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Impfdruck erhöht Widerstand bei Ungeimpften – Studie

© REUTERS / THILO SCHMUELGENImpfung in Deutschland (Archivbild)
Impfung in Deutschland (Archivbild) - SNA, 1920, 04.10.2021
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Laut einer Studie der Uni Hamburg zeigen sich bisher Ungeimpfte eher unbeeindruckt von aktuellen Maßnahmen wie 2G oder kostenpflichtigen Tests. Nur maximal vier Prozent der Ungeimpften erwägen dadurch eine Impfung. Bei rund 30 Prozent führt dies sogar zu einer Gegenreaktion: Sie geben an, dass eine Impfung noch unwahrscheinlicher würde.
Mit 82 Prozent erreicht die Impfbereitschaft in Deutschland vorerst ihren Höchstwert und legt im Vergleich zu Juli um neun Prozentpunkte zu. Dies entspricht auch der Entwicklung in anderen europäischen Ländern mit Spanien und Portugal an der Spitze (jeweils 90 Prozent Impfbereitschaft). Der Anteil der Nicht-Impfbereiten sinkt in Deutschland um sechs Prozentpunkte auf 13 Prozent. Das ergab eine repräsentative Befragung des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) der Universität Hamburg. Sie fand vom 7. bis 21. September 2021 in acht europäischen Ländern statt.

Trotzreaktion auf Druckerhöhung

Allerdings, wer zurzeit noch nicht geimpft ist, zeigt sich unbeeindruckt von aktuellen Maßnahmen wie 2G oder kostenpflichtigen Tests. Nur maximal vier Prozent der Ungeimpften erwägen dadurch eine Impfung. Bei rund 30 Prozent führt dies sogar zu einer Gegenreaktion: Sie geben an, dass eine Impfung noch unwahrscheinlicher würde.
Spritze (Symbolbild) - SNA, 1920, 01.10.2021
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„Neben der größten Sorge, dass die Impfung gegen Covid-19 möglicherweise nicht sicher genug ist, fühlen sich zwei von drei Ungeimpften durch Politik und Gesellschaft unter Druck gesetzt“, so Prof. Dr. Jonas Schreyögg, wissenschaftlicher Direktor des HCHE. Zu hoher Erwartungsdruck ist damit einer der Hauptgründe für Menschen, sich nicht impfen zu lassen. Von den aktuell noch Ungeimpften in Deutschland geben nur 12 Prozent an, dass sie impfbereit seien, weitere 22 Prozent sind unsicher. „Waren zunächst mehr Menschen mit geringer Bildung eher nicht überzeugt davon, sich impfen zu lassen, hat sich das inzwischen angeglichen. Auch sehen wir kaum mehr Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Geblieben ist, dass Menschen, die sich viel über die Pandemie informieren und den Informationen aus der Regierung und den Ministerien vertrauen, impfbereiter sind“, so Schreyögg.

Kinder und Jugendliche: Mehr Eltern sind für Impfung

Leichte Zuwächse lassen sich auch bei der Impfbereitschaft von Eltern für ihre Kinder und Jugendlichen feststellen. Nach 53 Prozent im Juni würden jetzt 60 Prozent der Eltern in Deutschland ihre Kinder impfen lassen. Waren im Juni noch 23 Prozent unsicher, sind dies aktuell nur noch 13 Prozent.
„Überraschend ist, dass der Anstieg bei der Impfbereitschaft nach der Stiko-Empfehlung Mitte August so moderat ausgefallen ist“, erklärt Schreyögg. Insgesamt machen sich 81 Prozent der Befragten in Deutschland einige oder große Sorgen um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Schülerinnen und Schüler. Ähnliche Werte werden in anderen europäischen Ländern erreicht, in Portugal, Spanien und Italien sind die Sorgen mit um die 90 Prozent am größten.

Mehrheit stimmt aktuellen Maßnahmen zu

Unter den Befragten in Deutschland ist mit 57 Prozent die Mehrheit für eine 2G-Regelung, also den Zutritt beispielsweise in Restaurants oder Clubs nur noch für Geimpfte oder Genesene. Ebenso sehen das die Menschen in Großbritannien, Spanien und Italien. Die geringste Zustimmung mit 43 Prozent gibt es in Dänemark. Ergänzt man die 2G-Regelung um die Gruppe der PCR-Getesteten, wächst die Zustimmung in Deutschland um weitere vier Prozentpunkte auf 61 Prozent.
Dass am 11. Oktober 2021 Schnelltests in Deutschland kostenpflichtig werden, finden 64 Prozent richtig, 24 Prozent lehnen dies ab. Bis auf Dänemark und Frankreich stimmen die Menschen der anderen europäischen Länder mehrheitlich zu der Bezahlung der Tests zu.
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