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Colonia-Dignidad-Verbrechen: Deutscher in Italien in Haft

© CC0 / djedj / PixabayPolizei in Italien (Symbolbild)
Polizei in Italien (Symbolbild) - SNA, 1920, 30.09.2021
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Ein deutscher Staatsbürger ist nach Angaben der Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos in Italien wegen Verbrechen in der früheren Kolonie „Colonia Dignidad“ in Chile verhaftet worden.
Ein deutscher Staatsbürger ist nach Angaben der Nachrichtenagenturen Ansa und Adnkronos in Italien wegen Verbrechen in der früheren Kolonie „Colonia Dignidad“ in Chile verhaftet worden.
Der Mann sei schon in der vorigen Woche in Forte dei Marmi wegen eines internationalen Strafbefehls aus Chile festgenommen worden.
Am Donnerstag entschied dann ein Berufungsgericht in Florenz, den Deutschen wegen Fluchtgefahr nicht freizulassen, wie es hieß. Weder die Anwälte des Mannes noch die Staatsanwaltschaft oder das Gericht waren zunächst für eine Stellungnahme zu erreichen.
Der Deutsche soll 75 Jahre alt und mit seiner Frau auf Urlaub in der Toskana gewesen sein. Seine Pflichtverteidigerin sagte laut Ansa, er habe nichts von dem Strafbefehl gewusst, sonst wäre er nicht ins Ausland gereist. Er lebe schon seit Jahren in Deutschland. Nun müsse entschieden werden, ob der Mann an Chile ausgeliefert wird.
Dort sei er 2005 von einem Gericht wegen Freiheitsberaubung verurteilt worden, sagte die Anwältin laut Ansa weiter. Chilenischen Medienberichten zufolge hatte sich der Mann in jenem Jahr aus dem südamerikanischen Land abgesetzt, nachdem dort Ermittlungen wegen des Verschwindens von drei Menschen – darunter ein chilenisch-italienischer Doppelstaatler – eingeleitet worden waren.
Gericht (Symbolbild) - SNA, 1920, 16.09.2021
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Die „Colonia Dignidad“ (Kolonie der Würde) war Anfang der 1960er Jahre von dem deutschen Laienprediger Paul Schäfer und dessen Anhängern am Fuße der chilenischen Anden gegründet worden. Jahrzehntelang ließ er die Sektenmitglieder dort ohne Lohn arbeiten, riss Familien auseinander und missbrauchte Kinder. Während der Militärdiktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990) wurden auf dem riesigen Areal zudem Regimegegner gefoltert und ermordet.
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