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Antisemitismus-Eklat um Gil Ofarim – Arbeitet mutmaßlich rechte Security-Firma für Leipziger Hotel?

CC BY-SA 3.0 / CrazyD / Wikimedia CommonsDas Hotel "The Westin Leipzig"
Das Hotel The Westin Leipzig - SNA, 1920, 07.10.2021
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Nach dem Antisemitismus-Vorwurf des deutschen Sängers jüdischer Herkunft, Gil Ofarim, hat das Hotel „Westin Leipzig“ nach eigenen Angaben begonnen, alle Gäste und Zeugen des Vorfalls an der Rezeption zu befragen. Parallel wird das Hotel kritisiert wegen der vermuteten Zusammenarbeit mit einer Sicherheitsfirma mit Bezug zum Rechtsextremismus.
„Wir haben aber inzwischen auch alle Gäste kontaktiert, die in der Schlange hinter Herrn Ofarim standen und etwas von dem Vorfall mitbekommen haben müssten“, sagte der Hotelmanager Andreas Hachmeister der „Leipziger Volkszeitung“ am Donnerstag. In den nächsten Tagen, sobald die Ergebnisse vorliegen, wolle Hachmeister die Ergebnisse öffentlich machen. Zwar hätten sich die Befragten noch nicht gemeldet, aber ein Gast, der sich von sich aus an die Hotelleitung gewandt habe, hinterfragte angeblich die Worte von Ofarim. „Er hat uns gesagt, es stimme alles nicht, was in dem Video zu hören ist“, sagte Hachmeister.
In dem Video hatte Ofarim berichtet, wie er von den Mitarbeitern des Hotels beim Einchecken immer wieder vernachlässigt und schließlich aufgefordert worden sei, seine Kette mit Davidstern abzunehmen. Das Hotel beurlaubte darauf vorerst zwei beschuldigte Mitarbeiter. Einer von ihnen erstattete laut Polizei seinerseits Anzeige wegen Verleumdung und schilderte den Vorfall deutlich anders als der Musiker. Ofarim beklagte seinerseits gegenüber der „Welt“ die fehlende Entschuldigung des Hotels. In einem weiteren Interview bei Bild-TV bemängelte der Sänger noch die fehlende Unterstützung. Er hätte sich gewünscht, dass er nicht alleine gewesen wäre in dem Moment und dass andere Gäste das mitgehört hätten.
Twitter (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.10.2021
Sänger Gil Ofarim erlebt Antisemitismus-Vorfall in Leipzig – Twitterer fordern Konsequenzen

Umstrittene Sicherheitsfirma hat das Hotel abgesichert

Nach dem Vorfall genießt der Musiker jedoch eine breite Unterstützung auf Twitter, wo "Antisemitismus in Deutschland" thematisiert und heiß diskutiert wird. Auch auf einer Demonstration vor dem Leipziger Hotel haben am Dienstagabend Hunderte Menschen gegen Antisemitismus protestiert. Jetzt steht das Hotel jedoch verstärkt wegen eines anderen Aspektes unter Druck. Laut Medienberichten hat es für die Dauer der Demo eine Sicherheitsfirma engagiert, die Kennern der rechtsextremen Szene gut bekannt sei. Demnach sei der Geschäftsführer von „Pro GSL Security“ dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen, berichtete das Portal T-Online.de. Über die Absicherung des Hotels berichtete die Firma selbst auf Facebook.
Auffällig ist bei der Firma laut Medienberichten, dass die Adresse des Firmensitzes bei den Märschen des Leipziger Pegida-Ablegers "Legida" und anderen Demonstrationen als beliebter Treffpunkt von Neonazis und rechten Hooligans diente. Außerdem soll einer der „Pro GSL“-Geschäftsführer, Oliver Riedel, bei den Legida-Kundgebungen als „Sicherheitschef“ tätig gewesen sein, wie T-Online berichtet. Der andere Geschäftsführer, Tobias Brendel, wurde seinerseits 2016 wegen der Teilnahme am sogenannten „Sturm auf Connewitz“ verhaftet. Damals hatten über 250 Rechtsextreme ganze Straßenzüge im links-alternativen Stadtteil Connewitz verwüstet, indem sie Geschäfte demolierten und Autos anzündeten. Für seine Teilnahme an den Krawallen wurde Brendel fünf Jahre später zu einer Geldstrafe und elf Monaten auf Bewährung verurteilt. In der Öffentlichkeit wird vor allem weiter kritisiert, dass das Wort Antisemitismus in den Erklärungen des Hotels zu dem Fall fehle.

Israelische Flagge vor dem Hotel kritisiert

Bei der bereits erwähnten Demo vor dem Hotel wollten sich auch einige Mitarbeiter des Hotels mit einem Banner mit der Flagge Israels und dem muslimischen Halbmond mit dem Musiker solidarisieren. Jedoch hagelt es auch Kritik an dieser Aktion. „Nach der antisemitischen Anfeindung gegen einen Juden in Deutschland fällt dem Hotel nichts anderes ein, als die israelische Flagge und Symbole des Islam auf ein Banner zu drucken“, bemägelte der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA). Dem Hotel mangele es offenbar an Bewusstsein dafür, dass Juden ein Teil der deutschen Gesellschaft seien.
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