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Klöckner, Altmaier, Amthor und Co.: Diese bekannten Unions-Politiker haben ihren Wahlkreis verloren

© AP Photo / JENS MEYERCDU-Logo (Archiv)
CDU-Logo (Archiv) - SNA, 1920, 29.09.2021
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Das schlechte Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl 2021 schlägt sich auch auf die Ergebnisse bei den Direktmandaten nieder. Prominente Unionspolitiker und -minister können nur, wenn überhaupt, über die Landeslisten ihrer Partei in den Bundestag einziehen. Julia Klöckner kündigte den Abschied als CDU-Landeschefin in Rheinland-Pfalz an.
Bei der Bundestagswahl 2021 stürzte die Union im Bund auf das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte ab. Viele Unionspolitiker verloren ihren Wahlkreis, so auch Julia Klöckner, bisher Bundeslandwirtschaftsministerin. Sie war bei der Bundestagswahl als CDU-Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz angetreten. Klöckner unterlag in ihrem Wahlkreis Kreuznach ihrem SPD-Kontrahenten Joe Weingarten, zieht aber über die Landesliste ihrer Partei wieder in den Bundestag ein. Nun will sich die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Klöckner auch nach mehr als zehn Jahren vom Landesvorsitz in Rheinland-Pfalz zurückziehen. Bei der Vorstandswahl am 20. November werde sie nicht mehr kandidieren, teilte die 48-Jährige nach Angaben des Landesverbandes am Montag bei einer Vorstandssitzung mit.

Julia Klöckner tief enttäuscht

„Wir wollen die kommenden Wochen für die Neuaufstellung nutzen, um unsere Basis breit einzubinden und die neue Führung mit einem starken Votum für die Zukunft auszustatten“, wird Klöckner in der Mitteilung der Deutschen Presse-Agentur zitiert.
Über den Ausgang der Wahl zeigte sich Klöckner tief enttäuscht. „An dem Ergebnis gibt es nichts schönzureden. Die Verluste schmerzen sehr“, hatte sie am Montag erklärt. Der Bundestrend habe sich massiv auch auf die Wahlkreisergebnisse in Rheinland-Pfalz ausgewirkt. Ihre Zeit als Landwirtschaftsministerin ist umstritten. Laut der Verbraucherzentrale-Bundesverband hat sie in ihrer letzten Legislaturperiode ganze Null Vorhaben umgesetzt.
Rente (Symbolbild) - SNA, 1920, 05.05.2021
Verbraucherschutz bewertet Bundesregierung: Null Punkte für Rentenpolitik

CDU-Politiker Amthor verpasst Direktmandat

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat das Direktmandat in seinem Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern an den SPD-Politiker Erik von Malottki verloren. 20,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler gaben Amthor im Wahlkreis 16 ihre Erststimme. Amthor landete damit nur auf dem dritten Platz, hinter von Malottki (24,8 Prozent) und dem AfD-Politiker Enrico Komning (24,3 Prozent).
2017 hatte der damals 24-jährige Amthor das Direktmandat mit 31,2 Prozent gewonnen. In diesem Jahr war er als Spitzenkandidat der CDU in Mecklenburg-Vorpommern in die Bundestagswahl gegangen. Somit wird Amthor höchstwahrscheinlich dennoch in den Bundestag einziehen. Er war in der sogenannten Amthor-Affäre über Lobbytätigkeiten für das US-Startup „Augustus Intelligence“ in die Kritik geraten.
Philipp Amthor (Archivbild) - SNA, 1920, 03.03.2021
Lobbyaffäre um Philipp Amthor: Augustus Intelligence klagt gegen Herausgabe von Dokumenten

Maaßen kommt nicht in den Bundestag

Der Ex-Bundesverfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen (CDU) ist ebenso mit seiner Kandidatur für ein Direktmandat im Bundestag deutlich gescheitert. Der umstrittene CDU-Politiker kam nach Auszählung aller Stimmen im Südthüringer Wahlkreis 196 auf 22,3 Prozent der Erststimmen, sein SPD-Kontrahent, der Olympiasieger und Ex-Biathlon-Bundestrainer, Frank Ullrich, holte das Direktmandat mit 33,6 Prozent der Erststimmen.
Thüringens SPD-Chef Georg Maier zeigte sich begeistert angesichts des Erfolgs von Ullrich. Mit Ullrich habe ein Kandidat das Direktmandat geholt, „der dort in der Region verwurzelt ist und der demokratisch verwurzelt ist“, sagte Maier.
Maaßens Kandidatur für die CDU stand von Anfang an massiv in der Kritik – auch in Teilen der Union.
Der Ex-Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen nimmt an einer Pressekonferenz teil, 24. Juli 2018. (Archivbild) - SNA, 1920, 11.09.2021
Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen wirft SPD und Grünen „Dämonisierung“ seiner Person vor

Scheuer mit deutlichem Stimmenverlust

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) konnte sich zwar ein Direktmandat sichern, hat in seinem Wahlkreis Passau aber deutlich an Zuspruch verloren. Bei den Erststimmen kam er dem vorläufigen Endergebnis nach auf 30,7 Prozent. Das sind 16,8 Prozentpunkte weniger als bei der Bundestagswahl 2017, als der niederbayerische CSU-Bezirksvorsitzende auf 47,5 Prozent der Stimmen kam. 2013 konnte er noch 59,8 Prozent der Stimmen erringen.
Im BR-Fernsehen sagte Scheuer am Sonntagabend: „Ich hatte dreieinhalb brutal harte Jahre und wurde auch von der Opposition ziemlich unsanft angepackt, das wird sicherlich seine Auswirkung gehabt haben.“ Der 47-Jährige ist seit 2002 im Bundestag und seit 2018 Bundesverkehrsminister. Auch seine Leistung als Minister steht in der Kritik. Seine Rolle beim Scheitern der Pkw-Maut wurde in einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss untersucht. Auf den Bund kommen laut einer Schätzung in der Angelegenheit noch eine halbe Milliarde Euro Schadenersatzforderungen zu.

