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Norwegische Forscherin: Impfstoff nach Afrika zu schicken ist besser als Drittimpfung

© SNA / Magda Hibelli / Zur BilddatenbankCorona-Impfung
Corona-Impfung  - SNA, 1920, 07.10.2021
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Während die norwegischen Behörden empfehlen, jedem über 65-Jährigen eine Drittimpfung gegen Corona zu verabreichen, hat die Immunologin Gunnveig Grødeland von der Universität Oslo dies für nicht nötig erklärt: stattdessen sollten Impfstoffe nach Afrika geschickt werden. Dies teilte sie in einem Interview für den Sender NRK am Dienstag mit.
Laut Grødeland gewähren zwei Impfungen den Patienten einen guten und anhaltenden Schutz, obwohl der Antikörperspiegel im Laufe der Zeit sinkt. Es sei vorteilhafter, die Verfügbarkeit von Impfstoffen weltweit zu erhöhen, als eine dritte Auffrischungsimpfung zu verabreichen.
„Je mehr Impfungen Sie für die Verwendung in Afrika zur Verfügung haben, desto mehr verringern Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Mutationen aufkommen, die zu uns zurückkehren könnten. Darüber hinaus erhalten Sie eine ethischere und fairere Verteilung von Impfstoffen“, behauptet die Forscherin.
Grødeland zufolge kann der Körper ein „immunologisches Gedächtnis“ aufbauen, das die Informationen behält, wie mit dem Virus zu kämpfen ist. Nach zwei Impfungen ist seine Reaktion so gut und anhaltend, dass eine Drittimpfung und ein weiterer Schutz nicht mehr erforderlich sind.
Der stellvertretende Direktor vom Norwegischen Institut für öffentliche Gesundheit Geir Bukholm betonte jedoch, dass es schwierig sei, zu bestimmen, wer eine Auffrischungsimpfung brauche und für wen sie nicht unbedingt nötig sei. Das Alter sei nicht der genaueste Maßstab für diese Entscheidung, so Bukholm.
Laut der internationalen Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen” ist es dringend nötig, der gesamten Weltbevölkerung eine erste Impfung zu verabreichen:
„Ich glaube, es geht hier um eine globale Solidarität, und wir alle nutzen denselben Impf-Topf. Die Weltgesundheitsorganisation hat klar gemacht, dass reiche Länder mit Auffrischungsimpfungen bis Ende des Jahres warten sollten, und es ist wichtig, dem Gehör zu schenken“, sagte die Ärztin Elin Hoffmann Dahl.
Norwegen verpflichtete sich, bis Ende 2021 rund fünf Millionen Impfdosen umzuverteilen, und die Organisationsvertreter sagten, es sei ein Paradox, dass die norwegische Hauptstadt empfohlen habe, mit den Auffrischungsimpfungen zu beginnen, bevor das Versprechen realisiert worden sei.
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Bisher hat Norwegen rund 67 Prozent seiner Bevölkerung impfen lassen, während zum Beispiel in Nigeria in Westafrika diese Zahl weniger als ein Prozent beträgt.
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