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Ein Planet, der drei Sonnen umkreist

© CC0 / ipicgr / PixabayFinsternis (Symbolbild)
Finsternis (Symbolbild) - SNA, 1920, 04.10.2021
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Astronomen könnten in 1300 Lichtjahren Entfernung zur Erde einen Sensationsfund gemacht haben: einen Planeten, der ein System aus drei Sternen umkreist. Darauf deutet eine Unregelmäßigkeit in der protoplanetaren Scheibe der Sterne hin.
Das 1300 Lichtjahr von uns entfernte Sternsystem GW Orionis unterscheidet sich vom Sonnensystem deutlich: Statt eines zentralen Sterns bilden dort gleich drei Sterne das Zentrum. Was das Ganze aber für Astronomen besonders spannend macht: Alle drei Sterne verfügen über eine gemeinsame protoplanetare Scheibe – das ist ein Gebilde aus Gas und Staub um Sterne, aus dem Planeten entstehen können. Allerdings ist diese Scheibe von ihren Sternen zerrissen worden. Im Fall von GW Orionis rotiert die Gaswolke nicht in einer Ebene, sondern verfügt über einen schiefen Ring.
Dieser Riss und die Lücke, die er in der Scheibe erzeugt hat, erklären sich Forscher der University of Nevada mit einer aufregenden Ursache: Es könnte sich um einen Planeten handeln, der die drei Sterne umkreist. Sollte sich diese Vermutung bestätigen, wäre das der erste Planet dieser Art. Gleichzeitig würde die Suche nach Exoplaneten sich deutlich erweitern, denn auch nach solchen gekippten Systemen könnte gesucht werden.
CC BY-SA 4.0 / ALMA (ESO/NAOJ/NRAO), ESO/Exeter/Kraus et al. / ESO (cropped)ESO
ESO - SNA, 1920, 04.10.2021
ESO
Der Planet selbst konnte noch nicht beobachtet werden, aber ist aus Sicht der Forscher die plausibelste Erklärung für die Lücke. Eine andere Möglichkeit, die ohne Planeten auskommt, wäre ein Riss durch das Drehmoment der drei Sterne. Das halten die Forscher jedoch für unwahrscheinlich. Zumindest sprechen Berechnungen, die auf Beobachtungen des Sternsystems beruhen, laut den Forschern dagegen.
Die entsprechenden Daten stammen aus dem „Atacama Large Millimeter/submillimeter Array“-Teleskop (ALMA) in Chile. In den kommenden Monaten sollen weitere Daten gesammelt werden, um einen direkten Nachweis der Ursache hinter dem Riss in der Planetenscheibe zu ermitteln – und hoffentlich den Planeten zu bestätigen.
Die aktuelle Studie ist in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society erschienen. Die Idee, dass ein Planet im Drei-Stern-System vorliegen könnte, wurde bereits vor einem Jahr geäußert.
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