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„Körperliche Schmerzen“: Laschets virtueller Spießrutenlauf bei „Hart aber fair“

© REUTERS / FABRIZIO BENSCHCDU-Chef Armin Laschet
CDU-Chef Armin Laschet - SNA, 1920, 28.09.2021
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Jetzt muss Armin Laschet tapfer sein: Nach der Wahlniederlage der Union wird er selbst von bisherigen Kampfkameraden kaum noch aufbauende Worte hören. So gestaltete sich auch der „Hart aber fair“-Talk am Montagabend in der ARD zu einem Spießrutenlauf für den Noch-CDU-Chef und (theoretisch) Noch-Kanzlerkandidaten.
Tilman Kuban, Chef der Jungen Union, fand beim TV-Talk gleich zu Beginn klare Worte:

„Wir haben die Wahl verloren. Punkt.“ Und: Der Kandidat hat nicht die Zustimmungswerte erhalten, wie es einige Kräfte, die ihn vorher auf den Schild gehoben haben, vielleicht vermutet haben.“

Kuban selbst hatte seine Direktwahl in einem Wahlbezirk in Hannover an einen SPDler verloren. Insofern hatte er ebenfalls nicht die erwünschten „Zustimmungswerte“ bekommen.
Sicherlich hatte die schwache Position des Kanzlerkandidaten der Union Armin Laschet auch bei der Stimmabgabe in Hannover eine fatale Rolle gespielt – wie in so manchen anderen Regionen der Bundesrepublik. In den neuen Bundesländern mussten sich mehrere Direktwahl-Kandidaten der CDU ausgerechnet von Mitbewerbern aus der AfD geschlagen geben.

Aufstand an der CDU-Basis

Talkmaster Frank Plasberg verweilte bei dem Thema und wollte noch ein Weilchen in dieser Wunde bohren. Zu diesem Zweck blendete er einen Tweet der CDU-Politikerin Ellen Demuth ein. Die CDU-Vizefraktionschefin im Landtag von Rheinland-Pfalz hatte ihrer Empörung über Laschets Auftritt nach der Bekanntgabe der Hochrechnungen freien Lauf gelassen und ihn zum Rücktritt aufgefordert:

„Armin Laschet, Sie haben verloren. Bitte haben Sie Einsicht. Wenden Sie weiteren Schaden von der CDU ab und treten Sie zurück.“

Damit nicht genug: Plasberg rief Demuth kurz vor der Sendung an, damit sie bei Bedarf nachlegen kann. Und das tat die Politikerin auch.
„Sie hat gesagt: ‚Ich fand Laschets Auftritt ignorant und empathielos gegenüber den vielen, die toll gekämpft haben und jetzt ihre Mandate verloren haben wegen ihm‘“, erzählte der Moderator. Demuth habe außerdem gesagt:

„Ich hatte beim Zuschauen körperliche Schmerzen. Das ist ihm offenbar egal. Er ist abgewählt worden. Sich dann so hinzustellen, so pampig und motzig, das ist ein Schlag ins Gesicht!“

CDU-Chef Armin Laschet (Archivbild) - SNA, 1920, 14.09.2021
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„Laschet wird minütlich angeschossen“

Wenn nicht unbedingt körperliche, dann aber sicher ganz extreme seelische Qualen musste der Unionskandidat wohl jede Stunde und jede Minute nach der Bekanntgabe der Wahlresultate durchmachen. Bleibt zu hoffen, dass er keine Zeit hatte, sich diesen Talk in der ARD anzuschauen. Denn dort wurde der abwesende Laschet von den meisten Teilnehmern einem virtuellen Spießrutenlauf unterzogen.

„Ich glaube überhaupt nicht mehr, dass Armin Laschet auch nur entfernt in der Lage ist, eine stabile Regierung zu bilden“, behauptete etwa der „Spiegel“-Kommentator Sascha Lobo, den man dank seiner Irokesen-Frisur kennt. „Er wird ja minütlich angeschossen.“

Lobos Prognose: „Selbst wenn er sich wieder durchmogeln würde, würde er bis an die Erpressbarkeit heran eine sehr instabile Regierung führen (…) „Da braucht Friedrich Merz nur einmal einen Ellbogen-Check zu machen, dann fällt er lang hin.“
„Zeit“-Journalistin Miriam Mau schloss sich der sadistischen Prozedur bereitwillig an: „Warum besteht jemand, der so schlecht abschneidet, darauf, Kanzlerkandidat zu sein?“ Ihre Antwort darauf lautete: „Er glaubt daran. Es ist eine Art von Auto-Suggestion. Sicher kann man es aber auch Arroganz nennen.“
Auch sie hat nach eigenen Angaben bei „vielen, vielen Abgeordneten, die ihr Mandat verloren haben, eine große Wut“ verzeichnet. Ich halte es für möglich, dass morgen schon ein Aufstand losbricht.“
Aus einem anderen, aber ähnlichen Anlass hatte der Journalist Andreas Dunker die alte Weisheit umformuliert:

„Der Sieg hat viele Väter, die Niederlage aber nur eine Mutter: Angela Merkel.“

Da aber die Merkel-Ära vorbei ist, musste sich CDU-Chef Laschet von der Weisheit in der ursprünglichen Formulierung überzeugen: „Der Sieg hat viele Väter, die Niederlage ist immer ein Waisenkind.“
Denn bei „Hart aber fair“ gestaltete sich aber Laschets verbale Exekution derart hart, dass sich so manche eventuell fragen sollten, inwieweit diese auch fair war.
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