gestein bestehen – was eine recht einfache Gewinnung der Metalle verspricht, wenn denn die nötige Technik den Asteoriden dereinst erreichen lernt.
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75-facher Abstand Mond-Erde

Das ist zwar ein „verschwindend geringer“ Wert im Vergleich zum Asteroiden „16 Psyche“, der irrtümlicherweise auch als Gold-Asteroid in den Medien bezeichnet wurde und zu dem die US-Raumfahrtagentur Nasa im Jahr 2022 eine Erkundungsmission starten will. Dieser wird auf rund sagenhafte 600 Trillionen Euro geschätzt. Aber dafür ist „1986 DA“ auch ein realistisches Ziel für Bergbauaktivitäten. Denn sein nächster Abstand zur Erde beträgt 29 Millionen Kilometer oder den 75-fachen Abstand zum Mond, während es bei „16 Psyche“ knapp 550 Millionen Kilometer sind.

Gesetze zu Weltraumbergbau

Bestimmte Länder wollen bei der Gesetzgebung auf die entsprechende Technik nicht warten. Hier sind einige Staaten bereits vorgeprescht, um das zu regeln, was erst in der Zukunft den Bergbau revolutionieren könnte. Dazu gehört der „Space Act“ der USA aus dem Jahr 2015 sowie das Weltraumressourcengesetz des kleinen europäischen Staats Luxemburg aus dem Jahr 2017. Auch in Deutschland will man in der Sache Rechtssicherheit schaffen, weshalb sich der Bundesverband der Deutschen Industrie seit 2018 für die Thematik einsetzt. China bleibt ebenfalls nicht untätig und hat bereits im April 2021 einen Mini-Bergbauroboter ins Weltall geschickt, der Weltraumschrott einsammeln und Asteroiden-Bergbau im Kleinen betreiben soll.

Weltall für USA kein „globales öffentliches Gut“

Es bleibt die Frage, wie die internationale Gemeinschaft letztlich den Zugang zum Weltall als Ressourcenstätte regeln wird. Ein Präsidentenerlass aus dem April 2020 unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump sorgte nicht überall für Begeisterung. In dem Erlass ermutigte Trump die US-Raumfahrt, Ressourcen wie Wasser und gewisse Mineralien im Weltall zu nutzen. Gleichzeitig hieß es im Dokument recht klar, dass die USA das Weltall nicht als „globales öffentliches Gut“ ansehen. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Wer zuerst kommt, malt zuerst.
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Neuer Kolonialismus?

Der Erlass geschah vor dem Hintergrund eines neuen „Space Race“ zum Mond, auf dem neben den USA auch Russland und China feste Basen errichten wollen und zog Kritik von russischer Seite nach sich. Der Chef für internationale Zusammenarbeit bei der Raumfahrtagentur Roskosmos, Sergej Saweljew, verglich dieses Vorgehen daraufhin mit Kolonialismus. Saweljew sieht darin einen Versuch, das Weltall an sich zu reißen und in agressiver Manier Planeten zu übernehmen. Wenn alle Staaten mit solchen Regelungen nachziehen, scheinen Konflikte im Weltall vorprogrammiert.
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