Kanzleramtschef Braun verliert Direktmandat im Wahlkreis Gießen

Helge Braun war hessischer CDU-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl. Den Kampf um das Direktmandat im Wahlkreis Gießen hat der Kanzleramtschef allerdings verloren. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt er am Sonntag 29,6 Prozent der Erststimmen und unterlag damit knapp seinem SPD-Kontrahenten Felix Döring, der auf 30,4 Prozent kam. Bei der vorherigen Wahl 2017 hatte Braun in dem Wahlkreis noch das Direktmandat gewonnen. Auch Braun steht vor allem wegen der Corona-Politik der Bundesregierung in der Kritik.

Kramp-Karrenbauer ohne Direktmandat in Saarbrücken

Die Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat im Saarland kein Direktmandat geholt. Im Wahlkreis Saarbrücken verlor sie mit 25,1 Prozent der Stimmen gegen Josephine Ortleb (SPD), die auf 36,9 Prozent kam, wie die Landeswahlleitung am Sonntagabend mitteilte. Kramp-Karrenbauer hatte das Direktmandat im Wahlkreis Saarbrücken für die CDU zurückerobern wollen, nachdem dieses 2017 an die SPD gegangen war. Die ehemalige CDU-Bundesvorsitzende Kramp-Karrenbauer kann noch über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Sie steht auf Platz eins. „AKK“, wie sie nicht nur im Saarland genannt wird, hat derzeit noch kein Mandat im Bundestag.

Maas nimmt Altmaier Direktmandat ab

Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat das Duell um das Direktmandat gegen Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) im Wahlkreis Saarlouis verloren. Maas kam nach dem vorläufigen Ergebnis auf 36,7 Prozent der Stimmen, Altmaier auf 28,0, teilte die Landeswahlleiterin am Sonntagabend mit. Es war das bundesweit einzige Duell zweier Bundesminister um ein Direktmandat für den Bundestag.
Bei der Bundestagswahl 2017 war es noch andersherum: Damals war Altmaier als Sieger vom Platz gegangen. Maas (55) war über die SPD-Landesliste in den Bundestag gerückt. Sowohl Maas als auch Altmaier kommen gebürtig aus dem Kreis. Altmaier hatte das Direktmandat in dem Wahlkreis 2009, 2013 und 2017 für die CDU gewonnen.
Auch der 63-jährige Altmaier kann noch über die Landesliste seiner Partei in den Bundestag einziehen. Da steht er nach Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Platz zwei.

Direktmandat in Merkels bisherigem Wahlkreis geht an die SPD

Nach mehr als 30 Jahren hat die CDU bei einer Bundestagswahl nicht das Direktmandat in Angela Merkels bisherigem Wahlkreis geholt. Für den Wahlkreis 15 zieht nun die 27-jährige Anna Kassautzki von der SPD mit 24,3 Prozent der Erststimmen in den Bundestag ein, wie auf der Homepage der Landeswahlleiterin veröffentlicht wurde. Auf Platz zwei landete im Wahlkreis Vorpommern-Rügen - Vorpommern-Greifswald I Merkels Nachfolger als CDU-Direktkandidat, der 33-jährige Georg Günther. Für ihn stimmten 20,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler. Die scheidende Bundeskanzlerin holte seit 1990 acht Mal in Serie das Bundestagsdirektmandat in Vorpommern. Dieses Jahr war sie nicht mehr zur Wahl angetreten.
Ein Wahlplakat der Grünen und SPD (Archivbild) - SNA, 1920, 23.09.2021
„Kanzlerfotograf“ Müller zum Wahlkampf 2021: „Noch nie so schlechte Wahlplakate gesehen“

Christian Lindner verpasst erneut Direktmandat in NRW

Kein Unionsmitglied, aber trotzdem eine Erwähnung wert: Auch der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat bei der Bundestagswahl ein Direktmandat zum wiederholten Mal deutlich verfehlt. Der 42-Jährige kam am Sonntag im Rheinisch-Bergischen Kreis (Nordrhein-Westfalen) nach Auszählung von 308 von 309 Stimmbezirken auf 16,8 Prozent – und landete damit auf dem vierten Platz. Als Spitzenkandidat seiner Partei zieht er dennoch über die Landesliste in den Bundestag ein.
Das Direktmandat in dem Wahlkreis nahe Köln gewann erneut der CDU-Politiker Hermann-Josef Tebroke mit 30,0 Prozent. SPD-Kandidat Kastriot Krasniqi kam auf 22,7 Prozent, Grünen-Kandidat Maik Außendorf erlangte 18,0 Prozent.
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