Registrierung erfolgreich abgeschlossen!
Klicken Sie bitte den Link aus der E-Mail, die an geschickt wurde

Wegen Macrons Worten: Algerien ruft Botschafter aus Frankreich zurück

Macron - SNA, 1920, 03.10.2021
Abonnieren
Algerien hat seinen Botschafter aus Frankreich abberufen und zwei französischen Militärflugzeugen den Überflug gesperrt. Der Grund dafür sollen Äußerungen Macrons über Algerien gewesen sein.
Algeriens Regierung hat der französischen Zeitung Le Monde zufolge den Botschafter Mohamed Antar-Daoud zu „Konsultationen“ in die Hauptstadt zurückgerufen. Danach hat sie den Luftraum für französische Militärflugzeuge gesperrt.

Macron: Algeriens Geschichte „komplett umgeschrieben“

Der Grund dafür sind laut dem algerischen Präsidenten, Abdelmadjid Tebboune, Macrons kritische Äußerungen über Algerien. Der französische Präsident hatte nämlich bei einem Treffen mit Nachfahren von Harki, Helfern der französischen Armee im Algerienkrieg 1962, am Donnerstag gesagt, die frühere französische Kolonie werde von einem „politisch-militärischen System“ regiert.

Macron fügte hinzu, die offizielle Geschichte Algeriens sei „komplett umgeschrieben“. Sie beruhe nicht auf „Tatsachen“, sondern auf einem „Diskurs, der sich auf Hass auf Frankreich stützt“.

Laut lokalen Medien hat Emmanuel Macron die Existenz der algerischen Nation vor der französischen Kolonialisierung infrage gestellt. Es habe „frühere Kolonisierungen“ gegeben, sagte Macron und verwies auf die Rolle des Osmanischen Reichs in Algeriens Geschichte.

„Unzulässige Einmischung“

Die Zeitung Al Jazeera schrieb unter Berufung auf Quellen in der algerischen Regierung, die Bemerkung über die Existenz Algeriens als Nation habe besondere Wut ausgelöst. Die herrschende Elite Algeriens besteht seit der Unabhängigkeit des Landes größtenteils aus Veteranen des Befreiungskrieges gegen Frankreich.
Algeriens Präsident Tebboune betonte, Macrons Worte seien eine „unzulässige Einmischung“ in innere Angelegenheiten des Landes.
„Diese fraglichen Worte sind ein unerträglicher Angriff auf die Erinnerung an 5.630.000 tapfere Märtyrer, die ihr Leben in ihrem heldenhaften Widerstand gegen die französische Kolonialinvasion sowie in der Glorreichen Revolution der nationalen Befreiung geopfert haben“, heißt es in einer Erklärung des algerischen Präsidenten.

Macron fügte hinzu, die offizielle Geschichte Algeriens sei „komplett umgeschrieben“. Sie beruhe nicht auf „Tatsachen“, sondern auf einem „Diskurs, der sich auf Hass auf Frankreich stützt“.„Die Verbrechen des kolonialen Frankreichs in Algerien sind zahllos und erfüllen die strengsten Definitionen von Völkermord an der Menschlichkeit. Diese Verbrechen dürfen nicht Faktenmanipulationen und ‚mildernden Interpretationen‘ unterliegen“.

Ein ehemaliger algerischer Minister brachte Macrons Äußerungen auch mit der kommenden Präsidentschaftswahl in Verbindung: „Wir verstehen, dass Macron im Wahlkampf ist und mit allen Mitteln die Unterstützung der Rechtsextremen erhalten möchte, beispielsweise indem er die Geschichte Algeriens beleidigt… Das ist für uns inakzeptabel.“ Im April 2022 findet in Frankreich die Präsidentschaftswahl statt.
Nach Angaben der Zeitung Al Jazeera ist es das zweite Mal, dass Algerien einen Botschafter aus Frankreich abberufen hat. Im Mai 2020 rief das Land seinen Botschafter zurück, nachdem französische Medien einen Dokumentarfilm über Algeriens prodemokratische Hirak-Protestbewegung ausgestrahlt hatten.
UN-Blauhelmsoldaten in Mali (Archivbild) - SNA, 1920, 03.10.2021
Sprengfalle in Mali explodiert: Ein UN-Blauhelmsoldat getötet – vier weitere verletzt
Newsticker
0
Um an der Diskussion teilzunehmen,
loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich
loader
Chats
Заголовок открываемого материала