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Roberto Blanco wettet: Beethoven war dunkelhäutig – und fordert Exhumierung

© CC0 / Joseph Karl Stieler / Wikimedia CommonsPorträt von Ludwig van Beethoven mit der Partitur der "Missa Solemnis", 1820 gemalt von Joseph Karl Stieler, heute Teil der Sammlung Beethoven-Haus Bonn
Porträt von Ludwig van Beethoven mit der Partitur der Missa Solemnis, 1820 gemalt von Joseph Karl Stieler, heute Teil der Sammlung Beethoven-Haus Bonn - SNA, 1920, 05.10.2021
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In einer Videonachricht an den Wiener Oberbürgermeister Michael Ludwig behauptet der Schlagerstar Roberto Blanco, dass der Komponist Ludwig van Beethoven afrikanische Wurzeln habe. Um diese Frage zu klären fordert er eine DNA-Untersuchung.
„Wem sah der wohl ähnlicher, ihnen oder mir?“ fragt der Unterhaltungskünstler in einem öffentlichen Youtube-Video an den Wiener Oberbürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) gerichtet und fügt hinzu: „Ich wette, er sah mir ähnlicher, als man glauben mag.“
Die Frage nach Ludwig van Beethovens ethnischer Identität bewegt die Menschen seit mehr als einem Jahrhundert. Beethoven hatte eine dunklere Hautfarbe und dunkles, lockiges Haar. Man nannte ihn mitunter „Spagnol“ (den Spanier): Seine Vorfahren kamen aus dem flämischen Belgien, das zeitweise unter spanischer Besetzung stand – und in der spanischen Armee wirkten Mauren mit. Es wird auch angeführt, zum Beispiel hier, dass Beethoven eine Vorliebe für Synkopen hatte: eine Qualität, die angeblich Afrikanern im Blut liegt.
Auch der bekannte Bürgerrechtler Malcolm X behauptete 1963 in einem Interview mit dem „Playboy“, dass Beethoven ein Schwarzer gewesen sein – ebenso sei Joseph Haydn, einer seiner Meisterlehrer, afrikanischer Abstammung gewesen. Gängiger Konsens in der Wissenschaft ist zwar, dass Beethoven Kaukasier war (nicht gleichzusetzen mit einem Bewohner der Kaukasusregion, sondern eine nicht mehr so häufig benutzte wissenschaftliche Typisierung des sogenannten Europiden, also des typisch durchschnittlichen Europäers – Anm.d.Red.), trotzdem erklärte der Historiker Ralf G. Jahn im „Stern“, dass „mehrere Dokumente“ darauf hinweisen würden, dass Beethoven zu Lebzeiten dunkle Haut hatte „und sich deutlich von der Wiener Durchschnittsbevölkerung abhob“.
Ein Pressebericht aus dem Jahre 1888 über die damalige Umbettung Ludwig van Beethovens bescheinigt ihm ein „Mulattengesicht“, wozu Jahn erklärt:
„Die Form des sogenannten Mulattenschädels im Beethovengrab weist stark auf eine afrikanische Abstammung hin.“
Ralf G. Jahn
Historiker, im "Stern" zur Frage, ob Beethoven afrikanische Wurzeln habe
Bei einer etwaigen Ausgrabung könne zwar auch herauskommen, dass der Schädel nicht der echte ist – aber es herrsche endlich Gewissheit. Wohl auch deshalb fordert Schlagersänger Blanco, dass der Innsbrucker Molekularbiologe Walther Parson die Untersuchung durchführen soll: „Der kann das. Ich bin gespannt auf die Wahrheit, und die ganze Welt brennt darauf.“
Ob es Blanco mit der Wette wirklich ernst ist oder ob es sich eher um ein „bisschen Spaß“ handelt, ist noch nicht abschließend geklärt. Bislang hat sich der Wiener Bürgermeister noch nicht zu dem Aufruf geäußert.
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