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Bei „Maybrit Illner“: Armin Laschets Abgang „in Raten“ – Bühne frei für Friedrich Merz!

© REUTERS / ANNEGRET HILSECDU-Chef Armin Laschet
CDU-Chef Armin Laschet - SNA, 1920, 08.10.2021
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Der „Maybrit Illner“-Talk musste nach Armin Laschets spektakulärem Statement am späten Nachmittag sein Thema dringend wechseln: Statt über Ampel-Sondierungen redeten die Gäste über die Zukunft der CDU. So übernahm Friedrich Merz, dem beim ursprünglich geplanten Talk über die Ampel nur eine Nebenrolle zugedacht war, dankend den Solo-Part.
Juso-Chefin Jessica Rosenthal und der Grüne Ex-Parteichef Cem Özdemir, die als Vertreter der designierten Ampel-Koalition eingeladen worden waren, hatten das Nachsehen mit ihren Versuchen, die Diskussion auf Sondierungsgespräche zu lenken. Anscheinend war selbst die Moderatorin der Meinung, der Talk würde spannender verlaufen, wenn der streitsüchtige frühere CDU-Fraktionschef aus dem aktuellen Anlass (Laschets Abschiedsrede, die in Wirklichkeit kein Abschied war) in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken würde.

„Wir hätten diese Bundestagswahl gewinnen können“

Natürlich nahm Merz diese Gelegenheit wahr, um sich als Besserwisser in Szene zu setzen.

„Wir hätten diese Bundestagswahl gern gewonnen“, erklärte er. „Wir hätten sie auch gewinnen können, wenn wir es richtiggemacht hätten.“

Den größten Fehler hatte Angela Merkel im Oktober 2018 gemacht, als sie den CDU-Vorsitz zur Verfügung gestellt hatte, so Merz. „Wenn Angela Merkel aufhören möchte, dann muss sie akzeptieren, dass auch das Kanzleramt zur Disposition gestellt wird“, meinte er. Und: „Das war der strategische Fehler (…) Sonst hätten wir die Wahl nicht verloren.“
Der CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz (Archivfoto) - SNA, 1920, 01.10.2021
Friedrich Merz: „CDU ist denkfaul geworden“
„Richtig“ wäre es nach seiner Ansicht auch gewesen, hätte sich die CDU bei der Wahl ihres Vorsitzenden, aber auch bei der Nominierung des Kanzlerkandidaten der Union auf die Mitgliederbefragung gestützt. Die Talkmasterin wollte aber unbedingt, dass Merz in dieser Frage alle i-Tüpfelchen setzt, und versuchte ihn aus der Reserve zu locken:

„Es gibt ein Establishment in Ihrer Partei, das Sie als Vorsitzenden verhindert hat, und das auch verhindert hat, dass Markus Söder Kanzlerkandidat wurde.“ Merz bedankte sich für diese Vorlage mit diesem Satz: „Das ist die richtige Beschreibung der Geschichte, die hinter uns liegt.“

Sein weiteres Urteil dazu war nicht weniger staubtrocken vorgetragen: „Eine Partei muss hin und wieder gegen den Willen der Mitglieder Entscheidungen treffen. Das kann man einmal machen, aber das kann man nicht dreimal hintereinander machen. Das ist dann zweimal zu viel.“ Und: „Mit derartigen Entscheidungen haben wir krachende Wahlniederlagen eingefahren, das müssen wir jetzt ändern.“

CDU-„Neuaufstellung“: Wieder ohne Rücksicht auf das Wahlvolk?

Ob seine Partei nun aus den „krachenden Niederlagen“ die „richtigen“ Schlüsse ziehen und bei der von Laschet angekündigten „Neuaufstellung“ Rücksicht auf die 400.000 Parteimitglieder nehmen würde? Da wurde dann aber schnell klar, dass auch Merz diesbezüglich noch keine klare Vorstellung hat. Offenbar schließt er nicht aus, dass die von Armin Laschet anvisierte „Neuaufstellung“ mit den bisherigen Methoden, also ohne Rücksichtnahme auf das Wahlvolk geschehen würde. „Von mir gab es noch gar keine Äußerung, dass ich eine weitere Kandidatur für den Parteivorsitz erwäge“, betonte Merz.

„Ich schließe eines aus: Ich werde nicht noch einmal in eine streitige Abstimmung auf einem Bundesparteitag gehen.“

Nach seiner Überzeugung müsse sich die Union „für die Zukunft andere Prozesse, andere Verfahren überlegen, wie wir solche Sach- und Personalentscheidungen treffen“.
Armin Laschet - SNA, 1920, 07.10.2021
Insider: Laschet deutet Bereitschaft zum Rückzug an
Ob sich aber die CDU auch programmatisch „neu aufstellen“ kann und will, solange jemand wie Friedrich Merz nach den Machthebeln in der Partei langt – ihre Zweifel daran äußerte bei „Maybrit Illner“ die „Spiegel“-Journalistin Melanie Amann. Prompt erteilte ihr Friedrich Merz eine entschiedene Abfuhr: „Sie legen sich hier Geschichten zurecht, die einfach falsch sind, weil sie ein Klischee von meiner Person bedienen wollen!“
Kurz zusammenfassend: Obgleich Armin Laschets Abtritt wider Erwarten ausgeblieben ist und nun „in Raten“ geschehen soll, nimmt Friedrich Merz sofort die Gelegenheit wahr, um sich als Kandidat für den Parteivorsitz in Stellung zu bringen – obgleich er aus verständlichen Gründen vorerst das Gegenteil behauptet.
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