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Unfall unter Polizeischutz: Schwedischer Mohammed-Karikaturist tödlich verunglückt

© AP Photo / Czarek SokolowskiSchwedischer Künstler Lars Vilks
Schwedischer Künstler Lars Vilks - SNA, 1920, 04.10.2021
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Der schwedische Künstler Lars Vilks, der seit seiner Skizze des Propheten Mohammed mit einem Hundekörper unter Polizeischutz gelebt hat, ist am Sonntagnachmittag bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Ein entsprechender Polizeibericht erschien am Sonntagabend.
Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von der schwedischen Ortschaft Markaryd, als ein Polizeiwagen und ein Laster kollidierten. Im Polizeiwagen befanden sich „eine unter Polizeischutz lebende Person” und zwei Polizisten, alle drei starben bei der Kollision.
Die Polizei bestätigte unter anderem gegenüber der DPA, dass es sich bei der Person um Vilks handelte. Die Angehörigen der Beteiligten wurden über die Umstände informiert, der Fahrer des Lastwagens wurde in kritischem Zustand mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht und wird momentan ärztlich behandelt.
„Mit Bestürzung und großer Trauer habe ich die Nachricht erhalten, dass heute Nachmittag unsere zwei Kollegen und unsere Schutzperson gestorben sind. Meine Gedanken sind bei den Verwandten, Familien, Freunden und Arbeitskollegen“, sagte der Landespolizeichef Anders Thornberg.
„Es war sehr traurig und seltsam, dass es so enden sollte. Dass er (Vilks – Anm. d. Red.) auf diese Weise sterben sollte, ist surreal. Ich glaube, dass Schweden seinen tapfersten Menschen verloren hat“, sagte Vebjørn Selbekk, der Redakteur der norwegischen Zeitung „Dagen“, der durch seine Nachbildungen von dänischen Jyllands-Posten-Mohammed-Karikaturen bekannt wurde.
Wie es zu dem Unfall kam, ist momentan noch unklar, die Ermittlungen werden durchgeführt.
Vilks war vor seiner Mohammed-Zeichnung außerhalb Schwedens größtenteils unbekannt gewesen. Zu Hause wurde er dadurch berühmt, dass er in einem Naturschutzgebiet ohne eine entsprechende Genehmigung eine Skulptur aus Treibholz baute, die jedes Jahr Tausende Besucher anzieht.
2007 hatte sich sein Leben radikal geändert, da Vilks eine Zeichnung veröffentlichte, in der er den Kopf des islamischen Propheten Mohammed mit einem Hundekörper illustriert hatte – einem Tier, das nach dem Islam als unrein gilt. Das islamische Gesetz lehnt im Allgemeinen jede Darstellung des Propheten ab.
Pia Olsen Dyhr mit ihrem Mann (Archivbild) - SNA, 1920, 13.09.2021
Für mehr Meinungsfreiheit: Dänische Parteichefin will Mohammed-Karikaturen Teil des Lehrplans machen
Die Al-Qaida* hatte ein Kopfgeld von 100.000 US-Dollars auf Vilks ausgesetzt, und mehrere Terroranschläge auf den Künstler waren nach der Veröffentlichung der Karikatur gemeldet worden.
*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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