Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Naturschützer melden Höchststand bei illegalen Wolfstötungen in Deutschland

© SNA / Alexander Wilf / Zur BilddatenbankWolf (Symbolbild)
Wolf (Symbolbild) - SNA, 1920, 03.10.2021
Abonnieren
Elf Wölfe sind in Deutschland seit Beginn dieses Jahres nach Angaben des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) ohne rechtliche Genehmigung getötet worden. Zuletzt seien in Mecklenburg-Vorpommern drei Tiere erschossen worden. Damit sei ein Höchststand an illegalen Wolfstötungen erreicht worden.
2020 habe es acht illegale Tötungen gegeben, 2019 und 2018 jeweils neun, teilte der Verband am Freitag mit. Dazu komme eine vermutlich hohe Dunkelziffer.
„Jede dieser Tötungen ist eine Straftat und muss strafrechtlich verfolgt werden, sagte Nabu-Fachbereichsleiter Naturschutzpolitik Ralf Schulte. „Diese kriminelle Selbstjustiz gegenüber streng geschützten Tieren muss Konsequenzen haben.“
Eine Mitverantwortung hat aus Nabu-Sicht auch eine politische Diskussion, die den Abschuss von Wölfen als Allheilmittel zur Lösung der Herdenschutzherausforderungen darstellt. Wolfsgegner würden laut dem Verband versuchen, die Tötung von Wölfen auf die Ebene von Notwehr-Maßnahmen zu stellen.
„Solange die alten Ausrottungsgründe nach wie vor wirksam sind, sind wir von einem guten Erhaltungszustand des Wolfs in Deutschland meilenweit entfernt“, so Schulte weiter. Er forderte die Politik auf, den Fokus auf Unterstützung im Herdenschutz zu legen, „anstatt immer wieder Bejagung von Wölfen in Aussicht zu stellen“.
Eurasischer Wolf im Tierpark Hellabrunn (Archivbild) - SNA, 1920, 21.05.2021
Wolf taucht mitten in Köln auf und irrt durch Straßen
Seit Rückkehr der Wölfe im Jahr 2000 wurden laut dem Nabu insgesamt 64 Wölfe illegal getötet – Tendenz steigend. „Kaum einer dieser Fälle konnte aufgeklärt werden, in den Ländern fehlt es an Fachstellen für Artenschutzkriminalität, die immer noch unter Kavaliersdelikten laufen.“
Von illegalen Handlungen seien auch Luchse und Greifvögel betroffen. Der Nabu forderte deshalb verstärkte Anstrengungen in den Landeskriminalämtern, gegen widerrechtliche Tötungen von geschützten Wildtieren stärker vorzugehen.
Nach Angaben des Deutschen Jagdverbandes (DJV) hatte es im Monitoringjahr 2019/2020 bundesweit 128 Wolfsrudel, 35 Paare und 10 territoriale Einzeltiere gegeben. Von 2000 bis 2015 wuchs die Population demnach jährlich um 36 Prozent. Auch die Übergriffe auf Nutztiere nahmen in den vergangenen Jahren laut dem DJV rasant zu: Waren es im Jahr 2007 etwa 30 Fälle, ist die Zahl im Jahr 2019 auf 887 Fälle gestiegen.
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала