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Mangel an Grünfläche und Todesfälle: So schneiden Europas Städte ab

© SNA / Wladimir Pesnja / Zur BilddatenbankParkbesucher (Archiv)
Parkbesucher (Archiv) - SNA, 1920, 08.10.2021
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Über 60 Prozent der Menschen in Städten und Metropolen Europas haben keinen ausreichenden Zugang zu Grünanlagen. Das ist das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung. Durch Städteplanung mit mehr Grünflächen ließen sich in Europa bis zu 43.000 frühzeitige Todesfälle verhindern, so die Prognose der Forscher.
Dass die Natur einen wohltuenden Effekt auf den Menschen haben kann, müssen eigentlich nicht erst Studien zeigen. Als ein Wesen, das seine Evolution in ihr zugebracht hat, ist der Mensch nach wie vor auf sie getrimmt und kann auf einem Waldspaziergang an sich selbst beobachten, wie sich eine gewisse Entspannung in ihm ausbreitet.
Durch die städtische Lebensweise entziehen sich Menschen jedoch das wohltuende Grün von Wiesen und Bäumen, und ein Dauerentzug führt zu chronischem Stress, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Fettleibigkeit, Diabetes des Typs 2 und ganz generell zu einer erhöhten Sterblichkeit – wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits 2016 in einem Bericht zu der Thematik festgestellt hat. Darüber hinaus filtert das Grün auch die Luft von Abgasen und dämpft Lärm, der in Städten auch eine große Stressquelle ist.

43.000 Tote wegen Mangel an Grünflächen

Forscher aus Barcelona haben nun statistische Berechnungen vorgenommen, um die vermeidbare Menge von Toten wegen fehlender Grünflächen zu ermitteln. Dabei wurden über 1000 Städte in 31 europäischen Ländern in die Analyse einbezogen. Das Ergebnis: Bis zu 43.000 frühzeitige Todesfälle könnten jährlich verhindert werden, wenn die Städte der WHO-Empfehlung folgen und genügend erreichbare Grünanlagen für ihre Einwohner bieten würden. Die Empfehlung lautet: In einem Abstand von höchstens 300 Metern zu jedem Heim sollte eine Grünfläche von mindestens 5000 Quadratmetern Ausdehnung zu finden sein.
Die Forscher werteten dazu Satellitendaten der untersuchten Städte und Metropolregionen aus, bezogen auf den Anteil Grünfläche pro Gesamtfläche und kamen zu dem Ergebnis, dass 62 Prozent der Bevölkerung der untersuchten Siedlungsräume keinen ausreichenden Zugang zu Grünflächen haben.

Das Grünflächen-Ranking

Im Zuge der Forschung ist eine Rangliste der Städte nach dem Anteil des Grüns entstanden. Ganz unten in der Liste: das italienische Triest, gefolgt von Turin, dem britischen Blackpool, Gijón in Spanien und der belgischen Hauptstadt Brüssel. Das grüne Ende der Skala beherrschen die spanischen Städte Elche und Telde, gefolgt vom portugiesischen Guimaraes, vom italienischen Perugia und Cartagena in Spanien. Mit Blick auf Hauptstädte sind am schlechtesten begrünt: Athen (Griechenland), Brüssel (Belgien), Budapest (Ungarn), Kopenhagen (Dänemark) und Riga (Lettland).
Eine Schwäche der Studie ist, dass diese zwar Grünflächen untersucht, aber nicht blaue Flächen von Gewässern berücksichtigt hat. Die Studie wurde in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet” publiziert. Die Städterangliste ist auf der Webseite des Barceloner Instituts für Globale Gesundheit zu finden, wo auch Städte mit Blick auf die durchschnittliche Umweltverschmutzung begutachtet werden können.
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