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Deutsche Botschaft weiht beinahe Ehrentafel für Nazi-Kollaborateur in Kiew ein

© SNA / StringerDenkmal für das Massaker von Babyn Jar
Denkmal für das Massaker von Babyn Jar - SNA, 1920, 01.10.2021
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In der Ukraine ist beinahe eine Gedenktafel für den Nazi-Kollaborateur Wolodymyr Bahazij erschienen, der während des Großen Vaterländischen Krieges an der Hinrichtung von Juden beteiligt war. Darauf verwies der Chef des Ukrainischen Jüdischen Komitees Eduard Dolinski auf Facebook.
Er stellte klar, dass die Kiewer Stadtverwaltung im Rahmen des internationalen Projekts „Stolpersteine“, das den Opfern des Nazismus gewidmet ist, das Anbringen einer Gedenktafel für ein Mitglied der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) genehmigen soll.
„Achtung! Anlässlich des 80. Jahrestages von Babyn Jar will die deutsche Botschaft zusammen mit dem Ukrainischen Holocaust-Zentrum und der Kiewer Stadtverwaltung ein Gedenkschild für einen Nazi-Kollaborateur, einen Komplizen bei der Ermordung der Kiewer Juden, Mitglied der OUN, Bürgermeister von Kiew 1941-1942, einweihen. Bahazij war stellvertretender Bürgermeister von Kiew und war direkt an der Organisation des Massakers an Juden beteiligt. Er war am Raub jüdischen Eigentums beteiligt, verteilte Wohnungen von ermordeten Juden. 1942 wurde er von den Nazis erschossen“, erklärte Dolinski.
Die Deutsche Botschaft in der Ukraine platzierte zunächst auf ihrem Facebook-Account einen Link zur offiziellen Webseite des Projekts „Stolperstein“, wo eine interaktive Karte mit Adressen von Gedenktafeln zu finden ist. Eine der Markierungen in der Bratskaja-Straße in Kiew enthielt ein Foto von Wolodymyr Bahazij und seine Biografie, die jedoch keine Informationen über seine Beteiligung an der Hinrichtung von Juden während der Besatzung enthielt.
Später wurde die zu Ehren von Bahazij geplante Tafel von der Karte gelöscht. Dolinski schrieb einen Kommentar dazu auf seiner Facebook-Seite:
„Aber wie sich herausstellte, wurde die Botschaft irregeführt. Dies machte der Aktivist mit nicht-traditioneller jüdischer Orientierung, der Direktor des ukrainischen Zentrums für das Studium des Holocaust, Anatolij Podolski.
Er hat zusammen mit Freunden vom Ministerium für Erinnerung den Deutschen vorgeschlagen, anlässlich des 80. Jahrestages von Babyn Jar den Bürgermeister von Kiew, angeblich ein ‚Opfer des Nationalsozialismus‘, zu ehren. Doch aus der zynischen Provokation wurde nichts, dank nicht gleichgültigen Menschen aus verschiedenen Ländern, die anriefen und an die Deutsche Botschaft, das Auswärtige Amt und den Bundestag schrieben. In Kiew wird es kein Denkmal für Bahazij geben!“
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