Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde
 - SNA, 1920
Afghanistan
Aktuelle Nachrichten aus Afghanistan

Ex-Leibwächter enthüllt: Ghani soll mit Hunderten Millionen Dollar geflohen sein

© AP Photo / Alex BrandonAfghanistans Präsident Aschraf Ghani
Afghanistans Präsident Aschraf Ghani  - SNA, 1920, 09.10.2021
Abonnieren
Neue Details über die spektakuläre Flucht des ehemaligen Präsidenten von Afghanistan Aschraf Ghanis sind ans Licht gekommen: Der ehemalige Chef der Leibwache behauptet, Aufnahmen von Überwachungskameras aus dem Präsidentenpalast zu haben. Diese sollen angeblich bestätigen, dass Ghani mit Hunderten Millionen Dollar aus dem Land geflohen war.
Der zurzeit aus Angst vor den militant-islamistischen Taliban*, die Afghanistan unter ihre Kontrolle gebracht haben, untergetauchte ehemalige Chef der Leibwache des Präsidenten, Piraz Ata Scharifi, bestätigte gegenüber dem Portal „Daily Mail“, dass er eine CCTV-Aufnahme aus dem Palast habe, die zeige, dass ein Angestellter der Afghan-Bank Ghani viel Geld gebracht habe, bevor er gegangen sei.
„Hunderte Millionen, vielleicht Milliarden Dollar. Es gab viele große Taschen und sie waren schwer. Es war kein Reis“, erklärte Scharifi.
Dieses Geld sollte laut dem ehemaligen Leiter der Leibwache für den Devisenmarkt bestimmt sein: „Jeden Donnerstag wurden Dollars zu diesem Zweck gebracht.“ Ghani habe am Endegewusst, so Scharifi weiter, was passieren würde, also „nahm er das ganze Geld und floh“.
„Ich hätte nie gedacht, dass er das tun würde. Aber ich habe die Beweise, die ich teilen werde, sobald ich an einem sicheren Ort bin“, versprach der Ex-Leibwächter.

„Sie sind einfach geflohen und haben mich zurückgelassen“

Scharifi berichtete gegenüber dem Portal auch weitere Details über den für Afghanistan schicksalhaften Tag, den 15. August.
Er sei vor dem Präsidenten zum Verteidigungsministerium gegangen, um über die Verteidigung Kabuls (gegen die vorrückenden Taliban – Anm. d. Red.) zu sprechen. „Eine meiner Aufgaben bestand darin, die Wachmannschaften des Ministeriums zu entwaffnen, bevor der Präsident zu seiner Sicherheit eintraf“, sagte er und fügte hinzu:
„Wir haben dort auf den Präsidenten gewartet. Aber dann bekam ich einen Anruf, dass der Präsident anstatt zum Verteidigungsministerium zu kommen, zum Flughafen gefahren sei“.
Scharifi bestätigte weiter, dass der Verteidigungsminister sowie Ghanis ganze Familie und Umgebung letztendlich geflohen seien. Aber nicht der General und andere Beamte, die dem inneren Kreis nicht ganz so nahe gestanden haben, wie sie gedacht hätten, so der ehemalige Leibwächter weiter.
„Der Präsident hat uns nie gesagt, dass er geht“, sagte er und fügte gleich hinzu: „Sie sind einfach geflohen und haben mich zurückgelassen.“

Angeblich in Vereinigte Arabische Emirate geflohen

Anfang August hatte die radikal-islamistische Organisation Taliban ihreOffensive gegen die Regierungstruppen in Afghanistan intensiviert und bereits am 15. August die Hauptstadt Kabul eingenommen. Der Präsident des Landes, Aschraf Ghani, floh aus dem Land in die Vereinigten Arabischen Emirate und legte sein Amt nieder. Am Tag darauf erklärten die Taliban den Krieg in Afghanistan für beendet.
Ghani wurde unter anderem der Diebstahl von 169 Millionen Dollar (umgerechnet ca. 144 Millionen Euro) an staatlichen Mitteln vorgeworfen. Nach seiner Flucht veröffentlichte er eine Erklärung auf Twitter, in der er betonte, es sei nie seine Absicht gewesen, „das Volk im Stich zu lassen“. Er habe fliehen müssen, um eine Wiederholung der heftigen Kämpfe von der Zeit des Bürgerkrieges in den 1990er-Jahren in Kabul zu verhindern und sechs Millionen in der Hauptstadt lebende Bürger zu schützen.
Ghani wies zudem Vorwürfe zurück, Kabul mit „Millionen Dollar, die dem afghanischen Volk gehören“, verlassen zu haben: „Diese Beschuldigungen sind vollständig und kategorisch falsch.“ Er erklärte unter anderem seine Bereitschaft, sich „jeder unabhängigen Untersuchung“ zu stellen.
Afghanistans Präsident Ashraf Ghani - SNA, 1920, 03.10.2021
Afghanistan
Was ist mit Ghani? Augenzeuge enthüllt neue Details über Flucht des afghanischen Ex-Präsidenten
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала