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Schlag gegen Geldautomatensprenger – Durchsuchungen und Festnahmen in den Niederlanden

Geldautomat (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.09.2021
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Die Justiz- und Polizeibehörden in Deutschland beschäftigen sich seit langem mit Sprengungen von Geldautomaten. Nun ist einer deutsch-niederländischen Ermittlungsgruppe nach anderthalbjähriger Arbeit ein empfindlicher Schlag gegen die Kriminellen gelungen. Das folgt aus einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Osnabrück.
Demnach fand am Dienstag unter Mitwirkung von EU-Organisationen Eurojust und Europol eine groß angelegte Durchsuchungsaktion der Polizeibehörden Osnabrück und Utrecht in den Niederlanden statt.
Bei den sieben Durchsuchungen konnten drei Tatverdächtige festgenommen werden. Die drei Männer befänden sich derzeit in Untersuchungshaft in den Niederlanden und sollen nach Deutschland ausgeliefert werden. Erstmals sei es den Ermittlern gelungen, auch in die Strukturen der Organisations- und Logistikebene solcher Tätergruppierungen einzudringen.

Fast zwei Dutzend Beteiligte

Es seien mehr als 20 elektronische Kommunikationsgeräte, zahlreiche Datenträger und Speichermedien, Täterbekleidung, Tatwerkzeug und Tatmittel, darunter ein Fahrzeug und Sprengutensilien, sowie eine Geldzählmaschine, 3500 Euro Bargeld und ein mobiles Blaulicht sichergestellt worden, heißt es.
Euro (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.05.2021
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Vor rund eineinhalb Jahren hatte die Osnabrücker Strafverfolgungsbehörde die Ermittlungen der gegen eine Gruppe aus Utrecht (Niederlande) wegen des Verdachts der Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion sowie Verabredung zum Verbrechen eingeleitet.
Insgesamt konnten 23 Beschuldigte ermittelt werden. Den Tätern würden bundesweit 15 Geldausgabeautomatensprengungen vorgeworfen. Der durch die Sprengungen entstandene Vermögensschaden wird auf Millionen Euro geschätzt.

Trainingscenter in Holland

Zudem konnte ermittelt werden, dass die Tätergruppierungen ein Trainingszentrum in Utrecht eingerichtet hatten, in dem an verschiedenen Geldausgabegeräten Sprengungen getestet worden sein sollen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse konnten dann bei Tatausführungen in Deutschland angewandt werden.
Polizeiauto (Symbolbild) - SNA, 1920, 20.12.2020
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Die Sprengungen seien im Jahr 2020 in sechs Bundesländern erfolgt. Betroffen wären Nordrhein-Westfallen, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Bayern.
Nach Polizeiangaben wurden im Jahre 2020 in Deutschland 414 Geldausgabeautomatensprengungen begangen - 19 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Die meisten Tatverdächtigen stammen demnach aus den Niederlanden.
Angriffe auf Geldautomaten in Deutschland 2020

Laut dem Bundeskriminalamt wurden im Jahr 2020 in Deutschland insgesamt 704 physische Angriffe auf Geldautomaten registriert. Das ist 28,2 Prozent mehr als im Vorjahr (549 Fälle). Bei diesen Taten kamen Komplettentwendung durch Herausreißen oder Demontage, Öffnung mit Winkelschleifern, hydraulischen Spreizern, manuellen Hebelwerkzeugen oder thermischen Schneidegeräten. Die meisten Fälle waren Sprengungen (414), in Folge deren rund 17,1 Millionen Euro Beuteschaden entstand. Die Polizei stellte 168 Tatverdächtige fest. Rund zwei Drittel (111) waren reisende Täter aus den Niederlanden.

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