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Äthiopien erklärt sieben UN-Mitarbeiter zu unerwünschten Personen – Guterres „schockiert“

© AFP 2021 / ALBERT GONZALEZ FARRANäthiopische UN-Blauhelmsoldaten (Archivbild)
äthiopische UN-Blauhelmsoldaten (Archivbild) - SNA, 1920, 01.10.2021
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Äthiopien hat sieben Mitarbeiter humanitärer UN-Organisationen zu Persona non grata erklärt, wie das Außenministerium in Addis Abeba auf Twitter mitteilte. Ihnen wird vorgeworfen, sich in innere Angelegenheiten des Landes eingemischt zu haben. UN-Generalsekretär António Guterres hat „schockiert“ auf die Entscheidung reagiert.
Demnach haben die UN-Vertreter 72 Stunden Zeit, das Land am Horn von Afrika zu verlassen.
Unter ihnen seien die Chefin des Kinderhilfswerks Unicef in Äthiopien, Adele Khodr, und der stellvertretende UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Äthiopien, Grant Leaity. Nähere Angaben zu den Hintergründen der Ausweisung machte die Regierung zunächst nicht.
UN-Generalsekretär António Guterres habe „schockiert“ reagiert, sagte UN-Sprecherin Stephanie Tremblay am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.
Guterres habe vollstes Vertrauen in die UN-Mitarbeiter in Äthiopien, ließ der UN-Chef am Donnerstag in New York laut einer Mitteilung verlauten, die die Deutsche Presse-Agentur vorliegt.
Man versuche die Regierung Äthiopiens dazu zu bewegen, die UN-Mitarbeiter im Land bleiben und „ihre wichtige Arbeit fortsetzen“ zu lassen.
Frauen, die von den Kämpfen in der  Region Tigray geflohen sind, rösten Kaffeebohnen - SNA, 1920, 07.07.2021
UN: Versorgungslage in Äthiopiens Krisenregion Tigray hat sich verbessert
Anfang September hatte der Leiter des UN-Nothilfebüros (OCHA) in Äthiopien, Grant Leaity, Regierungschef Abiy Ahmed vorgeworfen, humanitäre Hilfen in der umkämpften Provinz Tigray zu blockieren.
Die Regierung in Addis Abeba verhindere durch bürokratische Auflagen, dass ausreichend Hilfsgüter, Treibstoff und Personal die Notleidenden erreichen, so Leaity damals. Impfungen gegen Masern, Polio und Covid-19 seien demnach nicht möglich. Es drohe eine der schlimmsten Hungerkrisen weltweit seit Jahrzehnten.

Bürgerkrieg in Äthiopien

Der Krieg zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) und den Truppen der Zentralregierung war Anfang November 2020 ausgebrochen. Bis dahin war die TPLF in der gleichnamigen Region im Norden Äthiopiens an der Macht. Ministerpräsident Abiy Ahmed hatte der TPLF vorgeworfen, einen bewaffneten Aufstand angezettelt zu haben. Nach etwa einem Monat erklärte die Regierung von Ahmed den Konflikt mit der TPLF für gewonnen.
Geflüchtete Anführer der TPLF hätten jedoch geschworen, von den Bergen der Region, im Norden Äthiopiens aus weiter zu kämpfen. Zunächst konnten die Truppen der Zentralregierung die TPLF von der Macht in Tigray verdrängen. Ende Juni eroberte die TPLF Medienberichten zufolge die Regionalhauptstadt Mekelle zurück und hat seitdem weitere Geländegewinne erzielt.
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Kämpfer aus Tigray nehmen Unesco-Welterbestätte Lalibela ein – 250.000 Menschen auf der Flucht
Nach UN-Angaben sind in Tigray selbst rund 400.000 Menschen von einer Hungersnot bedroht. Mehr als 5,2 Millionen Menschen sind nach UN-Angaben im Norden des Landes auf Nahrungsmittellieferungen angewiesen.
Äthiopien und Eritrea trugen von 1998 bis 2000 einen blutigen Grenzkonflikt aus und unterhielten danach jahrelang keine diplomatischen Beziehungen. Erst 2018 begruben beide Länder das Kriegsbeil. Auch dafür bekam Abiy 2019 den Friedensnobelpreis.
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