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#allesaufdentisch: Mit Netz-Projekt für Meinungsfreiheit zum Thema Corona

Zensur (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.10.2021
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Ende April hat die Netz-Aktion #allesdichtmachen für Aufsehen gesorgt: Mehrere dutzend deutschsprachige Schauspieler und Regisseure haben mit satirischen Videos die Corona-Politik der Regierung aufs Korn genommen. Greifbare Folgen der Aktion gab es kaum. Nun wird ein zweiter Anlauf ähnlicher Art unternommen – unter dem Hashtag #allesaufdentisch.
Wie der Name der April-Aktion schon besagte: Mit #allesdichtmachen hatten die Künstler in erster Linie gegen das Stilllegen des Kulturlebens in Deutschland protestiert. Aber auch das Thema Meinungsfreiheit wurde dabei angesrpochen, denn „dicht gemacht“ wurden nicht nur Theater, Kinos und Clubs – auch den Skeptikern und Kritikern von Corona-Maßnahmen wurde ebenfalls der Mund gestopft.
Knapp ein halbes Jahr später dürfen deutsche Kultureinrichtungen zögerlich und unter Auflagen wieder aufmachen, das Problem der Meinungsfreiheit in puncto Corona hat sich zugleich eher weiter zugespitzt. Impfgegner werden von den „Leitmedien“ immer stärker stigmatisiert und zensiert, kontroverse öffentliche Debatten bleiben aus.

„Stigmatisierung, Moralisierung und Druck“

Mit #allesaufdentisch wird nun ein weiterer Versuch unternommen, den Bann zu durchbrechen. Schauspieler Volker Bruch und Regisseurin Jeana Paraschiva, Initiatoren der Aktion, lassen nun mehrere Dutzend Mediziner, Mathematiker, Psychologen, Juristen, Politikwissenschaftler und andere Experten auf der Webseite allesaufdentisch.tv zu Wort kommen, die mit ihren alternativen Standpunkten zur Corona-Problematik und zur medialen Berichterstattung kaum Chancen in den „Leitmedien“ hätten.
In insgesamt 55 Videos, jeweils von 20 bis 30 Minuten Länge, sprechen die Künstler mit „andersdenkenden“ Experten. Schon die Titel der einzelnen Video-Beiträge sind vielsagend: „Kollektive Angststörung“, „Grundrechtseinschränkungen“, „Geraubte Kindheit“, „Gekaufte Forschung“ oder „Wahrheitsdefinition“.
So bedauert der TV-Star Wotan Wilke Möhring im Gespräch mit dem Juristen Joachim Steinhöfel (Video-Titel: „Meinungsfreiheit“), die deutsche Gesellschaft habe generell verlernt, einen kontroversen Diskurs auf tolerante Weise zu führen. Sein Gesprächspartner stimmt ihm zu: Die Diskussionen, wie sie sich heute unter anderem auch in den sozialen Medien gestalten, führen dazu, dass „viele Leute nicht mehr sagen, was sie sagen dürfen“.
Im Video „Demokratie und Eigenverantwortung“ geht es um Impfungen gegen Covid-19 und die anschwellende „Impfpflicht durch Hintertür“. Nach Ansicht der österreichischen Schauspielerin Nina Proll „sollte doch jedem Bürger zuzutrauen sein, dass er selbst das Risiko abschätzen kann, ob ihn das Virus mehr gefährdet oder die Impfung“. Ihre Gesprächspartnerin, Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, sieht in der jetzigen Impf-Politik eine unmittelbare Gefährdung von Demokratie und stellt fest:
„Wir haben Stigmatisierung, wir haben Moralisierung und wir haben Druck (…) Die Ungeimpften werden aus dem Kreis der ‚Guten‘ herausgenommen.“

„Erhitzte und ratlose Gesellschaft“

Wohlbemerkt: Die Protagonisten der offiziellen Corona-Diktion aus Wissenschaft und Politik, die alle stets willkommene Gäste bei TV-Talks zum Thema Corona sind – Jens Spahn, Karl Lauterbach, Lothar Wieler, Christian Drosten, Markus Söder, Alena Buyx, Melanie Brinkmann oder Thomas Mertens – haben alle ein Interview für das #allesaufdentisch-Projekt abgelehnt. Damit blieb der Meinungspluralismus auch auf der allesaufdentisch.tv-Webseite aus.
Dementsprechend wäre es kaum zu erwarten, dass der von den #allesaufdentisch-Initiatoren geforderte Runde Tisch zum Thema Corona-Krisenmanagement jemals stattfindet.
Nicht verwunderlich auch, dass die neue Aktion von den meisten „Leitmedien“ gleich als „umstritten“ eingestuft und massiv kritisiert wurde. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ beschrieb das Projekt als einen „Kessel Schwurbel“ und sah darin „ein Paradebeispiel für Verschwörungsdenken“. Die „Süddeutsche Zeitung“ unterstellte den #allesaufdentisch-Protagonisten, diese „verbreiten gefährliche Unwahrheiten zum Thema Corona“, und verhöhnte das Projekt als „hoch gefährliche Querdenker-Folklore“.
Eine verständnisvollere Stimme zu der Aktion kam aus der Schweiz. Die „Neue Zürcher Zeitung“ bewertete #allesaufdentisch wie folgt:

„Nicht alle Gespräche sind intellektuelle Höhenflüge, im Treibsand der Dialoge lauert mancher Schmarren, und aktivistischen Schauspielern haftet immer ein Zug ins Lächerliche an. Doch die Gesellschaft ist momentan zu erhitzt und zu ratlos, als dass sie es sich leisten könnte, jede Anfrage, Irritation und Melancholie pauschal als Schwurbelei abzutun.“

Die Internetplattform Youtube hat vor einigen Tagen angekündigt, alle Videobeiträge zu löschen, die nach eigener Einschätzung „fake news“ über die zugelassenen Impfstoffe verbreiten. Kurz zuvor war der Youtube-Account der Nachrichtenagentur RT Deutsch wegen der darin entdeckten „medizinischen Fehlinformation” gesperrt worden. Unter diesen Bedingungen erscheinen Aussichten für einen kontroversen „Dialog auf Augenhöhe“, den eine liberale demokratische Gesellschaft eigentlich garantieren sollte, äußerst zweifelhaft.
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