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Covid-19-Pandemie in Deutschland: Studie bezeichnet Maßnahmen aus dem Frühjahr 2020 als effektiv

© SNA / Nikolaj Filjakow / Zur BilddatenbankRadfahrer in Berlin (Archiv)
Radfahrer in Berlin (Archiv) - SNA, 1920, 29.09.2021
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60 Prozent weniger Todesfälle und 80 Prozent weniger Infektionen – so wirksam stuft eine Studie die deutschen Maßnahmen aus dem Frühjahr 2020 zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie ein. Die Wirksamkeit der Maßnahmen war in der Vergangenheit immer wieder infrage gestellt worden.
Gegen die Ausbreitung des Sars-Coronavirus-2 in Deutschland wurde Mitte März 2020 eine Reihe Maßnahmen politisch umgesetzt, die sowohl die Bewegungsfreiheit als auch soziale Kontakte der Bürger drastisch einschränkten. Zu den Vorkehrungen zählten auch Schließungen von Schulen, Kindergärten und Geschäften. In der Folge fielen im April die Zahlen kontinuierlich und ab 20. April wurden die Maßnahmen nach und nach wieder gelockert.
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Allerdings schieden sich die Geister mit Blick auf die Ursache hinter den sinkenden Zahlen. Kritiker der Maßnahmen argumentierten unter anderem damit, dass die Ausbreitung auch ohne solche Maßnahmen gebremst worden wäre, da die Bürger ihr Verhalten selbständig an die neue Lage angepasst hätten.

Virus-Ausbreitung in Kreisen mit und ohne Beschränkung verglichen

Eine internationale wirtschaftswissenschaftliche Studie unter Beteiligung der Kölner und Linzer Universitäten kommt nun zu dem Ergebnis: Und sie wirkten doch. Dazu haben sie die politischen Maßnahmen, Zahlen des Robert-Koch-Instituts sowie anonymisierte Bewegungsdaten von Mobilfunkanbietern aus den über 400 deutschen Kreisen analysiert.
Dabei war entscheidend, dass die ersten Infektionen mit dem Virus in manchen Kreisen vor Einführung der Einschränkungen, in anderen wiederum erst deutlich danach auftraten. Auf diese Weise konnten die Ausbreitung ohne Beschränkungen und die Ausbreitung mit Beschränkungen miteinander verglichen werden.
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Anhand von Mobilfunkdaten stellten die Forscher im ersten Schritt fest, dass die Maßnahmen die Bewegungen der Menschen im Schnitt um 30 Prozent verringerten. Durch Hochrechnungen aus Vergleichen der Kreise leiteten sie im zweiten Schritt die Wirksamkeit der Maßnahmen ab. Ihr Ergebnis lautet: Innerhalb der ersten drei Wochen wurden über 80 Prozent der Infektionen und über 60 Prozent Todesfälle vermieden – im Vergleich zu einem Geschehen ohne Maßnahmen. Diese Prozentzahlen hätten laut den Forschern 500.000 weiteren Ansteckungen oder 5400 zusätzlichen Toten entsprochen.

Beschränkungen hatten größten Effekt bei unter 60-Jährigen

Weitere Analysen zeigten, dass die Beschränkungen in allen Gruppen der Bevölkerung Infektionen gebremst hatten. Allerdings war die Eindämmung bei Menschen über 60 Jahren schwächer als bei jüngeren Menschen. Die Autoren vermuten dahinter einen besonders starken Effekt von Schul- und Kita-Schließungen auf Kinder und Eltern.
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Die Autoren betonen aber, dass eine Studie, die von bestätigten Fallzahlen ausgeht, nicht die ganzen Auswirkungen der Maßnahmen erfassen könnte. Das liegt an der Dunkelziffer nicht nachgewiesener Erkrankungen. Wenn hier künftig bessere Daten vorliegen sollten, dann wäre aus Sicht der Autoren eine erneute Analyse durchzuführen.
Die Studie ist im interdisziplinären Open-Access Journal „Plos One“ erschienen.
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