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Kanadier gibt sich als IS-Kämpfer aus – und erzählt jahrelang erfundene Terrorismusgeschichten

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IS-Flagge - SNA, 1920, 10.10.2021
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Ein heute 26 Jahre alter Kanadier soll seit 2016 fabrizierte Geschichten über seinen angeblichen Dienst als Kämpfer und Henker des „Islamischen Staates“ (IS)* in Syrien gegenüber zahlreichen Medien und in sozialen Netzwerken erzählt haben. Am Freitag gab er seine Schuld vor Gericht zu. Darüber berichtete die Zeitung „The New York Times“ (NYT).
Shehroze Chaudhry, bisher als Abu Huzaifa al-Kanadi bekannt, habe am Freitag vor Gericht zugegeben, Geschichten über den Dienst als IS-Kämpfer und -Henker erfunden zu haben, bestätigte das Blatt.
Allerdings haben die kanadischen Behörden die Anklage gegen ihn wegen Betrugs mit terroristischer Bedrohung zurückgezogen, weil die ganze Geschichte angeblich „ein Fehler aufgrund der Unreife, keine ominöse und schon gar keine kriminelle Absicht“ gewesen sei, verwies die Zeitung auf den Gerichtsbeschluss.

US-Podcast-Serie „The Caliphate“

Chaudhry war von April bis Juni 2018 der Protagonist der NYT-Podcast-Serie „The Caliphate“ (dt. „Das Kalifat“). In der Serien-Reihe wurde die Geschichte über die Radikalisierung eines jungen Kanadiers geschildert, der nach Syrien gegangen war, sich dem Islamischen Staat angeschlossen hatte und zum Henker für die extremistische Gruppe wurde.
Die für die Serie verantwortliche Journalistin und deren Produzent sprachen darüber, wie der IS funktioniert und wie sich die Schicksale der Menschen entwickeln, die im IS landen.
In fünf Folgen erzählte Chaudhry darüber, wie er sich 2014 der Terrororganisation angeschlossen hatte, und beschrieb detailliert die brutalen Hinrichtungen von Gefangenen, die er angeblich begangen hatte. Er behauptete auch, dass IS-Kommandeure ihm und anderen Kämpfern ausführlich erklärt hätten, wie man Terroranschläge plant.
Im vergangenen Jahr wurde Chaudhry in Kanada festgenommen. Nach seiner Verhaftung haben die Serien-Produzenten die „Caliphate“-Serien einer Überprüfung unterzogen und festgestellt, dass es keine Beweise für Herrn Chaudleys Geschichten und die angeblich begangenen Gräueltaten gebe, wie er diese im Podcast beschrieb.
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Angeblicher Terrorist festgenommen

Im Jahr 2018 hatten diese Podcasts sowie andere „Geschichten“ im kanadischen Parlament für einen politischen Sturm unter Oppositionsparteien gesorgt, die die Regierung des Premierministers, Justin Trudeau, wiederholt dafür verantwortlich gemacht hatten, dass der mutmaßliche Mörder immer noch auf freiem Fuß gewesen sei – bis Chaudhry im Jahr 2020 schließlich in Gewahrsam genommen wurde.
Zur Last wurde ihm jedoch nicht die Anhängerschaft der Terrororganisation gelegt, sondern die Verfälschung der Information über die vermeintliche Terrorgefahr.
Während der Untersuchung stellte sich jedoch heraus, dass die Fotos, die er in sozialen Netzwerken veröffentlicht hatte, von anderen Personen aufgenommen wurden und Chaudhry selbst all die Jahre in einem Familienrestaurant in Kanada gearbeitet hat. Außerdem soll er nie in Syrien gewesen sein. Diese Informationen wurden vom „Terroristen“ selbst bestätigt. Chaudhry erklärte vor Gericht, dass er seine Lüge bereue und nur sein Studium abschließen möchte.
Die kanadischen Staatsanwälte willigten ein, die Anklage gegen den Kanadier zurückzuziehen. Nun muss er nur noch eine Kaution in Höhe von 10.000 Dollar zahlen. Sie verfällt, sollte Chaudhry gegen die Auflagen verstoßen.
*Terrorvereinigung, in Deutschland und Russland verboten
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