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„Säule der Schande“: Universität von Hongkong will Tiananmen-Skulptur entfernen

© AFP 2021 / ISAAC LAWRENCEDie "Säule der Schande": Skulptur zur Erinnerung an die Opfer der Niederschlagung der Massenproteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking 1989, die auf dem Gelände der Universität von Hongkong aufgestellt ist
Die Säule der Schande:  Skulptur zur Erinnerung an die Opfer der Niederschlagung der Massenproteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking 1989, die  auf dem Gelände der Universität von Hongkong aufgestellt ist - SNA, 1920, 09.10.2021
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Die Universität von Hongkong plant die Entfernung einer Skulptur zur Erinnerung an die Opfer der Niederschlagung der Massenproteste auf dem Tiananmen-Platz in Peking 1989, die sich seit 24 Jahren auf dem Universitätsgelände befindet. Darüber berichtet die Zeitung „Hong Kong Free Press“.
Ehemalige Vertreter der inzwischen aufgelösten Hong Kong Alliance in Support of Patriotic Democratic Movements of China teilten demnach mit, ein Schreiben der Universität erhalten zu haben, in dem sie aufgefordert wurden, die Skulptur bis kommenden Mittwoch um 17 Uhr zu entfernen.
Sollte das Kunstwerk bis zu diesem Zeitpunkt nicht entfernt werden, so werde es als vernachlässigt gelten. Dann werde die Führung der Universität über das Schicksal der sogenannten „Säule der Schande“ nach eigenem Ermessen ohne weitere Benachrichtigung entscheiden.
Die acht Meter hohe Skulptur aus Kupfer zeigt mehrere schmerzerfüllte Gesichter und offenbar von Qual verzerrte Körper, die übereinander aufgehäuft liegen. Neben der Säule wurden am 4. Juni Kerzenmahnwachen zum Gedenken an die Tiananmen-Opfer abgehalten.

Künstler zieht juristische Schritte in Erwägung

Der dänischen Künstler Jens Galschiøt, der das Kunstwerk geschaffen hatte, kritisierte die Anordnung der Universität scharf.
„Ich bin wirklich schockiert“, sagte er am Samstag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur in Kopenhagen. „Natürlich weiß ich, dass China die Skulptur nicht mag. Aber ich bin sehr überrascht, dass sie sie entfernen wollen.“ Es handele sich um ein Denkmal in Gedenken an die Menschen, die damals bei dem Massaker um den Platz des Himmlischen Friedens in Peking ums Leben gekommen seien.
„Das ist keine politische Skulptur. Das ist eine Skulptur für Menschen, die tot sind“, beteuerte der Künstler.
Das Vorgehen sei brutal. Er kritisierte in einem Brief an den Hongkonger Stadtrat und die Universitätsführung, aus den Medien von den Plänen erfahren zu haben. Er sei überrascht, selbst keine offizielle Aufforderung zum Umzug der Skulptur erhalten zu haben.
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In einem Interview mit dem Sender CNN sagte Galschiøt, fünf Tage, die die Universität für die Entfernung der Skulptur eingeräumt habe, würden nicht ausreichen. Zudem habe er eine Vereinbarung mit der Universität über die ständige Ausstellung dieser Skulptur, betonte der Künstler.
Das Kunstwerk sei immer noch sein Eigentum, und er ziehe „rechtliche Schritte“ in Erwägung, falls die Statue entfernt werden sollte, sagte Galschiøt.
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Der Geschäftsführer der Vereinigung Hong Kong Alliance in Support of Patriotic Democratic Movements of China, Richard Tsoi, kritisierte die Anweisung der Universität ebenfalls als „unvernünftig“. Einrichtungen für Hochschulbildung müssten sich nicht nur gegenüber ihren Studenten und anderen Interessengruppen verantworten, sondern auch eine „gesellschaftliche Mission und eine historische Verantwortung“ haben, schrieb er in einem Brief an die Universität.

Museum zum Gedenken an Tiananmen-Ereignisse geschlossen

Ende September hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass der Zugang zu einem Online-Museum, das den Tiananmen-Opfern gewidmet ist, in Hongkong eingeschränkt wurde. Die Webseite wurde erst im August von der Hong Kong Alliance in Support of Patriotic Democratic Movements of China geöffnet. Im Juni war der physische Standort des sogenannten Museums des 4. Juni in Hongkong wegen einer Lizenzprüfung geschlossen. Das Museum steht seitdem auf einer Liste von Vermögenswerten und Bankkonten, die von den Behörden im Rahmen einer nationalen Sicherheitsermittlung gegen die Alliance eingefroren wurden.
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Mitte April 1989 hatten in Peking Studentenproteste mit der Forderung nach demokratischen Reformen begonnen. In der Nacht zum 4. Juni war die chinesische Armee mit Panzern und Soldaten gegen die Teilnehmer der Proteste vorgegangen, die auf dem Tiananmen-Platz demonstriert hatten. Die genaue Zahl der Opfer ist umstritten. Offiziellen Angaben zufolge wurden mehr als 200 Menschen getötet und etwa 7000 weitere verletzt. Menschenrechtsaktivisten sprechen dabei von mehreren Tausend Toten.
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