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„Weil ich das gar nicht kenn'“: Angeklagter KZ-Wachmann bestreitet seine Schuld vor Gericht

© AP Photo / Markus SchreiberMenschen stehen hinter dem Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht frei" im NS-Todeslager Sachsenhausen (Symbolbild)
Menschen stehen hinter dem Tor mit der Aufschrift Arbeit macht frei im NS-Todeslager Sachsenhausen (Symbolbild) - SNA, 1920, 08.10.2021
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Im Prozess um die Massentötungen von Lagerinsassen im Konzentrationslager Sachsenhausen hat der 100-jährige Angeklagte am zweiten Verhandlungstag am Freitag die Vorwürfe der Anklage zurückgewiesen. Darüber berichtet die Deutsche Presse-Agentur (DPA) mit Verweis auf die nach dem Prozess vorliegende Information.
Der Prozess vor dem Landgericht Neuruppin findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in der Sporthalle des Gefängnisses in Brandenburg/Havel statt. Das Schwurgericht hatte die Verhandlung aus organisatorischen Gründen in die Halle verlegt, die außerhalb des Gefängnis-Geländes liegt.
„Ich hab' doch da gar nicht in Sachsenhausen, ich bin unschuldig, weil ich das gar nicht kenn'“, sagte der 100-Jährige vor Gericht.
Zuvor soll der Angeklagte auf Befragung des Vorsitzenden Richters Udo Lechtermann seine Kindheit und Jugend in Litauen und sein späteres Leben in Deutschland nach seiner Entlassung aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft geschildert haben.
Fragen zu der Zeit während des Zweiten Weltkriegs hatte der Anwalt dem 100-Jährigen nicht zugelassen. Bereits am ersten Verhandlungstag am Donnerstag hatte er erklärt, dass sich sein Mandant zu den Vorwürfen nicht äußern werde.
Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 07.10.2021
Prozess gegen ehemaligen KZ-Wachmann beginnt

Beihilfe in 3518 Fällen

Der 100-Jährige soll laut Anklage während seiner Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen, nördlich von Berlin, von 1942 bis 1945 wissentlich und willentlich Hilfe zur grausamen und heimtückischen Ermordung von Tausenden Lagerinsassen geleistet haben. Angeklagt ist er in 3518 Fällen.
In dem Lager waren von 1936 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 mehr als 200.000 Menschen interniert. Zehntausende Häftlinge kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen ums Leben oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS.
Laut den vorliegenden Gutachten gilt der Mann als nur eingeschränkt verhandlungsfähig.
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