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Hausärzte warnen vor Anstieg von Infektionskrankheiten

© AP Photo / Thomas KienzleKrankenversicherung (Symbolbild)
Krankenversicherung (Symbolbild)  - SNA, 1920, 07.10.2021
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Der Deutsche Hausärzteverband warnt vor einem starken Anstieg von Infektionskrankheiten infolge der Corona-Pandemie.
„Das liegt auch daran, dass die Menschen wegen der Corona-Beschränkungen eineinhalb Jahre kaum Kontakt zu verschiedenen Viren hatten“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der „Passauer Neuen Presse“.
„Insofern ist ihr Immunsystem nicht gut trainiert gegen viele Viren, mit denen wir normalerweise gut fertig werden. Das Resultat: Erkältungskrankheiten fallen stärker ins Gewicht. Die Lockdowns haben also nicht nur Vorteile gebracht.“
Ulrich Weigeldt
Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband

Impfpflicht für Lehrer und Erzieher?

Gerade bei Kindern sehe man mehr und mehr Infektionskrankheiten, die viele vorher nicht auf dem Radar gehabt hätten, sagte Weigeldt. Immer wieder seien Lehrende beziehungsweise Erwachsene Infektionsquellen für Kinder. Weigeldt befürwortet daher die „Impfpflicht für solche Berufsgruppen“. Er sprach sich für eine Aufhebung der Maskenpflicht aus - zumindest für die jüngeren Jahrgänge an Schulen, und verpflichtende Impfungen für das Lehrpersonal, wie auch Beschäftigte in anderen sensiblen Berufsgruppen, wie in der Pflege.
Untersuchung (Symbolbild) - SNA, 1920, 14.09.2021
Corona hin oder her: Hausärzte rufen parallel zur Influenza-Impfung auf

Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen

Auch Kassenarzt-Chef Andreas Gassen plädiert für eine Aufhebung der Maskenpflicht in Schulen. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND):
„Aus meiner Sicht ist es vertretbar, in Schulen auf Masken zu verzichten.“
Andreas Gassen
Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)
Gassen verwies zur Begründung auf die regelmäßigen Corona-Tests in den Schulen und auf unerwünschte gesundheitliche Folgen der Corona-Schutzmaßnahmen. „Durch die langen Phasen des Lockdowns, Social Distancing und des Maskentragens sind die Immunsysteme der Kinder mittlerweile so untrainiert, dass sie an Viren erkranken, die ihnen früher nichts anhaben konnten“.

Einheitliche Regeln gefordert

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte vor dem Treffen der Kultusminister am Donnerstag und Freitag bundesweit einheitliche Regeln in der Frage der Corona-Schutzmaßnahmen in den Schulen. „Die GEW appelliert an die Kultusministerkonferenz, sich auf eine gemeinsame Linie beim Thema Maskenpflicht zu verständigen“, sagte GEW-Chefin Maike Finnern dem RND. „Wir wollen, dass die Schulen auch in der kalten Jahreszeit geöffnet bleiben, das wird nicht ohne Hygienemaßnahmen und -konzepte gehen.“
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