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Friedrich Merz: „CDU ist denkfaul geworden“

© AP Photo / Jens MeyerDer CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz (Archivfoto)
Der CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz (Archivfoto) - SNA, 1920, 01.10.2021
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Der CDU-Politiker Friedrich Merz hat in einem Interview seine Partei scharf kritisiert. Laut seinen Worten sei die CDU „denkfaul geworden“.
Sie habe sich viele Jahre auf den Apparat der Regierung gestützt.
„Die Union hat das thematische Arbeiten verlernt“, sagte Merz unter anderem gegenüber der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ). Das gelte sowohl für die inhaltliche Ausrichtung als auch für ihre Präsenz bei den Themen und den Menschen. Das müsse jetzt wieder erarbeitet werden – „egal, ob in der Regierung oder in der Opposition“.
Ferner sagte Merz, dass die CDU in den langen Jahren der Regierungsverantwortung viel an Profil und Inhalt aufgegeben habe. Der Politiker erinnerte daran, dass er sich zweimal als Parteivorsitzender beworben habe, um die Partei aus inhaltlicher und strategischer Sicht wieder stärker ausrichten zu können.

„Aber das ist vergossene Milch. Es ist, wie es ist. Wir sind da, wo wir sind“, kommentierte Merz.

Olaf Scholz - SNA, 1920, 27.09.2021
„Die CDU hat auch eine klare Botschaft bekommen: Sie soll in die Opposition!“ – Scholz
„Ich habe mich zweimal um den Parteivorsitz beworben, jeweils mit Unterstützung einer überwältigenden Mehrheit der CDU-Mitglieder, die auch weiterhin ungebrochen ist. Trotzdem hat der Parteitag zweimal anders entschieden.“
Friedrich Merz
ehemaliger Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Merz fügte hinzu: „Mein Bedarf an streitigen Abstimmungen gegen das Establishment ist gedeckt.“ Nun richte er sich darauf ein, „ein normaler und hoffentlich guter Abgeordneter zu sein“.
Er versprach ferner, sich sehr intensiv um seinen Wahlkreis zu kümmern und in Berlin solide Parlamentsarbeit zu machen.
CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak  - SNA, 1920, 30.09.2021
Union plant Jamaika-Sondierungen ab Sonntag
Mit Blick auf die Wahlergebnisse sagte der CDU-Politiker, dass die Union einen beachtlichen Teil ihrer Wähler über einen längeren Zeitraum verloren habe.
„Übrig geblieben ist ein harter Kern von 24 Prozent, der zu einem großen Teil noch nicht einmal aus Überzeugung, sondern aus purer Angst vor Rot-Grün-Rot die Union gewählt hat. Angst vor den Gegnern ist aber auf Dauer kein tragfähiges Fundament für eine politische Partei, für eine Volkspartei schon gar nicht.“
Friedrich Merz
ehemaliger Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Bezüglich seiner Unterstützung für Laschet sagte Merz: „Wenn wir einen Vorsitzenden gewählt haben, dann unterstütze ich ihn, solange er eine Chance hat, seine Aufgaben auch zu erfüllen.“ Und diese Chance habe er immer noch. Auf die Nachfrage, wie lange das gelte, sagte Merz:
„Das müssen wir abwarten. Wir sind jetzt in einer extrem empfindlichen und unsicheren Phase der deutschen Politik.“
Friedrich Merz
ehemaliger Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Der 1965 geborene Friedrich Merz hatte sich zuletzt Ende 2020 um den Parteivorsitz beworben und war Armin Laschet unterlegen, der dann Kanzlerkandidat der Union wurde. Am 26. September 2021 wurde Merz mit 40,41 Prozent der Stimmen erneut in den Deutschen Bundestag gewählt. Er vertritt als direkt gewählter Abgeordneter den Hochsauerlandkreis.
Bei der Bundestagswahl am vergangenen Sonntag war die SPD mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Die Union fuhr mit 24,1 Prozent ein historisch schlechtes Ergebnis ein.
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