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 - SNA, 1920
Afghanistan
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Nach Machtantritt der Taliban: Fast alle Bibliotheken und Buchhandlungen in Afghanistan geschlossen

Taliban Flagge - SNA, 1920, 04.10.2021
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Wegen einer schweren Wirtschaftslage in Afghanistan haben 95 Prozent der Buchhandlungen, Verlage und Bibliotheken Kabuls innerhalb von zwei Monaten geschlossen. Dies berichtet das TV-Portal Tolo News unter Berufung auf den Vorsitzenden des Verlegerverbands Afghanistans, Said Ahmad Said.
„Menschen, die kein Geld haben, um sich Brot, Kleidung und Wohnraum zu besorgen, können heute gar nicht an Bücher und Studium mehr denken“, erläuterte Said. Auch die Veranstalter von Buchmessen sowie Bibliotheken und Verlage hätten eine Reduzierung der Nachfrage gemeldet.
Vor dem Machtantritt der Taliban* waren in Afghanistan laut dem Portal 180 Verlage und 525 Buchhandlungen, darunter 90 Verlage und rund 280 Buchhandlungen in Kabul, tätig.
Die USA hatten in diesem Frühjahr den Truppenabzug aus Afghanistan angekündigt. Daraufhin leitete die Taliban-Bewegung eine Offensive gegen die Regierungskräfte ein. Gegen Mitte August haben die Taliban Kabul eingenommen und das Kriegsende verkündet.
Afghanistans Präsident Ashraf Ghani setzte sich in die VAE ab. Die Taliban gaben Anfang September die Zusammensetzung der neuen Regierung des Landes bekannt, deren Leitung Mullah Mohammad Hasan Ahund übernommen hat.
Journalismus (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.10.2021
Afghanistan
Mehrheit der Journalisten in Afghanistan ohne Job – Bericht
Nach ihrer Machtergreifung haben die Taliban eine Wirtschaft von weniger als 20 Milliarden US-Dollar in laufenden Preisen übernommen, dabei macht die Bevölkerung des Landes 40 Millionen aus. Zum Vergleich: Eine etwa gleich große Wirtschaft hat Bosnien-Herzegowina mit 3,3 Millionen Einwohnern.
Afghanistan gehört zu den weltweit ärmsten Staaten, sein Bruttoinlandsprodukt beträgt 509 US-Dollar je Einwohner. Das ist weniger als im Sudan und Rwanda. Laut amtlichen Angaben wird die Landwirtschaft Afghanistans zu 27 Prozent, die Industrie zu 12,5 Prozent und der Dienstleistungsbereich zu 56 Prozent vom BIP abgedeckt.

Frauendiskriminierung

Die Machtergreifung der Taliban in Afghanistan hat Befürchtungen hinsichtlich einer Diskriminierung der Frauen ausgelöst, die bei den vorherigen Machtbehörden frei arbeiten und studieren durften. Die Taliban haben in Kabul ein teilweises Beschäftigungsverbot für Frauen erlassen und ihnen Zugang zur höheren Schule verwehrt. Allerdings dürfen Frauen in Kandahar die Universität besuchen.
*unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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