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Russlands Gold- und Währungsreserven wachsen weiter

© SNA / Natalia SeliverstovaHauptgebäude der Russischen Zentralbank
Hauptgebäude der Russischen Zentralbank - SNA, 1920, 06.10.2021
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Russlands Gold- und Währungsreserven wachsen auf Rekordniveau. Seit Jahren bemüht sich die Russische Zentralbank, vom Dollar wegzukommen und sich vor allem Gold und Euros dazuzukaufen. Inzwischen verfügt Russland über die fünftstärksten Finanzreserven der Welt und über eine äußerst geringe Auslandsverschuldung.
Die konservative Haushaltspolitik des russischen Finanzministeriums und der seit nunmehr sieben Jahren freiere Rubelkurs erlaubten der Russischen Zentralbank, die Gold- und Devisenreserven des Landes Anfang September auf das Rekordniveau von 620,8 Mrd. US-Dollar (522,4 Mrd. Euro) aufzustocken. Das waren 30 Prozent mehr als vor zehn Jahren, 70 Prozent mehr als vor fünf Jahren und immerhin 13 Prozent mehr als zu Beginn der Coronakrise im März 2020, schreibt die Auslandshandelskammer Moskau (AHK) in ihrem Morgentelegramm.

Fünftstärkste Reserven

Somit sind Russlands Gold- und Währungsreserven derzeit die fünftgrößten in der Welt, nach China (3.409 Mrd. US-Dollar), Japan (1.424 Mrd. US-Dollar), der Schweiz (1.088 Mrd. US-Dollar) und Indien (790 Mrd. US-Dollar), dicht gefolgt von den USA (601 Mrd. US-Dollar). Die Reserven Russlands reichen für 19 Monate Einfuhren, so wie in Japan. Übertroffen wird diese sogenannte Einfuhrdeckung nur von Saudi-Arabien (30 Monate), einigen weiteren Golfstaaten sowie von der Schweiz (23 Monate). Der entsprechende Wert für China beträgt 15 Monate, für Indien 13, für die USA und Deutschland lediglich 2 Monate.

Diverse Gold-Gewichtung

Deutschland belegte Ende August mit seinen Gesamtreserven im Wert von 296 Mrd. US-Dollar (251 Mrd. Euro) nur den 12. Rang. In puncto Goldreserven folgt es jedoch mit 196 Mrd. US-Dollar (166 Mrd. Euro) auf Platz zwei hinter dem unangefochtenen Spitzenreiter Vereinigte Staaten mit 461 Mrd. US-Dollar. Der Anteil von Gold an der Gesamtmenge der Reserven ist in beiden Ländern vergleichbar und beträgt in Deutschland 74,9 Prozent sowie in den USA 76,7 Prozent. In Russland hingegen stellt Gold nur 21,5 Prozent der gesamten Devisenrücklagen (132,7 Mrd. US-Dollar), was jedoch ein Vielfaches des im Jahr 2008 erreichten Geringstwertes (2,5 Prozent) darstellt, wie die AHK berichtet.
Dollar (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.08.2021
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Ansonsten weisen die russischen Reserven folgende Struktur auf: 455,6 Mrd. US-Dollar in ausländischen Währungen (73,7 Prozent); IWF-Sonderziehungsrechte im Wert von 24,6 Mrd. US-Dollar (4,0 Prozent); 5,3 Mrd. US-Dollar Reserveposition im IWF (0,8 Prozent).

Der russische Währungs-Mix

Die Aufschlüsselung nach Währung gibt die Zentralbank erst mit sechsmonatiger Verzögerung bekannt, sodass derzeit die Zahlen mit Stand vom 31. März 2021 vorliegen: Zu jenem Zeitpunkt entfielen 28,8 Prozent der Gesamtinvestitionen auf Euro-Aktiva, 20,9 Prozent auf US-Dollar, 13,2 Prozent auf Yuan, 6,7 Prozent auf britische Pfund, 5,2 Prozent auf Yen, 2,7 Prozent auf kanadische Dollar sowie 1,2 Prozent auf andere Währungen. Die Menge der Euro-Reserven war während Corona um 5 Prozent zurückgegangen. Die Euro-Einlagen waren in dieser Zeit mit -0,32 Prozent jährlicher Rendite am wenigsten profitabel, gegenüber +1,48 Prozent aus Yuan-Einlagen sowie +0,23 Prozent aus US-Dollar-Einlagen.
Goldbarren (Symbolbild) - SNA, 1920, 29.05.2021
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Rückläufige Dollar-Bewertung

Der relativ geringe Anteil der Dollar-Aktiva an den Gold- und Währungsreserven Russlands resultiert hauptsächlich aus dem Rückgang im Jahr 2018: Zum 31.12.2017 waren noch 45,8 Prozent der Zentralbank-Einlagen in US-Dollar nominiert, zum 31.12.2018 waren es nur noch 22,7 Prozent. Zentralbank-Chefin Elwira Nabiullina erklärt laut AHK diesen drastischen Schritt mit den damals erheblich gestiegenen geopolitischen und sanktionsbedingten Risiken. In den letzten drei Jahren hat sich die Bedeutung der Dollar-Aktiva allerdings nur marginal verändert. Trotzdem geht Nabiullina davon aus, dass sowohl der Euro als auch andere Währungen im Verlaufe der nächsten Jahrzehnte gegenüber dem US-Dollar zunehmend an Bedeutung gewinnen werden. Dies würde sich in der Struktur der russischen Währungsreserven spiegeln.
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