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San Marino: Wähler unterstützen legale Abtreibung

© CC0 / Pexels / PixabayVerhütungsmittel (Symbolbild)
Verhütungsmittel (Symbolbild) - SNA, 1920, 27.09.2021
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Die Einwohner von San Marino haben am Sonntag bei einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Legalisierung der Abtreibungen gestimmt und damit ein 150 Jahre altes Gesetz abgeschafft, das sie bisher kriminalisierte. Dies meldet unter anderem die Nachrichtenagentur AP.
Die Wahlbeteiligung lag in der vollständig von Italien umgebenen Republik mit 33.000 Einwohnern bei 41 Prozent.
In 37 Wahllokalen stimmten mehr als 77 Prozent der Wähler einer Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen zu. Darüber hinaus wird es auch legal sein, wenn das Leben der Frau in Gefahr ist oder ihre physische oder psychische Gesundheit aufgrund von Anomalien oder Missbildungen des Fötus gefährdet ist.
Das Referendum in San Marino wurde angesetzt, nachdem rund 3000 Menschen eine Petition zur Aufhebung des Abtreibungsgesetzes aus dem Jahr 1865 unterzeichnet hatten. Das Parlament des Landes muss jetzt Schritte unternehmen, um das Verfahren zu legalisieren.
Frauen in San Marino, die eine Abtreibung anstreben, gehen in der Regel ins benachbarte Italien. Aber die Befürworter des Referendums sagen, dass dies eine unangemessene finanzielle Belastung für sie sei und Frauen bestrafe, die aufgrund von Vergewaltigungen schwanger geworden sind.
Sara Casadei von der Kampagne „Noi Ci Siamo“ (eine soziale Initiative, die auf die Unterstützung von Jugendlichen ausgerichtet ist – Anm. d. Red.), die auf das Referendum bestanden hatte, zeigt sich damit zufrieden:
„Wir haben dies aus einem einfachen Grund unterstützt, weil es richtig zu sein schien, dass Frauen eine Wahl haben und nicht gezwungen sind, woanders hinzugehen, sondern die Dienste auf unserem eigenen Territorium haben“, so Casadei.
Die Wählerin Federica Gatti sagte bei der Stimmabgabe, dass die Entscheidung einer Frau, die Schwangerschaft abzubrechen oder nicht, mehrere persönliche, religiöse und moralische Gründe beinhalte, und der Staat seinen Bürgern diese Möglichkeit geben sollte.
Eine andere Wählerin, Elisabetta Matteini, sagte, das Gesetz sollte verfügbar sein, damit Frauen nicht auf Menschen ohne Kompetenz zugreifen und ihr Leben nicht aufs Spiel setzen würden.
Gegner argumentieren jedoch, dass in San Marino sogar Minderjährige kostenlose Verhütungsmittel erhalten können.
Der Vatikan lehnt die Abtreibung entschieden ab, da das menschliche Leben mit der Empfängnis beginne und das Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod geschützt werden müsse.
Laut dem Vatikan ist es unvorstellbar, dass eine Mutter wegen einiger wirtschaftlicher Probleme zur Abtreibung greift.

„Es ist mehr als ein Problem, es ist ein Mord; wer abtreibt, der tötet. Unverblümt. (…). Es ist ein Menschenleben, dieses Menschenleben muss respektiert werden, dieses Prinzip ist so klar!

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San Marino ist eine der ältesten Republiken der Welt und einer der letzten europäischen Staaten, die Abtreibungen kriminalisierten. Illegal sind noch Abtreibungen in Malta und Andorra sowie in Polen.
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