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Allzeithoch: Gaspreise in Europa übersteigen die 1000-Dollar-Marke

© SNA / Konstantin MichaltschewskiGas im Haushalt
Gas im Haushalt  - SNA, 1920, 28.09.2021
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Der Gaspreis in Europa hat zu Handelsbeginn am Dienstag zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von 1000 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter überschritten. Das geht laut Medien aus den Handelsdaten der Börse ICE Futures hervor.
Demnach lag der Preis für Oktober-Futures am niederländischen TTF-Index, dem liquidesten europäischen Handelsplatz, zu Beginn des Tages bei 992 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter und erreichte um 10:10 Uhr (Moskauer Zeit) den historischen Höchststand von fast 1030 US-Dollar.
Auch in den USA war ein ähnlicher Aufwärtstrend auf dem Gasmarkt zu sehen. Zu Beginn des Dienstagshandels stieg der Preis für Futures auf 6,3 Dollar pro Million British Thermal Units (MMBtu) und erreichte somit den höchsten Stand seit Februar 2014.
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Gaspreise in Europa

Die Börsenpreise für Gas in Europa brechen seit dem Spätsommer Rekorde. So wurde am 30. August die Marke von 600 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter überschritten, am 9. September die Marke von 700 US-Dollar, am 14. September die Marke von 800 US-Dollar, und am 15. September näherte sich der Kraftstoffpreis der Marke von 970 US-Dollar. Seit Anfang des Jahres hat sich der Preis somit vervierfacht.
Als Gründe dafür nennen die Experten den kalten Winter von 2020 und die ungewöhnliche Hitzewelle im diesem Sommer, die die europäischen Speicherreserven erschöpften. Die gestiegene Nachfrage auf Erdgas lässt sich zudem auf die Erholung der Wirtschaft von der Corona-Krise und begrenzte Lieferungen durch Europas größten Lieferanten Gazprom zurückführen.
Eine Rolle sollen auch die Auktionen zur Reservierung zusätzlicher Kapazitäten für den Gastransit durch die Ukraine im September gespielt haben, bei der Gazprom 0,65 Millionen von 15 Millionen Kubikmetern des von Kiew zur Verfügung gestellten Transitvolumens gekauft hatte. Bei einer weiteren Auktion am vergangenen Montag buchte Gazprom überhaupt keine zusätzliche Kapazität für den Transit durch die Ukraine für Oktober.
Die Europäische Union hatte laut Reuters vor 20 Jahren auf stabile und langfristige Gasverträge verzichtet, als die Gaspreise an die Ölpreise gekoppelt waren. Seitdem ist Europa auf kurzfristige und flexiblere Verträge angewiesen, die auf den an Börsen und Hubs gehandelten Gaspreisen basieren. Der Wechsel kam den europäischen Verbrauchern zugute, als das reichliche Angebot die Preise niedrig hielt. Auf dem angespannten Markt von heute zeigte das Modell nun aber seine Nachteile, sodass die europäischen Haushalte mit hohen Rechnungen im Winter rechnen sollten.
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Ist Moskau schuld daran?

Einige europäische Politiker sehen Russland für den Anstieg der Gaspreise verantwortlich. Der polnische Ministerpräsident, Mateusz Morawiecki, hatte am vergangenen Dienstag gesagt, der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 sei ein „strategischer Fehler, wofür die steigenden Gaspreise ein Beleg sind“. Eine Gruppe von 43 Abgeordneten des Europäischen Parlaments ordnete zudem am Freitag eine Untersuchung zu „eventuellen vorsätzlichen Markt-Manipulationen von Gazprom und möglichen Verstößen gegen die EU-Konkurrenzregeln“ an.
Auch die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock warf Moskau am Donnerstag vor, es wolle durch seine Zögerung bei der Lieferung von Erdgas nach Europa politischen Druck aufbauen, um die ausstehenden Genehmigungen für Nord Stream 2 schneller zu bekommen.
Die Pressereferentin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Susanne Ungrad, erklärte am Mittwoch, dass viele andere Faktoren auf die Steigerung der Gaspreise in Europa durchaus Einfluss haben konnten und dass Moskau seinerseits seine Lieferungsverpflichtungen erfülle. Die Vertreterin betonte, dass das Ministerium die Situation zwar im Auge behalte, es sei aber der Markt, der reagieren müsse. Auch die stellvertretende Vertreterin des deutschen Ministerkabinetts, Ulrike Demmere, bestätigte, dass Gazprom seinen Verpflichtungen nach dem aktuellen russisch-ukrainischen Gastransitabkommen nachkomme.
Der russische Präsident Wladimir Putin wies angesichts der steigenden Gaspreise darauf hin, dass sich die Länder, die langfristige Verträge für russisches Gas unterzeichnet hätten, nun „die Hände reiben“ könnten, weil sie das Gas deutlich günstiger einkaufen dürfen.
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