Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Gelber Anstecker für Vakzinierte: Initiatoren wecken mit Impfaktion Erinnerungen an Drittes Reich

© REUTERS / Jon NazcaImpfstoff von US-Konzern Johnson & Johnson
Impfstoff von US-Konzern Johnson & Johnson - SNA, 1920, 09.10.2021
Abonnieren
Mit einer eigenartigen Impfaktion haben die Initiatoren in der nordrhein-westfälischen Stadt Moers wohl über das Ziel hinausgeschossen: Als Belohnung für die Corona-Impfung sollten die Einheimischen einen gelben Anstecker bekommen. Einen Hollywood-Star erinnerte die Aktion jedoch an ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte.
Impfen? Ja Bitte! Ich bin geimpft“ – so lautet die Überschrift auf dem knallgelben Anstecker mit einer roten Spritze in der Mitte, den alle Geimpften nach dem Plan der Initiatoren in Moers erhalten sollten.
Die Idee scheint aber nicht aufgegangen zu sein und sorgte bei zahlreichen Internetnutzern für Aufregung. Kritik an der Aktion kam auch aus den USA. Als einer der Ersten reagierte Hollywood-Star James Woods auf Twitter:

„Gelbe Abzeichen in Deutschland...Wird Geschichte hier nicht länger gelehrt?“, schrieb er.

Der Schauspieler, der unter anderem durch die Fernseh-Serie „Holocaust“ (1978) und den Film „Casino“ (1995) berühmt wurde, fühlte sich, wie auch andere Twitter-Nutzer, an die gelben „Judensterne“ im Dritten Reich erinnert, die damals für die Ausgrenzung von Juden eingesetzt wurden.
Zensur (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.10.2021
#allesaufdentisch: Mit Netz-Projekt für Meinungsfreiheit zum Thema Corona

Aktion weckt zwiespältige Assoziationen

Gegenüber der „Bild“-Zeitung äußerte einer der Initiatoren, Guido Lohmann, sein Bedauern:
„Dass die Assoziation jetzt entsteht, verstehe ich. Das ist mir sehr unangenehm und ich bedauere es.“
Daran hat ihm zufolge bei der Vorbereitung der Aktion niemand gedacht.
Der Vorsitzende des Initiativkreises Moers hatte gemeinsam mit einer Sozialeinrichtung und einem Apotheker 2000 von den Ansteckern drucken lassen und die Aktion am Montag vorgestellt.
Ferner beteuerte Lohmann die gute Absicht des Plans: Mit den Farben und dem Slogan habe man sich an der „Atomkraft, nein Danke“-Bewegung orientiert. Gegenüber dem Blatt sagte er weiter:
„Wir wollten niemanden diskriminieren oder ausgrenzen, sondern die Menschen positiv zum Impfen motivieren. Sollte sich jemand beleidigt fühlen, stehe ich zum Gespräch bereit.“
Die Anstecker wurden inzwischen entsorgt und die Aktion damit eingestellt.
In jüngster Vergangenheit haben die sogenannten „Querdenker“ bei Anti-Corona-Demonstrationen mit gelben Impfsternen mit der Überschrift „Ungeimpft“ viel Kritik auf sich gezogen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала