Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Fünf EU-Länder wollen Rekordanstieg der Gaspreise untersuchen

© SNA / Alexej Witwitskij / Zur BilddatenbankHauptquartier der EU-Kommission in Brüssel
Hauptquartier der EU-Kommission in Brüssel - SNA, 1920, 06.10.2021
Abonnieren
Fünf EU-Länder – Frankreich, Spanien, Tschechien, Rumänien und Griechenland – haben laut einer gemeinsamen Erklärung der Wirtschafts- und Finanzminister eine Untersuchung der Ursachen für den Gaspreisanstieg gefordert.
Die fünf Staaten riefen am Dienstag die anderen EU-Mitgliedstaaten zu einer „gemeinsamen Lösung auf europäische Ebene“ auf, um „sofort auf dramatische Preisanstiege“ der letzten Monate zu reagieren. Zunächst muss aber untersucht werden, so das Schreiben, wie der europäische Gasmarkt funktioniere, „zu verstehen, warum die derzeitigen Gasverträge unzureichend waren“.
„Wir sollten auch gemeinsame Leitlinien für die Gasspeicherung aufstellen, um den Preisanstieg abzumildern und abzufedern“, heißt es in dem Text.
Strom (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.10.2021
Wegen Manipulationen am Strommarkt: Netzagentur verhängt Bußgelder gegen Händler
Die fünf Länder halten außerdem eine Reform des europäischen Stromgroßhandelsmarkts für erforderlich. Die Endpreise für Verbraucher müssten besser an die durchschnittlichen Produktionskosten von Strom geknüpft werden.
„Dies ist umso wichtiger, als die Dekarbonisierung den Stromverbrauch in unserer Wirtschaft erhöhen wird“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Gaspreise in Europa
Die Gaspreise in Europa brechen seit dem Spätsommer alle Rekorde. Am Mittwoch erreichten diese zuletzt ein neues Allzeithoch von über 1600 US-Dollar pro tausend Kubikmeter, wie aus den Handelsdaten von ICE Futures hervorgeht.
Als Gründe dafür nennen die Experten den kalten Winter von 2020 und die ungewöhnliche Hitzewelle im diesem Sommer, die europäische Speicherreserven erschöpften. Die gestiegene Nachfrage nach Erdgas lässt sich zudem auf die Erholung der Wirtschaft von der Corona-Krise und begrenzte Lieferungen durch Europas größten Lieferanten Gazprom zurückführen. Eine Rolle soll auch die hohe Nachfrage nach Flüssig-Erdgas (LNG) in Asien gespielt haben.
Gasherd (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.10.2021
Frankreich: Gas und Strom werden über den Winter nicht teurer
Einige europäische Politiker sehen Russland für den Anstieg der Gaspreise verantwortlich. Der polnische Ministerpräsident, Mateusz Morawiecki, hatte am 21. September gesagt, der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 sei ein „strategischer Fehler, wofür die steigenden Gaspreise ein Beleg sind“. Eine Gruppe von 43 Abgeordneten des Europäischen Parlaments ordnete zudem kurz davor eine Untersuchung zu „eventuellen vorsätzlichen Markt-Manipulationen von Gazprom und möglichen Verstößen gegen die EU-Konkurrenzregeln“ an.
Auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock warf Moskau am 23. September vor, es wolle durch seine Zögerung bei der Lieferung von Erdgas nach Europa politischen Druck aufbauen, um die ausstehenden Genehmigungen für Nord Stream 2 schneller zu bekommen.
Ein Kohlekraftwerk in der Nähe des Kohletagebaus Garzweiler  - SNA, 1920, 01.10.2021
Im Namen der Energie – Das bittere Erwachen zwischen Energiewende und Verknappung
Die Pressereferentin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Susanne Ungrad, erklärte am 22. September, dass viele andere Faktoren auf die Steigerung der Gaspreise in Europa durchaus Einfluss haben konnten und dass Moskau seinerseits seine Lieferungsverpflichtungen erfülle. Die Vertreterin betonte, dass das Ministerium die Situation zwar im Auge behalte, es sei aber der Markt, der reagieren müsse. Auch die stellvertretende Vertreterin des deutschen Ministerkabinetts, Ulrike Demmere, bestätigte, dass Gazprom seinen Verpflichtungen nach dem aktuellen russisch-ukrainischen Gastransitabkommen nachkomme.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала