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Prozess gegen ehemaligen KZ-Wachmann beginnt

Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 07.10.2021
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Einem ehemaligen SS-Wachmann des Konzentrationslagers Sachsenhausen wird jetzt der Prozess gemacht. Dazu werden zahlreiche Beobachter und Nebenkläger aus dem In- und Ausland in Brandenburg/Havel erwartet.
Mehr als 75 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs muss sich von diesem Donnerstag an ein ehemaliger SS-Wachmann wegen Beihilfe zum Mord verantworten. Der 100-Jährige soll laut Anklage während seiner Zeit im Konzentrationslager Sachsenhausen, nördlich von Berlin, von 1942 bis 1945 wissentlich und willentlich Hilfe zur grausamen und heimtückischen Ermordung von Tausenden Lagerinsassen geleistet haben. Angeklagt ist er in 3518 Fällen.
In dem Lager waren von 1936 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 mehr als 200.000 Menschen interniert. Zehntausende Häftlinge kamen durch Hunger, Krankheiten, Zwangsarbeit, medizinische Versuche und Misshandlungen ums Leben oder wurden Opfer von systematischen Vernichtungsaktionen der SS.
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Strenge Sicherheitsvorkehrungen

Der Prozess vor dem Landgericht Neuruppin findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in der Sporthalle des Gefängnisses in Brandenburg/Havel statt. Das Schwurgericht hatte die Verhandlung aus organisatorischen Gründen in die Halle verlegt, die außerhalb des Gefängnis-Geländes liegt.
Nach der Anordnung des Vorsitzenden Richters sollen Justizwachtmeister mit einer Einsatzreserve den Prozess sichern. Zusätzlich könnten Polizeikräfte eingesetzt werden. Alle Teilnehmer müssen eine Sicherheitsschleuse passieren und werden durchsucht. Die Mitnahme von Computern und Handys in den Sitzungssaal ist für Besucher und Journalisten verboten. Für den Prozess haben sich zahlreiche Pressevertreter aus dem In- und Ausland akkreditiert.
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Aufarbeitung der NS-Verbrechen

Am ersten von insgesamt 22 Prozesstagen, die sich bis in den Januar hinein ziehen, soll laut Gericht zunächst nur die Anklage verlesen werden. Eventuell gebe es weitere Anträge der 15 Nebenkläger - darunter sind auch Überlebende des Konzentrationslagers. Zeugen sind bislang erst für spätere Termine geladen.
Der Nebenkläger-Anwalt Thomas Walther hatte im Vorfeld des Prozesses erklärt, die deutsche Justiz habe die Aufarbeitung der NS-Verbrechen jahrzehntelang vernachlässigt. „Ich halte es für einen großen Fehler der Justiz in den vergangenen Jahrzehnten, dass der Tatbestand der Beihilfe nicht verfolgt wurde“, sagte er. Für die Nebenkläger sei das Verfahren ungemein bedeutsam. „Sie werden dort gehört werden und das ist bislang nicht genug geschehen.“
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