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„Pandora Papers“ enthüllen Machenschaften berüchtigten katholischen Ordens

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Dom, Kirche, Symbolbild - SNA, 1920, 06.10.2021
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Die „Legionäre Christi“, eine römisch-katholische Kongregation, die einst des Kindesmissbrauchs beschuldigt wurde, hat Millionen von Dollar in US-Immobilien über Trusts und Offshore-Firmen investiert, um ihre Vermögenswerte zu verbergen. Dies ist einem Bericht des Internationalen Netzwerks investigativer Journalisten (ICIJ) zu entnehmen.
Die jüngst veröffentlichten sogenannten „Pandora Papers“ über Offshore-Geschäfte hunderter Politiker und prominenter Personen haben als eine Grundlage für die Darlegung gedient.
Die „Legionäre Christi“ wurde im Jahr 1941 von einem mexikanischen Priester namens Marcial Maciel gegründet und erlebte schnell eine Blütezeit. Wenige Jahre nach der Gründung hatte es jedoch Gerüchte über den Orden und seinen Gründer gegeben: Unter anderem war die Rede von sexuellem Missbrauch von minderjährigen Priesterseminaristen. Angeblich existierten auch schon seit vielen Jahren Beschwerdebriefe über Marcial Maciel in den Vatikanischen Archiven. In einem 2019 veröffentlichten Bericht hatte die Kongregation die Vorfälle bestätigt. Im Jahr 2006, unter dem neuen Papst Benedikt XVI., verfügte die Glaubenskongregation, dass sich Maciel aus der Öffentlichkeit zurückziehen solle.
Der Recherche des ICIJ zufolge hatte die Führung des Ordens im Jahr 2010, als der Vatikan nach weiteren Anschuldigungen gegen die Mitglieder eine neue Untersuchung einleitete, in Neuseeland drei Trusts gegründet, welche das Geld der Kongregation „aufbewahren sollten“.
„Zwei Trusts (von drei – Anm. d. Red.) enthielten die Vermögenswerte der 'Legionäre Christi' in Höhe von insgesamt 300 Millionen US-Dollar, während die Opfer der sexuellen Übergriffe durch Priester um eine finanzielle Entschädigung vor den Gerichten kämpften“, hieß es in dem Bericht des ICIJ.
Allmählich seien die Vorwürfe gegen die Priester lauter geworden, und die Vermögenswerte der neuseeländischen Trusts seien in Immobilien in den USA investiert worden. Um das enorme Vermögen des Ordens zu verbergen, hätten die Trusts über die Briefkastenfirmen mehr als 14 Millionen US-Dollar in mindestens acht Apartmentkomplexe in Florida, Indiana, Iowa und Illinois investiert, hieß es.
Dollar (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.10.2021
„Pandora Papers“: Datenleck enthüllt Offshore-Geschäfte hunderter Politiker und Promis
Die Trusts, die das Geld der Kongregation gehalten hätten, hätten vier Schweizer Bankkonten, darunter eines bei Lombard Odier in Genf, von dem das US-Justizministerium später herausgefunden habe, dass es den amerikanischen Kunden ermöglicht habe, ihreVermögenswerte vor den US-Steuerbehörden zu verbergen.
Auf eine Anfrage des ICIJ habe der Orden die Existenz nur eines einzigen Treuhandfonds zur Unterstützung von Priestern im Rentenalter bestätitgt und sich von den beiden anderen distanziert, die den größten Teil der Gelder aufbewahrt hätten.
Am 3. Oktober veröffentlichte das „International Consortium of Investigative Journalists“ (ICIJ) einen neuen Leak mit angeblichen Finanzgeheimnissen von über 35 aktuellen und ehemaligen Weltführern sowie von mehr als 330 Politikern und Beamten aus der ganzen Welt. Dem ICIJ zufolge basiere die Veröffentlichung namens „Pandora Papers“ in Anlehnung an den Panama-Papers-Skandal von 2016 auf einem Leck von 11,9 Millionen Dateien.
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