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Afghanistan
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Preisgekrönte Zeitung in Afghanistan sucht Geldgeber fürs Überleben

© AP Photo / Rahmat GulKabuler Bank (Archivbild)
Kabuler Bank (Archivbild) - SNA, 1920, 28.09.2021
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Letztes Jahr war sie noch von Transparency International ausgezeichnet worden, jetzt kämpft die Zeitung „Etilaat-e Ruz“ um das finanzielle Überleben. Eine Spendenkampagne zur Finanzierung läuft schleppend. Die Zeitung ist nicht die einzige, die unter den Taliban* mit finanziellen Problemen zu kämpfen haben soll.
Eine preisgekrönte Zeitung in Afghanistan hat für ihr finanzielles Überleben unter den Taliban* eine Online-Spendenaktion ins Leben gerufen. Die Kampagne der Zeitung „Etilaat-e Ruz“ habe bisher knapp 4.000 der angestrebten 100.000 Dollar (etwa 85.400 Euro) eingebracht, teilten die Organisatoren mit.
Der Herausgeber der Zeitung twitterte am Montag, jede Spende versetze das Medium in die Lage, der Welt die Geschichten der afghanischen Bevölkerung zu erzählen. „Lassen wir die Dunkelheit nicht zum Sieger werden“, schrieb Saki Darjabi weiter. Zuvor hatte die Zeitung bekannt gegeben, dass sie ihre gedruckte Ausgabe wegen finanzieller Probleme eingestellt habe.
„Etilaat-e Ruz“ war im vergangenen Jahr von Transparency International mit dem Anti-Korruptionspreis für ihre ausführlichen investigativen Berichte über die Korruption in Afghanistan ausgezeichnet worden. Vor der Machtübernahme der Taliban Mitte August hatte sie sich weitgehend durch Werbung finanziert.
Ein Vertreter der in Kabul ansässigen Medienorganisation NAI sagte der Deutschen Presse-Agentur, mindestens 153 Medien seien mittlerweile unter der Herrschaft der Taliban entweder wegen finanzieller Probleme oder wegen Drohungen geschlossen worden. Freie Medien in Afghanistan hätten große finanzielle Probleme, was dazu führen werde, dass noch mehr Medien schließen müssten, sagte er.
Am 19. September hatten Taliban-Vertreter den afghanischen Medien elf Regeln mitgeteilt, nach denen unter anderen die „Beleidigung nationaler Persönlichkeiten“, „Inhalte im Widerspruch zum Islam“ und die „Verletzung der Privatsphäre“ untersagt sind. Nach Ansicht der internationalen Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen öffnen solche rote Linien der Zensur und Repression Tür und Tor.
* Unter anderem von der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (Armenien, Kasachstan, Kirgistan, Russland, Tadschikistan, Weißrussland) als Terrororganisation eingestuft, deren Tätigkeit in diesen Ländern verboten ist
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