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 - SNA, 1920
Afghanistan
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Was ist mit Ghani? Augenzeuge enthüllt neue Details über Flucht des afghanischen Ex-Präsidenten

© CC0 / U.S. Department of State / Wikimedia CommonsAfghanistans Präsident Ashraf Ghani
Afghanistans Präsident Ashraf Ghani - SNA, 1920, 03.10.2021
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Um den nach der Machtübernahme der Taliban* in Afghanistan Hals über Kopf geflohenen Ex-Präsidenten Aschraf Ghani ranken sich mittlerweile viele Spekulationen. Bisher ist bekannt, dass er sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhält. Nun enthüllt eine womöglich aus der Umgebung Ghanis kommende Person neue Details über die Flucht.
Das erfuhr die afghanischen Zeitung „Hasht e Subh daily“, die Quelle wollte anonym bleiben. Der Ex-Präsident und seine Verbündeten sollen am 15. August geflohen sein, nachdem die militant-islamistischen Taliban blitzartig Kabul und daraufhin andere Teile Afghanistans eingenommen hatten.
Der Augenzeuge berichtete demnach, dass an diesem Tag – im Gegensatz zu den anderen – Kabul wie ausgestorben gewirkt habe: Nur wenige Sicherheitskräfte hätten auf den Straßen patrouilliert. Aufgrund von Sicherheitswarnungen erster Kategorie und Vorbereitungen musste die Zahl der Polizeikräfte der Quelle zufolge jedoch höher als üblich sein.
Bei einer Sitzung an dem Tag wurde beschlossen, dass Kabinettsmitglieder sofort zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen werden sollten, heißt es weiter. Der Zweck der Kabinettssitzung habe darin bestanden, „einen Weg zu finden, um Panik, Verwirrung und Chaos in Kabul zu verhindern und die Zivilbevölkerung zu beruhigen“.
Ghani soll daraufhin beschlossen haben, in das Hauptquartier des Verteidigungsministeriums zu gehen, das sich in der Nähe des Präsidentenpalastes befand. Zu diesem Zweck wurden Soldaten des Präsidentenschutzdienstes in das Verteidigungsministerium entsandt, um alles für die Ankunft Ghanis vorzubereiten.

Ghani flieht zunächst nach Usbekistan

An diesem Tag sollen vier einsatzbereite Hubschrauber an Ort und Stelle gewesen sein. Sie sollen sich angeblich speziell für einen Notfall auf dem Territorium des Präsidentenpalastes befunden haben.
„Von den 54 Menschen, die in Termez in Usbekistan mit vier Hubschraubern gelandet sind, waren 22 Piloten, Co-Piloten und Techniker der Luftwaffe sowie 22 Leibwächter des Präsidenten, und keiner von ihnen hatte einen Reisepass“, zitiert das Blatt den Augenzeugen.
Ghani und seine Begleiter verbrachten ihm zufolge 31 Stunden in Usbekistan. Nach Angaben der Zeitungsquelle standen sie unter der Aufsicht des usbekischen Militärs. Diese sollen Ghani und seine Verbündeten in Gewahrsam gehalten haben, ohne „Essen, Wasser oder gar den Gang zur Toilette zu erlauben“, während die usbekischen Soldaten mit schussbereiten Gewehren jede einzelne Bewegung der Afghanen beobachteten und ihnen nicht einmal erlaubten, „miteinander zu reden“.

Nächster Halt – Vereinigte Arabische Emirate

Des Weiteren berichtet die Zeitung, dass der Flug von Termez nach Abu Dhabi nach Angaben des Flightradar-Dienstes von der kasachischen Fluggesellschaft „FlyJet“ durchgeführt wurde.
Laut der Quelle landete das Flugzeug nach 3,5 Stunden auf dem Flughafen von Abu Dhabi, wo die Geflüchteten von „mehreren arabischen Männern“ angesprochen wurden, die Ghani begrüßten. Der Augenzeuge verwies dabei auf einen „respektvollen“ Umgang gegenüber dem damaligen Präsidenten in Abu Dhabi, der in Usbekistan gefehlt habe.
„Seitdem Aschraf Ghani den Flughafen verlassen hat, habe ich weder ihn noch andere Beamte gesehen“, bestätigte die Quelle weiter und fügte zugleich hinzu, dass die Beamten der VAE ihn und eine Reihe anderer aus Afghanistan geflohenen Menschen gewarnt haben, dass sie „keine Möglichkeit haben, in diesem Land zu leben“.
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Machtübernahme der Taliban in Afghanistan

Anfang August hat die radikal-islamistische Organisation Taliban die Offensive gegen die Regierungstruppen in Afghanistan intensiviert und bereits am 15. August die Hauptstadt Kabul eingenommen. Der Präsident des Landes, Aschraf Ghani, floh aus dem Land in die Vereinigten Arabischen Emirate und legte sein Amt nieder. Am Tag darauf erklärte die Taliban den Krieg in Afghanistan für beendet.
Ghani wurde unter anderem der Diebstahl von 169 Millionen Dollar (umgerechnet ca. 144 Millionen Euro) an staatlichen Mitteln vorgeworfen. Nach seiner Flucht veröffentlichte er eine Erklärung auf Twitter, in der er betonte, es sei nie seine Absicht gewesen, „das Volk im Stich zu lassen“. Er habe fliehen müssen, um eine Wiederholung der heftigen Kämpfe während des Bürgerkrieges in den 1990er-Jahren in Kabul zu verhindern und sechs Millionen in der Hauptstadt lebende Bürger zu schützen.
Ghani wies zudem Vorwürfe zurück, Kabul mit „Millionen Dollar, die dem afghanischen Volk gehören“, verlassen zu haben: „Diese Beschuldigungen sind vollständig und kategorisch falsch.“ Er erklärte unter anderem seine Bereitschaft, sich „jeder unabhängigen Untersuchung“ zu stellen.
Am 31. August haben die USA ihren Afghanistan-Einsatz nach knapp 20 Jahren beendet. Am 6. September erklärten die Taliban auch Pandschir, die letzte der insgesamt 34 Provinzen, die Widerstand leistete, für erobert. Kurz danach proklamierten die Taliban eine nur aus den Taliban-Anhängern zusammengesetzte Übergangsregierung.
Zahl der Bedürftigen in Afghanistan

Die Zahl der Bedürftigen in Afghanistan ist gegenüber dem Vorjahr von 14,5 auf 18,4 Millionen Menschen gestiegen. Dies teilte die Bundesregierung im April 2021 unter Verweis auf das Büro der Vereinten Nationen (VN) für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) mit. Der humanitäre Bedarf in dem Land stieg demnach von 611,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2019 auf 1,3 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr.

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*Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Belarus) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist.
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