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Deutschland entschädigt jüdische Blockade-Opfer – Sacharowa kritisiert Diskriminierung

© SNA / Pressedienst des Außenministeriums RusslandsSprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa (Archivfoto)
Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa (Archivfoto) - SNA, 1920, 10.10.2021
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Die Bundesregierung wird den noch lebenden jüdischen Opfern der Blockade von Leningrad eine monatliche Entschädigung zahlen. Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat die Entscheidung auf ihrer Facebook-Seite kritisiert und Berlin wiederholt aufgerufen, auf den Prinzipien „der Nichtdiskriminierung, Gerechtigkeit und Moral“ zu handeln.
Die Bundesregierung hat beschlossen, den Juden, die die Leningrader Blockade überlebt haben, eine Rente in Höhe von 375 Euro monatlich zu zahlen. Das erklärte am Mittwoch die Organisation „Claims Conference“, die Programme für Zahlungen an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung verwaltet.
Zu den 6500 Juden, die zum Erhalt solcher Zahlungen berechtigt sind, gehören nicht nur Blockade-Opfer, sondern auch diejenigen, die Zuflucht vor Verfolgung in Frankreich und Rumänien fanden.

Sacharowa: Man sollte zwischen den Opfern nicht unterscheiden

Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, hat die Maßnahme auf Facebook kritisiert.
„Schon seit mehreren Jahren haben wir uns an unsere deutschen Partner gewandt, die Entschädigung ausschließlich an die jüdischen Opfer der Blockade gezahlt haben“, so Sacharowa.

„Wir haben sie dazu aufgefordert, nicht zwischen den Menschen zu unterscheiden, die durch diese Ereignisse gleichermaßen gelitten haben.“

Sie fügte hinzu, Berlin sollte „in Anerkennung seiner Verantwortung eine Lösung finden, die auf den Prinzipien der Nichtdiskriminierung, Gerechtigkeit und Moral beruht, ohne sich hinter pseudojuristischen Ausreden zu verstecken.“ Russlands Bitten seien jedoch „konsequent abgelehnt“ worden.
Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (Archivfoto) - SNA, 1920, 08.10.2021
Hass gegen Juden ist „Schande“ für Deutschland – Lambrecht zum zweiten Jahrestag des Halle-Anschlags
Am 17. September 2021 hatte Wladimir Putin ein Dekret unterzeichnet, welches eine Einmalzahlung von 50.000 Rubel (umgerechnet rund 600 Euro) an die Verteidiger und Einwohner des belagerten Leningrads (heute St. Petersburg) vorsieht. Die Initiative steht im Zusammenhang mit dem 80. Jahrestag der Eröffnung der sogenannten „Straße des Lebens“ - der Fluchtroute über den Ladogasee, über die zwischen 1941 und 1944 immer wieder Bewohner des von der deutschen Wehrmacht belagerten Stadt in Sicherheit gebracht wurden. Auch wurden auf diesem Weg Versorgungsgüter, darunter vor allem Lebensmittel, in die Stadt gebracht.
Die Blockade endete am 27. Januar 1944. Historikern zufolge starben in der Zeit mehr als eine Million Menschen. Im Frühjahr dieses Jahres zählten die Sankt Petersburger Behörden noch mehr als 63.000 „Blokadniki“, wie die Überlebenden des Verbrechens genannt werden.
Leningrader Blockade, 1942 - SNA, 1920, 08.09.2021
Petersburg erinnert an Beginn der Stadtblockade durch Hitler-Truppen vor 80 Jahren
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